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19. Oktober 2026
Aus dem Olympiapark in München
Von:
Christoph Niederkofler
Etwa sechs Wochen vor dem Weltcup-Auftakt im finnischen Kontiolahti gaben sich zahlreiche prominente Biathletinnen und Biathleten bei der zweiten Ausgabe des Loop One Festivals im Münchner Olympiapark die Ehre. Doch während Lisa Vittozzi, Lukas Hofer und Co. auf der Strecke für Furore sorgten, rückte am Rande des Wettkampfes ein altbekanntes Gesicht in den Fokus.
Für Dorothea Wierer stand nämlich ein besonderes Debüt an: Die viermalige Weltmeisterin und zweimalige Gesamtweltcupsiegerin war erstmals als TV-Expertin in der ARD im Einsatz. Mit SportNews sprach die 36-Jährige aus Niederrasen, die nach den Olympischen Spielen 2026 in Antholz ihre Karriere beendet hat, über ihre neue Rolle und die damit verbundenen Herausforderungen.
„Es war eine coole Erfahrung und ich habe auch ein wirklich gutes Feedback bekommen.“ Dorothea Wierer
Mit ihrer Premiere in München zeigte sich Wierer zufrieden. „Es war eine coole Erfahrung und ich habe auch ein wirklich gutes Feedback bekommen – vor allem dafür, dass es mein erstes Mal war“, erzählte sie. „Aber ich bin auch selbstkritisch genug, um zu wissen, dass ich mich noch verbessern kann.“
Eine besondere Beobachtung machte die Biathlon-Ikone übrigens bereits. „Wenn wir Südtiroler Hochdeutsch reden, dann klingt das natürlich nicht so flüssig wie bei den Deutschen“, sagte sie. „Wenn wir unter uns reden, dann bauen wir die Sätze etwas anders auf – und so ist es dann doch auch irgendwie eine Herausforderung.“ Wie die Kommentare in den Sozialen Medien aber zeigen: Wierer kam bei den Zuschauern der ARD mit ihrer Art schon bei ihrem ersten Auftritt äußerst gut an.
In ihren Analysen soll Wierer ihre Erfahrung aus ihrer Bilderbuchkarriere einbringen. Das ist jedoch kniffliger, als es im ersten Moment scheint. Im Fernsehen ist ein strikter zeitlicher Rahmen gesetzt, ausschweifende Erklärungen sind daher eine Seltenheit. „Es ist aber auch schwierig, wenn man eine Szene von zehn Sekunden sieht und etwas erklären muss, wo die Ausführung vielleicht ein oder zwei Minuten dauern würde“, merkte sie an. „Da muss man sich überlegen, was man sagt oder ob es noch kürzer geht – und das muss alles im selben Moment passieren. Aber das ist 'Learning By Doing'.“
Für Dorothea Wierer hat ein neues Kapitel begonnen. © APA/afp / ODD ANDERSEN
Ihr nächster Einsatz als Expertin lässt übrigens nicht lange auf sich warten. Beim Saisonauftakt in Kontiolahti wird Wierer wieder in der ARD zu sehen sein. Bis dahin steht zumindest vorübergehend etwas Ruhe auf dem Programm. „Jetzt steht für mich erst einmal Urlaub an. Ich weiß aber noch nicht, was ich machen werde“, sagte Wierer.
Zuletzt hatte sich die Niederrasnerin an ihren ersten Hyrox-Wettkampf herangewagt – und das mit Erfolg. Langweilig wird Wieder also jedenfalls nicht. „Es kommt immer etwas dazu“, sagte sie mit ihrem typischen, herzhaften Lachen.