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Ski-Weltcup startet in Sölden: „Sicher, dass auch ein Podest drin ist“: Jonas Stockinger mit frischem Schwung in die Saison

Nach der vergangenen Saison war Jonas Stockinger (27) ganz froh, die Ski mal für ein paar Wochen ins Eck zu stellen. „Es war ein Auf und Ab“, sagt der Skirennfahrer aus Herzogsreut (Lkr. Freyung-Grafenau). Immer wieder gelangen ihm beeindruckende Läufe, zum Saisonende erreichte er einen starken elften Platz in Lillehammer. Überhaupt kam er im Frühjahr in Schwung.

Nur: Der Traum von Olympia erfüllte sich nicht, die Rennen in Bormio fanden ohne Stockinger statt. „Vielleicht habe ich mir zu viel Druck gemacht“, sagt er. So erkläre er sich auch seinen Formaufschwung nach den Olympischen Spielen, da sei er endlich freier gefahren, unbeschwerter, so wie er sich das vorstelle. „Nicht immer leicht“ sei es gewesen – da habe es gutgetan, mal ganz abzuschalten.

Nach Saisonende flog er mit seiner Freundin Laura in die USA. Dort war er schon öfter, meistens allerdings zum Skifahren. „Dieses Mal habe ich das Land ganz anders kennengelernt.“ Die beiden landeten in San Francisco, fuhren an der Westküste entlang nach Los Angeles und auch ins Landesinnere zu den Nationalparks. Ein paar Wochen abschalten vom Leben als Skifahrer – das Stockinger im Sommer natürlich schnell wieder einholte.

Schon im August saß Stockinger erneut im Flieger, wieder ging es auf einen anderen Kontinent. Dieses Mal war das Ziel der Reise das argentinische Ushuaia. Vier Wochen lang trainierten die Asse des Deutschen Skiverbandes (DSV) dort bei wenig, aber gutem Schnee.

Riesenslalom-Auftakt am Sonntag in Sölden

Stockingers Rücken machte keine Probleme, einmal zwickte die Hüfte, einmal das Knie. „Das ist normal“, sagt der 27-Jährige am Dienstag in Herzogenaurach. Dort bekamen er und seine Kollegen bei Adidas ihre Dienstkleidung für die kommende Saison. Für Stockinger beginnt diese an diesem Sonntag (1. Durchgang: 10 Uhr) in Sölden, wo er beim ersten Weltcuprennen der Saison in seiner Paradedisziplin Riesenslalom an den Start geht.

Alles in allem ist Stockinger zufrieden mit seiner Form. Trotz des heißen Sommers habe er gut trainieren können: auf Schnee in Argentinien, viel am Pitztaler Gletscher und am vergangenen Wochenende auch schon am Weltcuphang in Sölden.

Stockinger ist nun Teil eines fünfköpfigen Riesenslalom-Teams um Parallel-Weltmeister Alexander Schmid. DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier erhöhte am Dienstag schon mal den Druck. „Die sind so gut, da müsste eigentlich in der Endabrechnung der Saison einer unter den ersten acht und ein weiterer unter den besten 15 sein“, sagte er. Maier fordert von den Athleten um Stockinger, den nächsten Schritt zu machen und sich regelmäßig weit vorn zu platzieren.

Bayerwald-Fans machen sich bereit

Ist das realistisch? „Natürlich“, sagt Stockinger. „Ich bin sicher, dass auch ein Podest drin ist.“ Auch für ihn? „Wenn alles klappt, warum nicht?“ Stockinger zeigt sich gewohnt ehrgeizig und selbstkritisch. Er hat erneut viel an seinem Körper gearbeitet, in der Sportschule Kinema mit Athletiktrainer Sepp Maurer an Kraft und Explosivität gefeilt. Der Rennfahrer vom SC Herzogsreut brennt darauf, endlich mal zwei starke Durchgänge ins Ziel zu bringen. Er sagt, er wisse, dass er das draufhabe.

Auch im Super-G will er sich weiterentwickeln, sagt er. Mit seinem Skiausrüster Völkl habe er ein wenig am Material getüftelt, mittelfristig will er auch dort in den Weltcup. Aber zuerst geht es nach Sölden ins Ötztal, wohin ihm wieder viele Fans des SC Herzogsreut folgen werden. Vor zwei Jahren kam Stockinger zur Saisoneröffnung auf Platz 25, in der Vorsaison auf Rang 19. Nun soll es weiter nach vorn gehen.

„Der Sprung in die Top 10 wäre der logische nächste Schritt in dieser Saison“, sagt er mit Blick auf die Weltcuprennen und die Weltmeisterschaft im Februar im schweizerischen Crans-Montana. Und wenn es noch weiter nach vorn geht, hätte der Herzogsreuter natürlich auch nichts dagegen.

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