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Dem 20-jährigen Italiener reichte am Sonntagabend ein xxxx Platz, um sich vorzeitig seinen Premierentitel in der Königsklasse des Motorsports zu sichern.
01. 11. 2026, 23:24 Uhr Lesedauer: 2 Minuten
Schon ein neunter Platz hätte Kimi Antonelli beim Grand Prix von Mexiko am Sonntagabend gereicht, um sich in seiner erst zweiten Saison in der Formel 1 den ersten WM-Titel zu sichern. Am Ende überquerte der Mercedes-Pilot, der in diesem Jahr seine ersten neun Siege in der Königsklasse des Motorsports feiern konnte, die Ziellinie sogar als Dritter. Damit kürte sich der 20-jährige Italiener vier Rennwochenenden vor dem Saisonende zum mit Abstand jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Formel 1. Antonelli, der unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie von seinen Gefühlen übermannt wurde, löst damit Sebastian Vettel ab. Der viermalige Weltmeister war beim ersten seiner vier WM-Titel für Red Bull Racing im Jahr 2010 23 Jahre alt gewesen. „Wir haben es geschafft. Ohne Mercedes und ohne meine Familie wäre ich nicht hier“, meinte ein weinender Antonelli nach dem Titelgewinn. Teamchef Toto Wolff war überglücklich: „Nicht viele haben es geglaubt, aber wir haben es geschafft.“
Den Sieg in einem turbulenten Grand Prix in Mexiko sicherte sich Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Der viermalige Weltmeister hielt in der Endphase des Rennens seinen ehemaligen WM-Rivalen Lewis Hamilton im Ferrari erfolgreich in Schach. „Ich bin stolz auf ihn“, sagte Verstappen in Richtung des neuen Weltmeisters. Nach einem schweren Unfall von Valtteri Bottas, an dessen Cadillac die linke vordere Radaufhängung auf der Start-Ziel-Geraden gebrochen war, musste das Rennen mehr als eine halbe Stunde lang unterbrochen werden.
Obwohl Mercedes das Ausnahmetalent Antonellis bereits früh im Alter von elf Jahren entdeckte, war der Weg bis zum ersten WM-Titel ein steiniger. Im Kartsport konnte dem Sohn des ehemaligen Rennfahrers Marco Antonelli, der selbst ein GT-Team sowie einen Formel-4-Rennstall besitzt, kein Konkurrent das Wasser reichen. Ab 2019 war der aus Bologna stammende Italiener offizielles Mitglied der Talenteschmiede der Silberpfeile.
Bild: SN/APA/AFP/JOHN THYS
Marco Antonelli förderte Sohn Kimi von klein auf.
Um das Toptalent auf dem Weg in die Formel 1 zu fordern, entschied sich Mercedes dazu, die Formel 3 mit Antonelli zu überspringen und den Italiener 2024 gleich in der Formel 2 einzusetzen. Der damals 18-Jährige hatte zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere mit größeren Widerständen zu kämpfen. Am Ende beendete Antonelli mit lediglich einem Sieg in einem Hauptrennen die Saison „nur“ auf dem sechsten Rang.
Trotzdem schenkte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der seit Jahren als Förderer und Mentor Antonellis fungiert, seinem Schützling das Vertrauen und beförderte ihn, auch weil sich Max Verstappen für einen Verbleib bei Red Bull entschieden hatte, in die Formel 1. Die Herausforderung hätte für den schüchternen Rookie kaum größer sein können. Denn Antonelli trat bei den Silberpfeilen in der Saison 2025 die Nachfolge von Lewis Hamilton – dem erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Königsklasse des Motorsports – an. Es folgte eine lehrreiche Saison mit vielen Aufs und Abs, an deren Ende Antonelli mit 150 Punkten weniger als halb so viele WM-Zähler wie Teamkollege George Russell einfahren konnte. „Es gab viele Leute, die letztes Jahr nach neun Rennen ohne Punkte sagten, er gehöre nicht zu Mercedes. Leute aus anderen Teams sagten, er sollte gar nicht in der Formel 1 fahren“, erinnert sich Wolff an die Vorsaison.
Bild: SN/AP Photo/Fatima Shbair
Toto Wolff ist eine der wichtigsten Vertrauenspersonen für Kimi Antonelli.
Nur ein Jahr später wurde der 54-jährige Wiener für seinen Mut belohnt. Antonelli kam von Anfang an enorm gut mit dem neuen Reglement in der Rennserie zurecht und eilte in der ersten Saisonhälfte von Erfolg zu Erfolg. Mit seinen neun Grand-Prix-Siegen überraschte Antonelli sogar seinen größten Förderer. „Seit 30 oder mehr Jahren versuche ich, die Denkweise von Rennfahrern zu verstehen, und ich weiß immer noch nicht, was über den Winter passiert ist. Seine Fähigkeit, etwas Herausragendes zu verarbeiten und abzuliefern, womit wir nicht gerechnet hatten. Aber das ist sein Verdienst, der Verdienst seiner Ingenieure, seines Umfelds und seiner Familie, dass er auf diese Weise abgeschnitten hat“, meint Wolff.
Die Kritiker Antonellis sind mittlerweile verstummt und im Formel-1-Zirkus sind sich alle einig, dass der WM-Titel auch in den kommenden Jahren nur über den neuen Mercedes-Star führen wird.