flag
back Zurück
Kopf-Crash, Schalke-Krise, El Mala – jetzt spricht Soufiane El-Faouzi
Der Mann mit der Maske: Schalkes Mittelfeldmotor Soufiane El-Faouzi.© imago

Diesen Knall wird Soufiane El-Faouzi so schnell nicht vergessen. Der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 rasselte im Spiel beim 1. FC Köln in der 37. Minute mit seinem Kopf gegen den Kopf von Mitspieler Robin Gosens – beide blieben blutüberströmt liegen. Am 24. Oktober war das, und wohl niemand hätte sich an diesem Tag vorstellen können, dass El-Faouzi schon elf Tage später wieder auf dem Trainingsplatz stehen würde. Putzmunter, laufstark wie immer.

Nur eine Gesichtsmaske erinnert an das, was in Köln geschehen war. „Ich gewöhne mich langsam daran. Es stört mich nicht. Ich trainiere individuell schon seit zwei Tagen mit der Maske. Sie gibt mir Sicherheit“, sagte El‑Faouzi. Dass er am Sonntag im Spiel bei der TSG Hoffenheim (19.30 Uhr/DAZN) wieder auflaufen kann, scheint festzustehen. „Ich habe wenig bis gar keine Schmerzen. Und von Tag zu Tag wird es besser“, sagte der 24-Jährige.

Kein Vorwurf des Schalke-Profis an Said El Mala

Die Ereignisse vom 24. Oktober hat der marokkanische Nationalspieler inzwischen verarbeitet. Die Schilderung der Details ist für den Zuhörer ein Grauen, nicht mehr für ihn selbst. „Direkt nach dem Zusammenprall habe ich gesehen, dass ich geblutet habe, und gemerkt: Das sieht nicht gut aus. Ich habe Schlimmeres befürchtet. Wir sind direkt nach Gelsenkirchen zum Krankenhaus gefahren. Dabei wurde diagnostiziert, dass ich einen Nasenbeinbruch habe. Mein Auge war in den ersten Tagen sehr zugeschwollen. Ich bin dann zur Kontrolle im Krankenhaus geblieben und wurde zwei Tage später operiert“, sagte El-Faouzi und ergänzte: „Es ist alles gut verlaufen.“ Dem Kölner Said El-Mala, der die Schalker unglücklich ineinander geschubst hatte, machte der Schalker keinen Vorwurf: „Im Spiel passiert alles schnell. Er hat sich direkt nach dem Spiel entschuldigt, hat Robin und mir geschrieben. Ich glaube nicht, dass er wollte, dass wir in dem Moment zusammenknallen.“

Lesen Sie auch

Doch so sehr El-Faouzi so schnell wie möglich wieder spielen wollte: Zum ersten Mal in seiner Schalke-Zeit verpasste er zwei Spiele. Und zweimal verlor Schalke 0:2 – zunächst im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden, dann bei RB Leipzig. Auch für Trainer Miron Muslic war es seltsam, auf sein „Duracell-Häschen“, wie er El-Faouzi manchmal nennt, zu verzichten.

Tribünenplatz: Soufiane El-Faouzi (Mitte, mit Verband) verfolgte das Schalke-Spiel gegen Leipzig auf der Tribüne.© imago | Teresa Kröger

Ohne El-Faouzi spitzte sich die sportliche Krise der Schalker zu. Sie sind seit sechs Pflichtspielen sieglos und auf den vorletzten Platz der Bundesliga abgestürzt. In dieser Zeit ist ihnen lediglich ein Tor gelungen. Schuldzuweisungen gab es von El-Faouzi nicht: „Wir sind eine Mannschaft mit Struktur und nur im Kollektiv stark. Das hat uns letztes Jahr ausgezeichnet, das hat der Trainer von Beginn an gesagt. In der Abwehr müssen wir verteidigen, im Sturm abschließen und wir im Mittelfeld sind dafür da, dass die Bälle nach vorn kommen. Wir sitzen alle in einem Boot.“ Es sei wichtig, die Stürmer in die richtigen Situationen zu bringen, damit sie auch die Chance bekommen, Tore zu erzielen. „Daran arbeiten wir“, sagte El-Faouzi.

Der Trainer ist klar in dem, was er sagt und was er macht.

Soufiane El-Faouzi, Schalke-Spieler, über Trainer Miron Muslic

Dass Muslic das Spielsystem geändert hat und künftig auf eine Viererkette setzt, gefällt El‑Faouzi. „Ich finde es deutlich besser, dass wir mehr Offensivdrang haben. Wir hatten nach dem Pokalspiel nur zwei Tage Zeit, das System zu trainieren. Jetzt wird es noch besser, weil wir eine Woche haben. Wir haben einen Mann mehr vorn und werden zu Torchancen kommen.“ Die Stimmung in der Kabine hätte sich trotz der Tor- und Punkteflaute nicht geändert. „Der Trainer ist klar in dem, was er sagt und was er macht, auch die Führungsspieler wie Kenan Karaman, Timo Becker und Edin Dzeko“, erklärte El‑Faouzi. „Wir wissen, was wir können. Wir wissen, dass wir uns steigern müssen. Und das werden wir.“

Bitterer Moment: die Schalker Soufiane El-Faouzi und Robin Gosens werden behandelt.© WITTERS | UlrichHufnagel

Ein guter El-Faouzi ist für die Schalker nicht nur in der Krise wichtig. Er ist der wertvollste Schalker, sein Marktwert beträgt zwölf Millionen Euro. Er soll den Königsblauen einmal eine hohe Transfereinnahme bescheren. Seinen Vertrag verlängerte er im Sommer bis Juni 2030. Er gehört auf Schalke nun zu den Topverdienern. An seine erste Bundesliga-Saison wird er sich immer erinnern. „Eine Narbe wird bleiben am Auge“, sagte er.

Könnte Ihnen gefallen

Fehler mit Ansage? Schalke-Flop blüht in der Eredivisie auf

90min vor 4 Stunden

Auf Schalke floppte er: Plötzlich spielt ein Youngster groß auf

Der Westen vor 2 Stunden

Russlands Sport-Rückkehr droht an Boykotten zu zerschellen

Focus vor 6 Stunden

Fußballgeschichte Warburg: Als Schalke 04 auf die Hüffert kam

Westfalen-blatt vor 6 Stunden