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Trotz Rückschlägen viel Moral bewiesen

Gino Vetter und Leni Bohle kämpfen bei der Turn-WM mit Fehlern, zeigen aber auch starke Übungen.

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Gino Vetter konnte in Rotterdam sein Mehrkampfergebnis von der WM-Premiere 2025 um mehr als zwei Punkte verbessern.

Rotterdam Zwei Stürze, verpasste Ziele, aber auch erfreuliche Fortschritte: Für Gino Vetter und Leni Bohle verlief die Kunstturn-WM in Rotterdam nicht ganz nach Wunsch. Beide bewiesen jedoch Moral und zeigten ihr Potenzial.

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Am Pauschenpferd erreichte Gino Vetter 12,833 Punkte.

Für Gino Vetter war es eine Weltmeisterschaft mit Höhen und Tiefen. Der 20-jährige Lustenauer musste bei seinem zweiten WM-Auftritt gleich zwei empfindliche Rückschläge verkraften. Sowohl am Reck als auch beim Sprung unterliefen ihm Stürze, die eine bessere Platzierung verhinderten. Doch Österreichs einziger WM-Starter ließ sich davon nicht aus der Bahn werfen und überzeugte an den übrigen vier Geräten mit soliden Leistungen.

Am Ende standen 74,764 Punkte und Rang 64 unter 102 Teilnehmern zu Buche. Damit verbesserte Vetter sein Mehrkampfergebnis von der WM-Premiere 2025 um mehr als zwei Punkte. Ein Fortschritt, der angesichts der Fehler besonders bemerkenswert ist.

Potenzial gezeigt nach Stürzen

“Ich bin froh, dass ich den frühen Schock gut wegstecken konnte. Abgesehen von den zwei Stürzen bin ich mit meiner Leistung an den übrigen vier Geräten zufrieden”, bilanzierte der Lustenauer.

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Akrobatisches Element von Vetter am Barren.

Besonders erfreulich: Vetter präsentierte teilweise Elemente, die er zuvor noch nie im Wettkampf gezeigt hatte. Am Boden sammelte er 12,933 Punkte, am Pauschenpferd 12,833 und an den Ringen 12,266 Zähler. Auch am Barren blieb er mit 12,866 Punkten stabil. Die Stürze beim Sprung (12,366) und am Reck (11,500) kosteten hingegen wertvolle Zähler.

Dass deutlich mehr möglich gewesen wäre, weiß Vetter selbst. “Im Vergleich zu meiner ersten WM war das auf alle Fälle eine Steigerung. Trotzdem habe ich noch sehr viel Luft nach oben, da ist noch viel Potenzial vorhanden.”

Sein WM-Ticket hatte sich Vetter bei der Europameisterschaft in Zagreb mit 77,032 Punkten und Rang 35 gesichert. An dieses Ergebnis konnte er in Rotterdam zwar nicht anschließen, die Entwicklung gegenüber seiner ersten Weltmeisterschaft stimmt dennoch zuversichtlich.

50-Punkte-Marke klar verpasst

Auch für Leni Bohle begann die Weltmeisterschaft alles andere als nach Wunsch. Die 19-jährige Mehrkampf-Spezialistin, die bereits zum dritten Mal bei einer WM antrat, musste zu Beginn einen Sturz beim Abgang vom Stufenbarren hinnehmen. Ein weiterer Fehler am Schwebebalken machte die Ausgangslage nicht einfacher.

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Leni Bohle musste am Stufenbarren einen Sturz beim Abgang hinnehmen.

Doch Bohle bewies Nervenstärke. Statt den missglückten Auftakt mit an die nächsten Geräte zu nehmen, fand sie zunehmend besser in den Wettkampf. Vor allem am Sprung gelang ihr mit 13,166 Punkten ein versöhnlicher Abschluss.

“Insgesamt war der Wettkampf okay, natürlich hätte es besser laufen können”, erklärte Bohle. Entscheidend war für sie vor allem, wie sie mit den Rückschlägen umging. “Ich weiß, was ich am Boden und am Sprung kann. Deswegen ist es mir nach dem bescheidenen Start gut gelungen, mich wieder auf die nächsten Geräte zu konzentrieren.”

Kunstturnen WM 2026 Rotterdam
Leni Bohle bei ihrer Bodenübung.

Mit 47,965 Punkten belegte Bohle schließlich Rang 76 unter 111 Starterinnen. Neben ihrer besten Wertung am Sprung erhielt sie 12,100 Punkte am Boden, 11,666 am Schwebebalken und 11,033 am Stufenbarren.

Ihr großes Ziel blieb damit unerreicht: Erstmals bei einem internationalen Großereignis wollte die EM-Mehrkampffinalistin von 2025 die 50-Punkte-Marke knacken. Bei der Europameisterschaft Mitte August war sie diesem Vorhaben mit 49,398 Punkten bereits nahegekommen.

Einen gemischten WM-Auftritt erlebte auch Charlize Mörz. Die 21-jährige Burgenländerin zeigte zunächst den besten Sprung ihrer internationalen Karriere, verpasste nach einem Fehler im zweiten Versuch aber das erhoffte WM-Finale. Mit 13,400 Punkten belegte sie Rang 15. Im Mehrkampf gelang ihr hingegen ein persönlicher Meilenstein: Erstmals übertraf sie international die 50-Punkte-Grenze und wurde 49.

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