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Die Diskussionen um Manuel Neuer reißen beim FC Bayern nicht ab. Nach seinem folgenschweren Patzer gegen den FC Augsburg und den anschließenden verletzungsbedingten Ausfällen wird zunehmend über die Zukunft des 40-Jährigen diskutiert. Während Oliver Kahn zuletzt kritische Töne anschlug, stellt sich Lothar Matthäus demonstrativ hinter den Bayern-Kapitän. Der Rekordnationalspieler hält die aktuelle Debatte für überzogen.
Vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig äußerte sich Matthäus bei Sky zur Torwartsituation des deutschen Rekordmeisters. „Das Thema wird zu groß aufgemacht. Er hat jetzt in Augsburg einen Fehler gemacht. Aber den Schnitt hätte man vor der Saison machen müssen“, erklärte der 65-Jährige.
Für Matthäus steht damit fest: Wer einen Generationswechsel im Bayern-Tor wollte, hätte diesen bereits im Sommer einleiten müssen.
In den vergangenen Tagen hatte sich auch Oliver Kahn zur Situation seines früheren Vereins geäußert. Der ehemalige Bayern-Vorstandschef sieht die Entwicklung bei Neuer durchaus kritisch und verwies dabei auf seine eigenen Erfahrungen zum Ende seiner Karriere.
„Wann höre ich auf, wann trete ich zurück? Du ersparst dir bestimmte Situationen. Wenn man 36, 37, 38 wird, ich hab das selbst erlebt, braucht der Körper länger zur Regeneration. Es passiert hier und da mal ein Fehler“, erklärte Kahn.
Der frühere Welttorhüter machte damit deutlich, dass die zunehmenden körperlichen Herausforderungen und gelegentliche Fehler im fortgeschrittenen Fußballeralter eine wichtige Rolle spielen.
Matthäus bewertet die Situation dagegen anders. Für ihn gibt es aktuell keinen Anlass, Neuer aufgrund eines einzelnen Fehlers grundsätzlich infrage zu stellen.
Vor allem sieht der ehemalige Bayern-Kapitän keinen Hinweis darauf, dass die Verantwortlichen einen vorzeitigen Wechsel im Tor planen.
Auf die Frage, ob Neuer bis zum Saisonende die Nummer eins bleiben werde, antwortete Matthäus eindeutig. „Nein, Bayern sieht es ähnlich wie ich. Wenn er gesund ist, wird er wieder im Tor stehen.“
Damit deckt sich seine Einschätzung mit den jüngsten Aussagen von Vincent Kompany.
Der Bayern-Trainer hatte vor dem Leipzig-Spiel betont, dass es innerhalb des Vereins einen klaren Plan für die Torwartposition gebe und dieser weiterhin Bestand habe.
Neuer verpasste sowohl das Champions-League-Spiel gegen Viking Stavanger als auch die Bundesliga-Partie gegen Leipzig aufgrund von Fußproblemen. In beiden Begegnungen wurde er von Jonas Urbig vertreten.
Der 23-Jährige gilt als möglicher langfristiger Nachfolger des Bayern-Kapitäns und sammelt derzeit wichtige Spielpraxis.
Eine sofortige Wachablösung scheint allerdings nicht geplant zu sein.
Für Neuer richtet sich der Blick nun auf das Champions-League-Duell gegen den FC Arsenal am kommenden Mittwoch. Ob der Routinier bis dahin wieder einsatzbereit ist, bleibt abzuwarten.