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Warum hat Oliver Bearman noch keinen neuen Formel-1-Vertrag? Verhandlungen stocken
Oliver Bearmans Verbleib bei Haas 2027 wurde noch nicht offiziell verkündet, Foto: IMAGO / Every Second Media

Schon lange besteht eigentlich kein Zweifel mehr daran, dass Oliver Bearman 2027 in der Formel 1 bei Haas weitermachen wird. Die Türen zu Ferrari sind für den Scuderia-Junior durch Lewis Hamilton und Charles Leclerc weiterhin verschlossen und seine Leistungen als klare Nummer 1 beim US-Team rechtfertigen locker einen neuen Deal.

Doch je länger eine offizielle Bekanntgabe aussteht, desto mehr stellt sich die Frage: Warum dauert das alles so lange? Zumal der Fahrermarkt praktisch mit Ausnahme des zweiten Cadillac-Cockpits und der Racing Bulls schon zum Erliegen gekommen ist und inzwischen mit Rookie Rafael Camara sogar schon der zweite Haas-Pilot für 2027 verkündet wurde.

Oliver Bearman will Haas-Deal

Bearman betont schon seit Monaten, dass er gerne weitermachen würde. "Wenn es nach mir gehen würde, wäre es schon längst verkündet worden", sprach er vor dem Mexiko-Wochenende. Teamchef Ayao Komatsu ergeht es wohl ähnlich. "Ja, wir planen, mit Ollie weiterzumachen. Eine offizielle Ankündigung wird zu gegebener Zeit erfolgen", versprach der Japaner schon nach Singapur. Das ist mittlerweile auch über zwei Wochen her.

"Es gibt ein paar Dinge im Hintergrund, an denen wir im Moment arbeiten", begründete Bearman die Verzögerung. Während er sich auf das Fahren konzentriert, versucht sein Management-Team, die WH Sportsgroup rund um Chris Harfield und Joe Williams, wohl eine saftige Gehaltserhöhung für den Briten auszuhandeln, der schon seit eineinhalb Saisons der bessere Haas-Pilot ist, und im kommenden Jahr auch gemessen am Dienstalter nach dem Abschied von Esteban Ocon die Teamleader-Rolle übernehmen wird.

Unbestätigte Gerüchte sprechen davon, dass man ein Gehalt von etwa sechs Millionen US-Dollar herausschlagen möchte. Das würde in etwa jenem Gehalt entsprechen, das der scheidende Haas-Fahrer Esteban Ocon zuletzt verdient haben soll. Bislang soll Bearman beim Mittelfeld-Team einen Grundsold von etwa einer Million erhalten - ohne etwaige Boni, versteht sich.

"Es liegt im Moment nicht wirklich in meinen Händen", versucht sich Bearman aus dieser Angelegenheit herauszuhalten. Das Momentum liegt nach zwei größtenteils erfolgreichen Jahren, in denen er seinen Speed unter Beweis gestellt hat, auf seiner Seite. Die Frage ist nur, ob das auch von Dauer ist. Denn mit Camara stößt ein weiterer Ferrari-Junior mit einer ähnlich beeindruckenden Nachwuchs-Vita an seine Seite. Camara ist fast auf den Tag genau gleich alt wie Bearman, begann seine Formelkarriere allerdings knapp zwei Jahre später.

Es winkt also ein direktes Duell zwischen den beiden größten Nachwuchshoffnungen im Hause Maranello. Etwas verkompliziert wird die Sache auch dadurch, dass Ferrari noch ein wichtiges Wörtchen bei seinem Juniorfahrer mitzureden hat, der 2025 laut Informationen von Racingnews365 mit einem fixen Zweijahresvertrag und einer Option für 2027 zu dem Ferrari-Kundenteam kam.

Lewis Hamilton verfügte über eine ähnliche Vertragskonstellation. Seine Option für 2027 wurde schon gezogen und der 41-Jährige selbst ließ unlängst durchklingen, noch bis in die 2030er-Jahre in der Formel 1 fahren zu wollen. Wann Ferrari also einen Ersatz parat haben muss, erscheint unklar. "Die Laufzeit meines Vertrags fällt nicht wirklich in meinen Zuständigkeitsbereich", behauptete Bearman vor einer Woche.

Der Ferrari-Youngster versucht, sich alle Türen offenzuhalten, einerseits als verlässliche Kraft bei Haas, andererseits natürlich auch jene als potenzieller Hamilton-Nachfolger. Der 21-Jährige gibt sich deshalb selbstbewusst und geduldig: "Mittel- bis langfristig fühle ich mich bereit, an der Spitze um Podien zu kämpfen. Aber wenn es um ein Mittelfeld-Team geht, dann ist Haas das Team, bei dem ich sein will", sagte er bereits in Austin.

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