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Aus einem Traumstart ist für den MSV Duisburg ein bitterer Nachmittag geworden. Gegen den VfB Stuttgart II reichte selbst eine 3:0-Führung nicht zum Sieg. Die Zebras mussten sich nach einem späten Gegentreffer mit einem 3:3 (3:1) begnügen und sind damit seit drei Spielen ohne Dreier. Besonders schmerzhaft: Auch die Tabellenführung in der 3. Liga ist vorerst verloren.
Nur wenige Augenblicke trennten den MSV Duisburg noch von einem wichtigen Heimsieg. Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang den Gästen aus Stuttgart der Ausgleich. Julian Lüers verarbeitete eine Hereingabe von der linken Seite und legte für Eliot Bujupi auf. Der eingewechselte Angreifer traf aus rund 13 Metern zum 3:3 und bescherte seiner Mannschaft einen Punkt, der lange Zeit völlig außer Reichweite gelegen hatte.
Bereits zuvor hatte Duisburgs Torhüter Maximilian Braune mehrfach eingreifen müssen. Gegen Tim van der Leij und Bujupi verhinderte er weitere Gegentreffer. Am Ende konnte aber auch der Schlussmann den vollständigen Verlust des komfortablen Vorsprungs nicht verhindern. Dabei hatte der MSV die Partie über weite Strecken der zweiten Halbzeit mit großem kämpferischem Aufwand verteidigt. Die Gäste bestimmten das Geschehen, fanden gegen die tief stehenden Duisburger zunächst allerdings kaum Lösungen. Erst ein Foulelfmeter brachte Stuttgart wieder entscheidend heran. Kapitän Rasim Bulic hatte van der Leij im Strafraum am Trikot gehalten. Der Gefoulte verwandelte in der 73. Minute selbst zum 3:2.
Dass die Hausherren überhaupt derart unter Druck gerieten, lag vor allem an einer folgenschweren Szene kurz vor der Halbzeit. Tobias Fleckstein stoppte Oliver Rölke in der 39. Minute als letzter Verteidiger durch ein Halten am Trikot. Schiedsrichter Martin Wilke wertete das Vergehen als Notbremse und zeigte dem Duisburger die Rote Karte.
Die Gäste nutzten den anschließenden Freistoß sofort. Alexander Groiß schoss den Ball aus rund 17 Metern unter der Mauer hindurch zum 3:1 ins Netz. Damit änderten sich die Voraussetzungen grundlegend. Der MSV musste seine deutliche Führung fortan in Unterzahl verteidigen, während die Mannschaft von Trainer Nico Willig zunehmend die Initiative übernahm. Was zuvor nach einem souveränen Heimsieg ausgesehen hatte, entwickelte sich zu einer kräftezehrenden Abwehrschlacht.
Besonders ärgerlich ist das Ergebnis aus Duisburger Sicht wegen der bemerkenswerten Anfangsphase. Die Mannschaft hatte die Stuttgarter Defensive zunächst nahezu nach Belieben beschäftigt. Lex Tyger Lobinger eröffnete den Torreigen bereits in der fünften Minute nach einer Vorlage von Conor Noß. Nur drei Minuten später war der Angreifer erneut zur Stelle und köpfte einen Freistoß von Can Coskun zum 2:0 ins Tor.
In der elften Minute erhöhte Aljaz Casar nach Vorarbeit von Dominik Kother auf 3:0. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass die Gäste noch einmal zurückkommen könnten. Duisburg hätte den Vorsprung sogar weiter ausbauen können. Noß scheiterte nach 21 Minuten frei vor dem Stuttgarter Torhüter, Rasim Bulic verfehlte später aus kürzester Entfernung das leere Tor. Auch Kother ließ eine weitere Gelegenheit ungenutzt. Diese vergebenen Möglichkeiten bekamen nach dem Platzverweis eine zusätzliche Bedeutung.
Für Duisburg setzt sich damit eine schwierige Phase fort. Auf das 1:1 gegen Viktoria Köln und die 1:2-Niederlage beim FC Ingolstadt folgt nun die nächste Partie ohne Sieg. Nach dem starken Saisonstart hat die Mannschaft von Trainer Dietmar Hirsch damit erstmals drei Drittligaspiele hintereinander nicht gewonnen. Immerhin bleibt die lange Serie ohne Heimniederlage bestehen. Der letzte Punktspielverlust im eigenen Stadion datiert weiterhin aus dem Januar 2025. Angesichts des Spielverlaufs dürfte sich das Unentschieden dennoch wie eine Niederlage anfühlen.
Auch die Tabellenkonstellation verschärft sich: Viktoria Köln zieht am MSV vorbei und übernimmt die Spitzenposition. Für die Duisburger geht es nun darum, nach den jüngsten Rückschlägen wieder mehr Stabilität zu entwickeln. Denn der Auftritt gegen Stuttgart II hat gezeigt, wie schnell selbst eine vermeintlich komfortable Führung in Gefahr geraten kann.