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«Ich habe das Gefühl, alles verloren zu haben»: Olympia-Sprinterin kämpft gegen Krankheit

Beth Dobbin stand einst an Olympischen Spielen im Startblock – heute verlässt sie kaum noch ihr Bett.

«Ich habe das Gefühl, alles verloren zu haben»: Olympia-Sprinterin kämpft gegen Krankheit
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Die britische Sprinterin Beth Dobbin trainierte früher fünf Stunden am Tag – nun liegt sie über 22 Stunden am Tag im Bett. Der Grund dafür: Die 32-Jährige leidet anIm Sommer 2021 nahm die Schottin an den Olympischen Sommerspielen in Tokio teil und erreichte über 200 m den Halbfinal.

Noch im selben Jahr begann ihre dramatische Geschichte. Im Winter 2021/22 machte sie zwei aufeinanderfolgende Infektionen durch: Zuerst war es Covid, dann Pfeiffersches Drüsenfieber. Speziell daran: Bei keiner der Erkrankungen hatte sie Beschwerden. Erst durch nachträgliche Tests stellte sich heraus, dass sie sich mit beiden Krankheiten angesteckt hatte, sagt sieZwar schlief sie mehr und bemerkte Schmerzen in den Lymphknoten im Nacken und in den Achselhöhlen.

Doch sie trainierte weiter. Erste Untersuchungen führten zu keinem Ergebnis. Dobbin ging davon aus, dass das Drüsenfieber noch nachklang. Doch ihr Gesundheitszustand wurde nicht besser – im Gegenteil: Er verschlechterte sich zunehmend.

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«Ich hatte Mühe, aufzustehen, ich schlief unheimlich viel und lag die ganze Zeit im Bett. Nach sechs Wochen nahm ich das Training wieder auf. Ich habe es nur drei Wochen lang durchgehalten. » Also ging sie zu Fachärztinnen und Fachärzten, «sie alle sagten: ‹Das ist ME, und wir wollen nicht, dass es das ist, weil es dafür keine Behandlung gibt›», erzählt Dobbin.

Sie sagt, sie habe das Gefühl, ihr ganzer Körper «würde den Betrieb einstellen; es fühlt sich an, als stünde man nur noch wenige Tage vor dem Tod». So verbringt die 32-Jährige über 22 Stunden pro Tag im Bett. Sie verlässt es nur, um zu essen und um auf die Toilette zu gehen. Sie ging in diesem Jahr bisher fünfmal aus dem Haus – wegen medizinischen Untersuchungen.

«Es ist so lebenszerstörend, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Ich habe das Gefühl, alles verloren zu haben. Ich habe zwar noch meine Familie, aber ich habe meine Unabhängigkeit, meine Gesundheit, meine Arbeitsfähigkeit und die Möglichkeit, Sport zu treiben, verloren. » Dobbin will auf diese Erkrankung aufmerksam machen, im Wissen, dass es ihr schaden könnte.

«Dieses Interview zu führen und mich 30 Minuten lang zu unterhalten – das könnte sich im Jahr 2027 auf mich auswirken», sagt sie der BBC. Foto: Chris Cooper Denn ME verursacht Symptome wie Schlafstörungen, Gedächtnisprobleme, Schmerzen sowie schwere, anhaltende Erschöpfung, die sich durch Ruhe nicht bessert. Ein Gespräch oder sogar etwas so Simples wie ein zu helles Licht oder ein zu lautes Geräusch kann einen Zusammenbruch auslösen, der 24 bis 48 Stunden oder im schlimmsten Fall monatelang anhält.

Wie sieht Dobbin ihr künftiges Leben mit ME?

«Die Aussichten sind leider sehr düster. » Sie fügt an: «Ich hoffe, dass sich in Zukunft etwas tun wird. » Ihr geht es mit dem Gang an die Öffentlichkeit darum, «das Bewusstsein zu schärfen». Sie empfindet es als Pflicht, sich zu äussern.

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