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Red Bull Salzburg will bei Anderlecht seine starke Auswärtsserie fortsetzen, während Sturm Graz gegen Celje den zweiten Sieg in der Europa League anpeilt. Beide österreichischen Vertreter kämpfen um wichtige Punkte für den Einzug in die K.-o.-Phase.
Donnerstag, 05.11.2026, 18:45 Uhr, UEFA Europa League, 4. Spieltag (Ligaphase), Lotto Park, Brüssel
Das bislang einzige Pflichtspielduell liegt fast drei Jahrzehnte zurück. In der ersten Runde des UEFA-Cups 1997/98 trafen beide Klubs aufeinander; Salzburg trat damals noch als Austria Salzburg an. Das Hinspiel in Salzburg gewannen die Gastgeber mit 4:3, im Rückspiel in Brüssel lag Anderlecht zur Pause mit 0:2 zurück, drehte die Partie aber noch zu einem 4:2 und kam weiter. In der zweiten Runde schieden die Belgier dann gegen Schalke 04 aus.
Vor dem Wiedersehen liegen beide Teams in der Tabelle eng beieinander. Anderlecht ist 22., Salzburg steht mit einem Punkt mehr auf Rang 21.
Der 34-fache belgische Meister verlor zum Auftakt knapp gegen Lyon und in Zagreb und holte die ersten Punkte erst mit einem 3:0 in Białystok. Trainer Vítor Bruno steht unter Druck. Seine Position hatte nach fünf Auswärtsspielen in Folge gewackelt und nach der 0:4-Niederlage in Gent folgte am Wochenende ein 4:1 gegen Westerlo mit Toren von Cvetković, Stroeykens, Aasgaard und Ambros. Die Rückkehr nach Brüssel kommt gelegen. Von neun Pflichtspielen im eigenen Stadion gewann Anderlecht in dieser Saison sieben, eines endete unentschieden und nur eines ging verloren.
Salzburg hat vier Punkte gesammelt und ist damit nur noch zwei Zähler von der Ausbeute der gesamten Vorsaison entfernt. Damals reichte es nur für Platz 31. In Celje gaben die „Bullen” zuletzt eine 2:0-Führung noch aus der Hand; der Ausgleich fiel in der 90. Minute. In der Bundesliga läuft es besser. Das Team von Danny Röhl ist dort noch ungeschlagen, liegt als Zweiter drei Punkte hinter Rapid und ist somit auf Titelkurs. Zuletzt gab es einen 5:1-Sieg gegen Austria Lustenau. Auswärts hat Salzburg in dieser Saison keines von zwölf Pflichtspielen verloren, dabei gab es sieben Siege und fünf Unentschieden.
Röhl hat allerdings große Personalsorgen. Sieben Spieler fallen aus: Aguilar, Boma, Kitano, Mellberg, Omoregie, Schmid und Veratschnig. Der Innenverteidiger Boma hat sich erst gegen Lustenau eine Wadenverletzung zugezogen. Ob Lindström und Redžić spielen können, ist noch offen. Auch bei Anderlecht gibt es Fragezeichen. Sardella, Camara und Hey sind verletzt. Koustoupias wurde nicht für die Ligaphase gemeldet. Winkler und Aasgaard fehlten zuletzt im Training. Aasgaard hatte gegen Westerlo sein erstes Tor für Anderlecht per Freistoß erzielt.
Für Yorbe Vertessen wird es ein besonderer Abend. Der Belgier freut sich auf viele Familienmitglieder und Freunde, die ihn im Stadion unterstützen werden. Brüssel liege „sehr nah an meinem Zuhause“, sagte er. Am Wochenende warten auf beide Klubs Spitzenspiele: Anderlecht reist zu Club Brügge und Salzburg gastiert am Sonntag in Graz bei Sturm.
Donnerstag, 05.11.2026, 21:00 Uhr, UEFA Europa League, 4. Spieltag (Ligaphase), Stadion Liebenau, Graz
Es ist das erste Pflichtspiel zwischen den beiden Mannschaften. Bisher gab es nur Testspiele, etwa im Juni 2016, als Sturm mit 2:0 gewann. Celje ist zuletzt zu einer festen Größe geworden. Der 1919 gegründete Verein feierte seit 2020 drei Meistertitel und stand in der Saison 2024/25 im Viertelfinale der Conference League. Das Spiel hat für beide Seiten großes Gewicht. Sturm liegt mit vier Punkten auf dem 19. Platz, Celje mit einem Zähler auf dem 29.
Nach dem Ausscheiden gegen Fenerbahçe in der Qualifikation zur Champions League lieferte Sturm gegen Olympique Marseille den bisher besten Auftritt der Saison ab. Oumar Diakité traf in der 13. Minute zum 1:0 – es war der erste Sieg in der Ligaphase. Trainer Fabio Ingolitsch gewann trotz neun Ausfällen mit einer jungen Mannschaft und gab anschließend mindestens zehn Punkte als Ziel aus. „Zu Hause können wir jeden Gegner schlagen“, sagte er. Seither ist der Schwung allerdings weg. Auf das 2:2 gegen Ried folgte das bittere Cup-Aus gegen Austria Lustenau. In Wolfsberg rettete Diakité mit einem Elfmeter in der 95. Minute zumindest noch ein 1:1.
Celje kommt dagegen mit Rückenwind. Seit dem 18. Oktober ist die Mannschaft in allen Wettbewerben fünf Spiele ungeschlagen. Trainer Zoran Zeljković übernahm im September und verlor seither nur gegen Leverkusen einen Tag nach seinem Amtsantritt und gegen Omonia. Gegen Salzburg holten die Slowenen ein 0:2 auf. Blaž Kramer verkürzte in der 50. Minute und der eingewechselte Armandas Kučys glich spät aus. In der Prva Liga liegt der Meister mit 20 Punkten aus 13 Spielen derzeit nur auf dem vierten Platz. Zuletzt gab es jedoch einen 4:0-Sieg gegen Nafta. Dabei trafen Mario Kvesić und Kučys je zweimal. Bester Torschütze ist Svit Šešlar mit sieben Treffern.
Die Personaldecke bei Sturm bleibt dünn. Leon Grgić und Daniil Khudyakov fallen weiterhin aus, und auch Otar Kiteishvili, Nelson Weiper und Filip Rozga stehen nicht zur Verfügung. Nach seinem Tor als Joker in Wolfsberg könnte Diakité für Beganović im Sturmzentrum beginnen. Auch Luis Balbo und Albert Vallci kommen für die Startelf infrage. Bei Celje könnte Zeljković dieselbe Elf aufbieten wie gegen Nafta.
Die Statistik spricht für die Grazer. Sie blieben in der Ligaphase zu Hause bisher ohne Gegentor, während Celje in drei Spielen schon sieben Gegentreffer kassiert hat. Seit der K.-o.-Phase der Conference League 2023/24 hat Sturm zudem jedes europäische Heimspiel gewonnen, in dem die Mannschaft ein Tor erzielt hat. Inzwischen sind es acht Spiele in Folge. Am Sonntag wartet auf Sturm in Liebenau das Spitzenspiel gegen Salzburg. Für Celje ist es dagegen das zweite Duell mit einem österreichischen Klub binnen zwei Wochen.