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Weil sich Jorge Martin in Australien im Sprint den rechten Unterarm knapp über dem Handgelenk brach, konnte Marc Marquez seine zwei Punkte Rückstand in der Weltmeisterschaft in zehn Vorsprung verwandeln. Glück für Martin: Der Grand Prix fiel wegen Regen aus. Pech für Martin: Er kann in Malaysia keine Rennen fahren, die Schmerzen im Arm sind zu groß. Und bis zum nächsten Rennwochenende in Katar bleiben ihm nur wenige Tage zur Regeneration, der Aprilia-Star wird auch dort nicht fit sein.
Solche goldenen Gelegenheiten lässt sich Marc Marquez nicht entgehen. Im Sprint in Sepang überließ der 33-Jährige den Sieg KTM-Ass Pedro Acosta und gab sich mit den neun Punkten für den zweiten Platz zufrieden; seinen Vorsprung in der Gesamtwertung baute «MM93» gegenüber Martin auf 19 Punkte aus.
«In so einem Rennen können sehr leicht Fehler passieren», beschrieb Marquez die schwierigen Bedingungen am Samstagnachmittag auf dem Sepang Circuit. Bereits zum Rennstart hingen schwarze Wolken am Himmel, es regnete dann auch leicht. «Deshalb können jene, die nicht um die Meisterschaft kämpfen, mehr Risiko eingehen. Ich blieb ruhig und hatte auch die nötige Pace, wollte das Rennen aber nicht anführen. Weil der, der vorne liegt, ist normalerweise derjenige, der stürzt. Mit zusätzlichem Risiko hätte ich lediglich drei Punkte mehr holen können.»
«Als mir das Team die Wettervorhersage zeigte, war mir klar, dass so ein Rennen möglich sein würde», fuhr der Weltmeister fort. «Ich überlegte mir, wann wir solche Rennen hatten. In Aragon 2014 stürzte ich, in Jerez dieses Jahr auch. Damals habe ich zu viel gepusht – wenn die Strecke abtrocknet, ist es einfacher. Ich hatte eine Strategie: Hinter dem Ersten und vor Bezzecchi bleiben. Die Strecke war nicht schlecht, in Malaysia weißt du aber nie, was geschieht. Plötzlich kann ein Unwetter kommen. Zum Beispiel der dritte Sektor war trocken, in Sektor 2 regnete es stärker. Es war schwierig zu verstehen, was wo los ist – einmal bin ich in Kurve 14 fast gestürzt. So ein Rennen ist kein Genuss, das war harte Arbeit. Wir mussten leisten, was wir konnten – und nicht ein bisschen mehr.»
Marquez hatte nicht den besten Start, was dafür sorgte, dass wir mehrere schöne Kämpfe mit Ai Ogura aus dem Team Trackhouse Aprilia geboten bekamen. Und Taktik. «Als ich sah, dass ich Dritter bin und Bezzecchi Vierter, war mir klar, dass Ogura das Podium verlieren würde, wenn ich ihn überhole», erklärte Marc. «Er durfte nicht zwischen mir und Bezzecchi ins Ziel kommen.»
Denn jedem bei Aprilia ist bewusst: Wollen sie im Titelkampf gegen Ducati und Marc Marquez eine Chance haben, dürfen sich die eigenen Fahrer nicht gegenseitig die Punkte wegnehmen. Ogura als WM-Fünfter muss in so einem Fall zurückstecken.
Marquez versicherte, dass das Fehlen von Martin keine Auswirkung auf seine Herangehensweise habe: «Wenn ich aggressiv sein muss, bin ich es. Und als ich ruhig bleiben musste, blieb ich es. Diese Strategie geht für mich auf und hat mich an die Spitze der Meisterschaft gebracht. Deshalb werde ich versuchen, sie beizubehalten. Aber wie wir wissen, kann alles passieren.»