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Bortolotti drohte nächste Disqualifikation: Wie Grasser den zweiten Platz rettete
Bortolotti drohte nächste Disqualifikation: Wie Grasser den zweiten Platz rettete

Auch wenn Mirko Bortolotti es nicht offen aussprach, fürchtete der Grasser-Lamborghini-Pilot nach seinem starken zweiten Platz im DTM-Samstagsrennen die Disqualifikation: Denn dem Italiener ging auf den letzten Metern des Rennens der Sprit aus - und er stellte seinen Temerario GT3 am Ende der Start-Ziel-Geraden ab. Das Problem: Nach dem Rennen muss für die Spritprobe noch Benzin im Tank sein.

Es wäre der bittere Abschluss einer ohnehin schon harten DTM-Saison gewesen: Denn während seine Ex-Titelrivalen Thomas Preining und Maro Engel um den Titel kämpften, hatte Bortolotti 2026 mit dem neuen Temerario GT3 zu kämpfen - und wurde nach seinem einzigen DTM-Sieg in Oschersleben disqualifiziert.

Dazu kam die Disqualifikation des Abt-Lamborghini nach Platz zwei beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring - ein weiterer Ausschluss hätte gerade noch gefehlt. Aber wie kam der in Wien lebende Italiener dann doch noch davon?

0,7 Kilogramm Sprit retteten Bortolotti

Am Ende waren noch 1,4 Kilogramm Sprit im Tank - vorgeschrieben sind mindestens 0,7 Kilogramm. "Wir haben alle gezittert, aber es war goldrichtig, was wir gemacht haben", erzählt Teamchef Gottfried Grasser im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Im Reglement ist klar festgelegt, dass du aus eigener Kraft über Start-Ziel fahren musst."

Grasser teilte der Rennleitung schon zuvor per Funk mit, dass Bortolotti der Sprit ausging - und fragte nach, wo dieser das Auto rasch und sicher parken kann. Renndirektor Sven Stoppe bat darum, aus Sicherheitsgründen keine Vollbremsung auf Start-Ziel hinzulegen und den Boliden am Ende von Start-Ziel bei der Boxenausfahrt rechts neben der Mauer abzustellen.

"Auf eine Runde braucht man 2,2 Kilogramm", rechnet Grasser. "Wenn wir ihn die Runde hätten fahren lassen, dann wären wir draußen gewesen."

Land-Porsche-Pilot Buus entkam Disqualifikation nicht

Der Hockenheimring gilt generell als Kurs mit einem hohen Spritverbrauch. Bereits der Lamborghini Huracan GT3 war neben dem McLaren stets eines der Autos mit dem höchsten Verbrauch. Das dürfte auch beim Nachfolger der Fall sein.

Weniger Glück hatte Bastian Buus: Der Land-Porsche-Youngster, der am Sonntag die Poleposition einfuhr und starker Vierter wurde, war am Samstag nach Platz elf wegen eines zu leichten Autos disqualifiziert worden.

Laut dem Bericht des technischen Delegierten waren beim Dänen statt der nötigen 0,7 Kilogramm nur 0,049 Kilogramm Sprit im Tank. Die Sportkommissare hatten daher anders als bei Bortolotti keine andere Wahl als den Porsche nachträglich aus der Wertung zu nehmen.

Wird Bortolotti noch bester Lamborghini-Pilot?

Bortolotti, der am Sonntag von Startplatz 17 noch Zehnter wurde, kam in der DTM-Gesamtwertung auf den 13. Platz - zwei Pünktchen hinter Abt-Pilot Luca Engstler, der als Zwölfter bester Lamborghini-Pilot wurde.

Ohne den versöhnlichen Saisonausklang mit Platz zwei wären drei fünfte Plätze am Lausitzring, in Oschersleben und am Nürburgring seine besten Platzierungen gewesen, was nicht dem Anspruch des Ex-Champions entspricht.

Noch ist aber nicht endgültig entschieden, ob ihm die 25 Punkte für den Oschersleben-Sieg bei einer möglichen FIA-Berufungsverhandlung nachträglich gutgeschrieben werden. Dann würde Bortolotti in der Gesamtwertung auf Rang neun vorrücken.

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