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Die Wiedereröffnung der Kunsteisbahn am Königssee rückt immer näher: Bald jagen wieder die Bob- und Rodelfahrer durch die Eisarena. Projektleiter Fabian Amort über den aktuellen Stand und worauf sich die Zuschauer künftig besonders freuen können.
Schönau am Königssee – Noch wird fleißig gehämmert, geschraubt und gelärmt, doch der Countdown läuft: Die Kunsteisbahn am Königssee steht kurz vor ihrer Wiedereröffnung, nachdem sie bei einem Unwetter im Juli 2021 schwer beschädigt wurde. Schon in wenigen Tagen sollen erstmals wieder Bob- und Rodelfahrer hinabstürzen, am 11. November steht die offizielle Einweihung bevor. „Weil die Firmen so toll zusammengearbeitet haben, wird alles pünktlich fertig. Das ist eigentlich eine Rekordzeit“, freut sich Projektleiter Fabian Amort, der damit die reine Bauzeit meint.
Schließlich begann im April 2024 der Wiederaufbau und man sah sich schon auf dem guten Weg, im November 2025 wieder loszulegen, ehe Probleme bei den Kältemittelleitungen für einen regelrechten Schock im Berchtesgadener Land sorgten. Doch davon ist bei der Besichtigung der Baustelle nichts mehr zu spüren. Die „größte Baustelle“ der vergangenen Monate – Kurve 12, auch „Kehlstein-Kurve“ genannt – wurde kernsaniert. Die soll zwar der früheren Kurve ähneln, doch Ein- und Ausfahrt werden sich für die Sportler künftig anders anfühlen. „Natürlich gibt es vereinzelt Veränderungen, das ging bei den ganzen Schäden einfach nicht anders“, so Amort zur neuen alten Strecke.
Neben der beinahe vollständigen Überdachung der Bob- und Rodelbahn können sich die Zuschauer auf ein neues, besonderes Schmankerl freuen: Der obere Besucherbereich wird zwar erst final im zweiten Bauabschnitt (dazu später mehr) fertiggestellt. Doch künftig lässt sich hier der Bob-Start aus nächster Nähe beobachten. „Das ist schon eine große Neuerung, weil das früher nicht möglich war. Andere Bahnen haben das auch“, merkt Amort an. Überhaupt wurde ein Großteil der Bahn überdacht, um das Eis vor der Witterung zu schützen und damit Energie einzusparen: Auch das ist neu.
Zu den offensichtlichsten Veränderungen gehört im oberen Bereich nicht nur die sogenannte Geschiebedosiersperre. Sie soll künftig verhindern, dass über den Klingerbach erneut Bäume und Geröll nach unten geraten und für Verwüstungen sorgen. An normalen Tagen ist der Wildbach kaum mehr als ein Rinnsal: Die schlimmen Auswirkungen beim Unwetter vor sechs Jahren sind beim Anblick kaum vorstellbar.
Im Startgebäude halfen damals zahlreiche Eltern und Sportler beim Aufräumen mit, als sich die Räume bis zu zwei Meter hoch mit Schlamm, Geröll und Wasser gefüllt hatten. Heute erstrahlt alles wieder im neuen Glanz: Während die Handwerker letzte Handgriffe tätigen, nehmen die Umkleiden immer mehr Form an. Überhaupt wurde auch hier vieles erneuert: Wärmepumpe statt Gas, eine Fußbodenheizung, LED‑Beleuchtung, ein barrierefreies WC. Nach der Wiedereröffnung werden die Bauarbeiten im Frühjahr 2027 wieder aufgenommen, wenn der Herrenrodelstart neu gebaut und die alte obere Rodelbahn angeschlossen wird. Für den zweiten Bauabschnitt wird der März angepeilt.
Den Neustart der Kunsteisbahn kann auch Landrat Michael Koller kaum abwarten. „Die Vorfreude ist riesig“, wie er am Rande der Besichtigung verrät. Am Tag nach dem schweren Unwetter war er sofort vor Ort und begutachtete die Schäden unter anderem mit dem damaligen Finanzminister und späteren Bundeskanzler Olaf Scholz. „Wir hatten die Hoffnung, zügig in den Wiederaufbau zu kommen“, erinnert er sich, „aber es mussten viele Planungen und Abstimmungen geleistet werden. Jetzt sind wir an dem Punkt, auf den sich die ganze Region freut.“