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BR24 Sport: Wie der Viessmann-Deal die Zukunft des FC Bayern absichern soll

Rund 250 Millionen Euro fließen durch den Viessmann-Einstieg nach München. Dabei verkauft der FC Bayern seine letzten verfügbaren Anteile, obwohl er wirtschaftlich bestens aufgestellt ist. Warum handelt der Rekordmeister gerade jetzt?

Der FC Bayern hat den Einstieg der Viessmann Generations Group als neuen Gesellschafter perfekt gemacht. Rund 250 Millionen Euro sollen durch die Kapitalerhöhung nach München fließen. Dafür erhält das Familienunternehmen knapp 6,7 Prozent der Anteile an der FC Bayern München AG.

Damit ist zugleich eine wichtige Grenze erreicht: Mit Viessmann sind sämtliche Anteile vergeben, die der Verein laut Satzung überhaupt an externe Investoren abgeben darf. Bereits zuvor waren Adidas, Audi und Allianz als Gesellschafter eingestiegen. Mehr als 30 Prozent der Anteile dürfen sich nicht in externen Händen befinden.

Viessmann erhält auch Einfluss im Aufsichtsrat

"Dieser Schritt stärkt die Eigentümerstruktur der FC Bayern München AG. Zudem vergrößert eine noch einmal deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis die Handlungsspielräume in einer Zeit des permanenten Wandels", sagte Präsident Herbert Hainer.

Der Deal hat auch personelle Folgen: Max Viessmann soll in den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG einziehen. Das Kontrollgremium wird dafür von neun auf zehn Mitglieder erweitert. Der Viessmann-Chef ist bereits Mitglied des Verwaltungsbeirats des Vereins

Kein Notverkauf, sondern Vorsorge

Anders als bei vielen anderen Klubs geht es beim FC Bayern nicht ums Stopfen von Löchern oder darum, Großprojekten zu ermöglichen. Als 2002 Adidas einstieg war das Ziel, die Finanzierung der Allianz Arena abzusichern. Später folgten Audi und Allianz. Diesmal ist die Ausgangslage eine andere. Der FC Bayern verkauft Anteile nicht aus Notwendigkeit, sondern um den Handlungsspielraum zu vergrößern.

Wer auf einen unmittelbar bevorstehenden Transfercoup hofft, dürfte enttäuscht werden. Präsident Herbert Hainer machte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung deutlich, dass die Millionen zunächst auf dem berühmten FC-Bayern-"Festgeldkonto" landen. Einen Transferrausch wird es vorerst nicht geben.

Explodierende Ablösen: Bayern rüstet finanziell auf

Die Münchner verschaffen sich Reserven für eine Zeit, in der der Wettbewerb immer teurer wird. Ablösesummen, Gehälter und Handgelder steigen im internationalen Spitzenfußball seit Jahren. Wer dauerhaft zur europäischen Spitze gehören will, braucht finanzielle Schlagkraft. Mit den zusätzlichen Millionen stärkt der FC Bayern seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit für die Zukunft.

"Wir wollen nicht in Not geraten und dann verkaufen müssen. Denn erstens kriegen wir dann nicht den Preis, den wir gerne hätten. Und zweitens wissen wir nicht, ob wir in so einer Situation noch den richtigen Partner finden … In der Not hat man selten die Wahl. Dafür gibt es viele Beispiele", sagte der Präsident der SZ mit Blick auf explodierende Ablösesummen, Gehälter und Handgelder.

Die eigentliche Adresse heißt nicht Dortmund

National dürfte der Deal die Konkurrenz besonders aufmerksam verfolgen - verdeutlicht er doch einmal mehr die finanzielle Sonderstellung der Münchner im deutschen Fußball. Aber er ist weniger ein Signal an Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen als an den restlichen europäischen Spitzenfußball.

Vor allem die Klubs aus der Premier League profitieren von gigantischen TV-Erlösen, andere Vereine werden von milliardenschweren Investoren oder staatlichen Geldgebern unterstützt. Selbst der wirtschaftlich starke FC Bayern muss aufpassen, den Anschluss an diese Entwicklung nicht zu verlieren.

Auf Augenhöhe mit den finanzstärksten Premier-League-Klubs oder staatlich unterstützten Projekten wie Manchester City bringt der Deal die Münchner zwar nicht. Er hilft aber dabei, den Abstand nicht größer werden zu lassen.

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