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DFB-Kader: Klopp muss auf eine Nominierung von Füllkrug verzichten

Klopp beruft nächsten DFB-KaderFüllkrug hat sich eine Nominierung verdient – und doch sollte er nicht dabei sein

 Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelt nach seinem Tor gegen Augsburg.
Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelt nach seinem Tor gegen Augsburg.

Meinung | Düsseldorf · Nach seiner Rückkehr an die Weser trifft Niclas Füllkrug am laufenden Band. Die Forderungen nach einer Nominierung fürs DFB-Teams kommen berechtigterweise. Kann Jürgen Klopp bei seiner Kaderbekanntgabe am Donnerstag auf den besten deutschen Stürmer verzichten? Er sollte sogar – aus guten Gründen.

Zwei Jahre sind im Fußball eine endlos lange Zeitspanne: Wer weiß das besser als Niclas Füllkrug? Im Sommer 2024 wechselte der Stürmer nach einer guten Saison bei Borussia Dortmund und einer erfolgreichen Heim-EM für satte 27 Millionen Euro zu West Ham United. Seitdem hat sich seine Welt mehrfach um 180 Grad gedreht. In der Premier League kam Füllkrug nie so richtig in Tritt, erzielte in anderthalb Jahren nur drei Tore für den Klub aus London. Es folgte die Leihe zur AC Mailand, wo er aber auch nur einmal traf.

Zwei Jahre nach seinem großen Wechsel zu West Ham unkten nicht wenige Beobachter, dass Füllkrugs erfolgreiche Jahre im Profifußball vorbei sein könnten – die Rückkehr an die Weser zu seinem Heimatverein nach Bremen wurde mehr als kritisch beäugt. Kann das wirklich funktionieren?

Es kann. Und wie: An alter Wirkungsstätte spielt der 33-Jährige plötzlich wieder groß auf. Zwölf Tore erzielte der Stürmer bereits in zehn Partien, traf dabei an allen acht Bundesliga-Spieltagen und stellte damit den Rekord von Werder-Ikone Rudi Völler ein. Kommt es schon bald zum direkten Zusammentreffen mit DFB-Sportdirektor Völler beim Nationalteam?

Füllkrug ist zu alt für den Neuanfang beim DFB

Die Rufe nach einer Nominierung des aktuell erfolgreichsten deutschen Stürmers sind in den vergangenen Wochen zumindest immer lauter geworden. Immerhin sehen wir momentan wohl den besten Füllkrug aller Zeiten, der sich mit seinen Leistungen ein DFB-Comeback zweifelsohne verdient hätte. Sollte so jemand nicht zwingend Teil der Nationalmannschaft sein?

27 Bilder DFB: So könnte der zweite Klopp-Kader aussehen – Nominierung am Donnerstag
So könnte der zweite Klopp-Kader beim DFB-Team aussehen 27 Bilder Foto: Sven Hoppe/dpa/Sven Hoppe

Während Völler die Tür für eine DFB-Rückkehr des 24-fachen Nationalspielers einen Spalt öffnete („Gute Leistungen in der Bundesliga helfen“), hielt sich Jürgen Klopp vor seiner Kadernominierung am Donnerstag bedeckter: „Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld“, sagte der Bundestrainer.

Und damit thematisierte Klopp bereits ein offensichtliches Problem, das ein Füllkrug-Comeback im Nationaltrikot mit sich bringen würde. Er ist zu alt für den Neuanfang beim DFB und sollte daher am Donnerstag nicht nominiert werden.

Klopp hat als Bundestrainer eine enorm knifflige Mission übernommen: Er soll den deutschen Fußball retten und das Nationalteam nach Jahren der Erfolglosigkeit bei internationalen Turnieren wieder zurück in die Weltspitze führen. Der erste wirkliche Lackmustest dafür wird die Europameisterschaft 2028 in Großbritannien. Dem Ziel, dort eine schlagkräftige Truppe mit der Klopp-DNA auf den Platz zu schicken, ordnet der Bundestrainer zurecht alles unter. Insbesondere der kurzfristige Erfolg in der Nations League spielt für den 59-Jährigen keine Rolle.

DFB-Team braucht junge und entwicklungsfähige Achse

Mit den 44 nominierten Spielern im September startete Klopp sein XXL-Casting, um sich nun in den kommenden Länderspielpausen an den Kader anzunähern, der bei der EM 2028 bestehen soll. Dafür braucht es eine Achse aus jungen und entwicklungsfähigen Nationalspielern, die die Zukunft im DFB-Team prägen können. Füllkrug ist zum Zeitpunkt des Turniers bereits 35 Jahre alt. Eine Nominierung des Bremers wäre die Entscheidung für kurzfristigen Erfolg, nicht aber für eine langfristige Vision. Der Grundstein muss jetzt ohne den Bremer gelegt werden.

Zumal es ein viel zu großes Wagnis wäre, jetzt auf die Dienste eines Stürmers zu setzen, dessen Leistungsfähigkeit 2028 nicht zuletzt aufgrund seines fortgeschrittenen Alters schwer abzusehen ist. Denn zwei Jahre sind im Fußball eine endlos lange Zeitspanne, in der sich viel verändern kann: Niemand weiß das besser als Füllkrug selbst.

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