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Der 50-Jährige hat bei Nürnberg eine Ausstiegsklausel exklusiv für die Eintracht verankert. Wie er aus einem Unbekannten einen italienischen Nationalspieler machte, zeigt seinen Stil.
Frankfurt – In Frankfurt sind die früheren Sportbosse Fredi Bobic und Markus Krösche gerne mal als Flugadler bezeichnet worden (Copyright Wolfgang Steubing, die graue Eminenz), also als eine Art Projektmanager, die ihre Mission erledigen und dann weiterziehen. Beide blieben fünf Jahre, beide arbeiteten ausgezeichnet. Sie (die Flugadler) stehen im Gegensatz zu den Nestadlern, also Urgesteinen wie Axel Hellmann, die der Eintracht seit Ewigkeiten dienen und sie im Herzen tragen.
Nun also kommt ein neuer Sportchef, ein Deutsch-Grieche mit dem Zungenbrechernamen Panagiotis Chatzialexiou, den die ganze Welt nur Joti ruft. Und dem 50-Jährigen werden gute Chancen eingeräumt, als erster Sportmanager sesshaft zu werden im Adlerhorst, aka Nestadler. Denn der Joti ist ein waschechter Frankfurter Bub, Ur-Eintrachtler mit Riederwald-Wurzeln. Dass er in Nürnberg eine Ausstiegsklausel exklusiv für die Eintracht in seinem Vertrag verankert hatte, spricht Bände.
Das ist ein weicher Faktor, klar. Verbundenheit garantiert keinen Erfolg, manchmal steht sie diesem sogar im Wege. Jedoch: Die Aussichten für den Familienvater, eine Ära zu prägen, stehen nicht schlecht. Das liegt an seinem Charakter und seiner Qualifikation. Beide genügen höchsten Ansprüchen.
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Chatzialexiou ist ein guter Typ, ein empathischer Mensch, Teamplayer obendrein. Er hat Erfahrung, Know-how, gilt als Kapazität. Durch seine exzellente Arbeit im Hintergrund beim DFB und der ersten Reihe in Nürnberg hat er ein enges Netzwerk gesponnen. Ihn zeichnet ein Auge für Talente aus, er baut auf sie.
In Nürnberg führte der konsequente Jugendweg dazu, dass Trainer Miro Klose engen Vertrauten mal sagte, er müsse eine bessere A-Jugend anleiten. Nicht falsch verstehen: Klose und Chatzialexiou sind eng miteinander, ein starkes Band vereint sie. Das hielt auch, als der Chefcoach massiv in die Kritik geriet: Der Sportboss schützte ihn, stand zu ihm, bedingungslos. Gegen alle Widerstände. Auch das zeichnet Chatzialexiou neben einer strategischen Denke aus: Er ist Überzeugungstäter. Ist er absolut sicher, bleibt er standhaft.
Chatzialexiou hat den „Club“ verjüngt, unbekannte, spannende Talente geholt und sie in Wert gesetzt. Paradebeispiel: Mohamed Ali Zoma, der aus der Serie C von UC Albino Leffe kam und inzwischen italienischer Nationalspieler ist. Marktwertentwicklung: von 500.000 auf 20 Millionen. Zur Wahrheit gehört auch: Nicht alle Transfers saßen, der FCN-Kader musste auch schon mal mit heißer Nadel entscheidend nachjustiert werden. Aber: Die Richtung stimmt, die Trefferquote stimmt, sein neuer Arbeitgeber stimmt. Könnte passen zwischen Joti Chatzialexoiu und seinem Heimatklub.