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Das Autódromo José Carlos Pace, besser bekannt als Interlagos, gehört zu den traditionsreichsten Rennstrecken der Formel 1. Auf dem anspruchsvollen Kurs in São Paulo wurde schon so manche Weltmeisterschaft entschieden. Hier wurden historische Siege gefeiert und spektakuläre Regenrennen gefahren, die den Puls eines jeden Fans bis zum Anschlag treiben.
Die Kombination aus Höhenunterschieden, schnellen Kurven und unberechenbarem Wetter macht den Brasilien-GP besonders. Die typisch südamerikanischen Regenschauer können die Streckenbedingungen schnell verändern und machen den Kurs im Süden der Metropole São Paulo zu einem echten Härtetest für Mensch und Maschine. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick zurück in die Geschichtsbücher und verrät, welche Faktoren für ein erfolgreiches Rennen in Brasilien entscheidend sind.
Der Name Interlagos geht auf die beiden benachbarten Stauseen Guarapiranga und Billings zurück und bedeutet übersetzt "zwischen den Seen". Das Autódromo José Carlos Pace ist nach dem brasilianischen Rennfahrer José Carlos Pace benannt, der 1977 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Die Strecke ist 4,309 Kilometer lang und hat 15 Kurven.
Die Strecke wurde zwischen 1938 und 1940 erbaut. Die Formel 1 gastierte 1973 erstmals als offizieller WM-Lauf in Interlagos, damals noch auf einem längeren Layout (7,96 Kilometer) und wurde erst nach einem großen Umbau 1989 auf die heutige Länge verkürzt. Erst nach einem großen Umbau wurde der Kurs auf die heutige Länge verkürzt, seit 1990 wird auf der neuen Strecke gefahren. Das Autódromo José Carlos Pace ist sehr schnell, technisch anspruchsvoll und von vielen Bodenwellen geprägt. Laut den Fahrern wird besonders die Nackenmuskulatur stark beansprucht.
Die Rennstrecke gliedert sich in drei Sektoren, von denen jeder seinen ganz eigenen Charakter besitzt. Von sehr schnell in Sektor eins mit der berühmten Senna-S-Kombination über einen eher langsamen und technischen Sektor zwei im Infield bis hin zu einer bergauf führenden Vollgaspassage in Sektor drei ist alles dabei. Der Kurs wird gegen den Uhrzeigersinn befahren und verlangt einen guten Kompromiss aus Abtrieb und Luftwiderstand.
Key Facts zur Strecke
Michael Schumacher ist mit insgesamt vier Grand-Prix-Siegen (1994, 1995, 2000, 2002) der erfolgreichste Fahrer in Interlagos. Alain Prost gewann sogar sechs Mal den Brasilien-GP, allerdings wurden fünf dieser Rennen auf dem ehemaligen Kurs in Rio de Janeiro ausgetragen. Den Rekord für die meisten Pole-Positions teilen sich Ayrton Senna, Mika Häkkinen, Felipe Massa, Rubens Barrichello und Lewis Hamilton.
Auch die Rundenrekorde beeindrucken. Sie haben schon ein paar Jahre Bestand und konnten von der neuen Generation der Formel-1-Boliden noch nicht unterboten werden. Valtteri Bottas fuhr 2018 in 1:10,540 Minuten die schnellste Rennrunde, während Lewis Hamilton im Qualifying desselben Jahres in 1:07,281 Minuten die schnellste Runde jemals drehte. Daneben gibt es Leistungen, die zwar nicht im Rekordbuch stehen, aber definitiv eine Erwähnung verdienen.
Max Verstappen gewann 2024 im Regen von Startplatz 17 aus, machte 16 Positionen gut und siegte mit 19,477 Sekunden Vorsprung. Ein weiterer ausgewöhnlicher Sieg ereignete sich im Jahr 2003. Giancarlo Fisichella gewann im Jordan ein chaotisches Regenrennen, das vorzeitig abgebrochen wurde. Erst nachträglich wurde er offiziell zum Sieger erklärt.
Bereits vor dem offiziellen WM-Debüt gab es 1972 ein Formel-1-Rennen in Interlagos. Es zählte allerdings nicht zur Weltmeisterschaft, und es wurden auch keine offiziellen Punkte vergeben. Von 1973 bis 1977 fand dann der offizielle WM-Lauf statt, ehe die Formel 1 ab 1978 auch teilweise in Rio de Janeiro fuhr. Seit 1990 ist São Paulo die Heimat der Formel 1 in Brasilien und wird es bis einschließlich 2030 bleiben. Seit 2021 trägt das Rennen offiziell den Namen São Paulo Grand Prix.
| Kategorie | Fahrer und Rekord |
|---|---|
| Rekordsieger: | Michael Schumacher (4) |
| Rekord-Polesetter: | Ayrton Senna, Mika Häkkinen, Felipe Massa, Rubens Barichello, Lewis Hamilton (jeweils 3) |
| Rundenrekord absolut: | 1:07,281 Minuten (Lewis Hamilton, Mercedes, 2018), Durchschnittsgeschwindigkeit: 230,6 km/h |
| Schnellste Rennrunde: | 1:10,540 Minuten (Valtteri Bottas, Mercedes, 2018); Durchschnittsgeschwindigkeit: 219,9 km/h |