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Eigentlich hat sich gar nicht viel verändert seit ihrem Abschied aus dem aktiven Biathlon-Weltcup: Dorothea Wierer (36) ist ständig unterwegs und steht im Mittelpunkt, wenn sie öffentlich auftritt. Wintersportfans jubeln ihr zu und hoffen auf Fotos, ein Autogramm oder ein Gespräch. Am Wochenende begeisterte die zweifache Gesamtweltcupsiegerin in ihrer neuen Rolle.
Beim „Loop One Festival“ im Münchner Olympiapark war die 36-Jährige erstmals als ARD-Expertin im Einsatz. An beiden Wettkampftagen kommentierte Wierer mit Christian Dexne die Rennen, führte mit Moderator Michael Antwerpes Interviews oder erklärte den Fernsehzuschauern mit dem zweiten Experten, Arnd Peiffer, was sich in den Köpfen der Athleten abspielt. Die Feuertaufe vor dem Weltcupstart in Kontiolathi (26. bis 29. November) hat die Südtirolerin gemeistert – und offenbar hat es den Zuschauern gefallen: Vor Ort wurde sie bei ihrem ersten Besuch überhaupt im Münchner Olympiapark gefeiert, im Internet sfinden sich praktisch nur positive Kommentare zum TV-Debüt der vierfache WM-Goldmedaillengewinnerin. „So authentisch, strahlend freundlich und exzellentes Fachwissen“. Die Fans überschütten die 36-Jährige mit Lob: „Kompetente Anaylse, natürliche Lockerheit!“ Im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern blickt Dorothea Wierer in einer kurzen Dreh- und Kommentatorenpause auf ihre Premiere als TV-Expertin zurück.
Frau Wierer, für die Biathleten war das Loop One Festival eine Art Standortbestimmung sechs Wochen vor dem Weltcupstart in Kontiolahti. Für Sie persönlich eine echte Premiere – als TV-Expertin. Wie ist es gelaufen?
Dorothea Wierer: Gut, ich habe ein sehr nettes Team um mich herum. Die Arbeit ist schon herausfordernd. Ich bin natürlich froh über diese Chance, aber es ist nicht so leicht, wie es ausschaut. (lacht)
Haben Sie sich schon daran gewöhnt, jetzt eine andere Perspektive auf den Biathlon-Sport zu haben?
Ja. Es ist cool zuzuschauen. Und ganz ehrlich: Es wäre nichts mehr für mich, jetzt wieder laufen zu müssen. Ich hab wirklich schnell ausgeklinkt.
Dann konnten Sie den ersten Sommer seit fast zwei Jahrzehnten ohne täglichen Druck trainieren zu müssen genießen?
Ich war so viel unterwegs, sogar mehr als vorher. Das war cool. Zeit für Sport hatte ich fast keine.
Aber Sie haben auch eine neue Sportart ausprobiert: Ende September haben Sie an einem Hyrox-Wettkampf (Indoor-Fitness mit abwechselnd Lauf- und Kraftübungen, Anm.d.Red.) in Rom teilgenommen.
Das mache ich nur, um ein bisschen fit zu bleiben. Nicht auf Profi-Niveau, sonst wäre es wie früher.