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Ein früher Treffer zählt nicht, später rettet Chakroun das Remis. Vor dem brisanten Niedersachsen-Derby bleibt bei 96 noch einiges zu tun.
Sandro Wagner muss weiter auf seinen ersten Sieg als Trainer von Hannover 96 warten. Bei seinem Heimdebüt kam der 38-Jährige mit den Niedersachsen am Samstagabend nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den FC St. Pauli hinaus. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage beim 1. FC Magdeburg zeigte seine Mannschaft allerdings eine Leistungssteigerung.
Vor 48.700 Zuschauern in der ausverkauften Heinz von Heiden Arena erzielte Husseyn Chakroun (48. Minute) den Ausgleich für die Gastgeber. Abdoulie Ceesay (45.+1) hatte den Bundesliga-Absteiger aus Hamburg kurz vor der Pause in Führung gebracht. Mit acht Punkten liegt Hannover vorerst auf Tabellenplatz zwölf.
Dabei sah es zunächst nach einem gelungenen Heimdebüt für Wagner aus. Schon in der neunten Minute brachte Chakroun den Ball im Tor unter. Doch der Jubel verstummte schnell: Nach einer Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung von Benjamin Källman aberkannt.
Hannover blieb die gefährlichere Mannschaft. Nach einer Ecke kam Virgil Ghita in der 29. Minute völlig frei zum Kopfball, traf aus kurzer Distanz jedoch nur die Latte. Es war bereits das achte Mal in dieser Zweitliga-Saison, dass die Niedersachsen am Aluminium scheiterten.
Doch kurz vor der Pause ging St. Pauli in Führung. Louis Oppie flankte von links in den Strafraum, wo Ceesay der Hannoveraner Abwehr enteilte und per Kopf zum 0:1 traf. Trotz der besseren Chancen musste 96 mit einem Rückstand in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel gelang den Gastgebern die schnelle Antwort. Wieder stand Chakroun im Mittelpunkt. Der 21-Jährige traf in der 48. Minute zum 1:1. Auch diesmal überprüfte der Video-Schiedsrichter eine mögliche Abseitsposition. Weil der Ball zuvor von St. Paulis Lars Ritzka gekommen war, zählte das Tor.
Anschließend drängten die Hamburger auf den Sieg. Arkadiusz Pyrka scheiterte an 96-Torhüter Leo Weinkauf (65.), Ceesay köpfte an den Pfosten (73.). Hannover kam durch Benjamin Källman ebenfalls noch zu einer Gelegenheit, doch St. Paulis Torhüter Ben Voll verhinderte den Treffer. 96-Sportgeschäftsführer Jonas Boldt sprach nach der Partie dennoch von einer Verbesserung. "Auf jeden Fall war es ein Schritt nach vorne", sagte er laut Vereinswebsite.
Für Hannover steht nun ein besonders brisantes Spiel bevor: Am Sonntag (25. Oktober, 13.30 Uhr) gastiert die Wagner-Elf zum Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig. Marcel Hartel, der gegen seinen früheren Verein St. Pauli aufgelaufen war, zeigte sich nach der Leistungssteigerung zuversichtlich. "Jetzt sind wir heiß auf das Derby!", sagte der Mittelfeldspieler.