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Lennart Karl hat beim 6:1-Pokalsieg des FC Bayern gegen Magdeburg einen starken Auftritt hingelegt. Von Sportvorstand Max Eberl erntet er trotzdem Kritik.
München – Roter Teppich, Blitzlichtgewitter und ganz viel Luxus: Die Verleihung des Ballon d‘Or war ganz nach dem Geschmack von Bayern-Youngster Lennart Karl und seiner Freundin Zoe Käppele. Spätestens mit diesem Auftritt ist das junge Paar in der Fußball-High-Society angelangt. Dabei hatte Bayern-Patron Uli Hoeneß dieses Verhalten jüngst öffentlich kritisiert und angekündigt, dass Karl bei ihm zum Rapport muss: „Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut.“
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist bei der Karl-Thematik übrigens der gleichen Meinung wie Hoeneß. „Er soll sich auf Fußball konzentrieren. Er muss sich gegen Konkurrenz durchsetzen und seine Einsatzzeiten bekommen. Man muss jungen Spielern aber auch Zeit geben. Das ist mir genauso passiert“, sagte Matthäus bei einem Sky-Pressegespräch und erinnerte sich: „Da habe ich auch gedacht, ich kann auf einem Bein laufen. Aber nein, du brauchst beide Beine auf dem Boden, damit du dich bewegen kannst.“
Hoeneß habe aus seiner Sicht recht: „Ein bisschen weniger Social Media, ein bisschen mehr Leistung auf dem Platz, im Zweikampf mal nach hinten arbeiten. Das meint Uli, nicht böse. Er weiß ja, was sie an Lennart Karl haben, aber der Spieler muss fokussiert sein auf das, was man bei Bayern München erwartet.“
Nach dem Auftritt des 18-Jährigen beim 6:1 (2:1) gegen Magdeburg im Pokal dürfte das Vier-Augen-Gespräch mit Hoeneß etwas milder ausfallen. Denn trotz seines Abstechers zur pompösen Weltfußballerwahl, konzentrierte sich Karl gegen den Zweitligisten auf das Wesentliche – und konnte endlich mal wieder überzeugen. An drei Treffern war der Offensivspieler als Vorlagengeber oder Initiator beteiligt (tz-Note: 2). Für einen Wow-Moment sorgte er mit einem Seitfallzieher zum Ende der Partie, der jedoch ohne Torerfolg blieb.
„Lenny muss auf dem Platz zeigen, dass er wieder herauskommt aus diesem Loch“, sagte Sportvorstand Max Eberl und erinnerte abermals an den schweren Muskelbündelriss vor der Weltmeisterschaft: „Das hat er verkraften müssen, dann hat er gebraucht, um in die Saison hineinzukommen. Dann klappt nicht alles so wie vergangenes Jahr, da hat alles wie am Schnürchen geklappt. Da muss er sich zurückarbeiten. Ich finde, er tut das. Er bemüht sich. Er ist im Spiel mit dabei!“
Und die Dinge, die neben dem Platz passieren? „Da ist es eben heute so, dass der eine oder andere Fehltritt dabei ist. Der jetzt aber nicht schlimm ist und für mich auch nicht ausschlaggebend für die Leistung ist. Er soll sich auf den Fußball konzentrieren“, meint Eberl. Der Sportchef hat bereits öfter Diskussionen mit Hoeneß geführt. Tipps hat sich Karl bei ihm allerdings noch keine geholt: „Er hat mich noch nicht gefragt, wie solche Gespräche laufen. Er wird es erleben. Und dann wird er daraus lernen.“ Dafür wird Hoeneß sorgen.