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F1-Sieg nicht nur Ferrari-Geschenk: Plötzlich kann Verstappens Red Bull auch gut starten
Max Verstappen siegte in Mexiko mit kräftiger Ferrari-Unterstützung, Foto: IMAGO / PsnewZ

Eigentlich sprach kaum etwas für Max Verstappen vor dem Formel-1-Rennen in Mexiko. Der Rekordsieger auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez ging nur von P5 in einen Grand Prix, in dem Überholen vollkommen zu Recht als extrem schwierig galt. Es kam also alles auf den Start an - die große Schwachstelle in der bisherigen Red-Bull-Saison.

Doch am Ende des Tages steht er mit einem weiteren Triumph auf seiner nun erfolgreichsten Strecke da. Ermöglicht wurde dieser durch zwei Aspekte: Einerseits eine perfekte Vorstellung inklusive zweier gelungener stehender Starts und auf der anderen Seite ein beinahe beispielloses Eigentor der beiden Ferrari-Fahrer auf der ersten Runde.

Ferrari beschenkt Verstappen auf Runde 1

Dass Lewis Hamilton und Charles Leclerc nach einem gelungenen Start in Kurve 4 mit harten Bandagen kämpften und sich beide bei ihrem Bremspunkt verschätzten, war ein Geschenk des Himmels für den viermaligen Formel-1-Weltmeister, der schon vor Kurve 1 beide Mercedes einkassiert hatte. "Der erste Start hat mein Rennen ein bisschen besser gemacht und dann hat mich natürlich der Kampf in Kurve 4 in eine gute Position gebracht", bilanzierte er nach dem Ziel.

Hamilton war nach seinem Ausrutscher in Kurve 4 ein leichtes Opfer für Verstappen, Leclerc stand mit seiner Strafe mit dem Rücken zur Wand und wurde schließlich beim Absitzen dieser ebenfalls ein Opfer des Niederländers. Ohne dieses Geschenk auf der ersten Runde wäre es wohl nichts mit Platz 1 geworden, ist Verstappen überzeugt. Denn zu keinem Zeitpunkt sah seine Pace schneller aus als jene von Hamilton oder Leclerc. Ganz im Gegenteil. "Nachdem uns die Strafe von Charles in Führung gebracht hatte, konnten sie immer an mir dranbleiben", stellte der Red-Bull-Pilot fest.

Hingegen im ersten Stint hatte er sich strecken müssen, um sich irgendwie an den letzten Zehnteln des notwendigen 5-Sekunden-Fensters von Leclerc festzuklammern: "Ich konnte nicht wirklich an ihm dranbleiben." Das größte Risiko, das letztendlich keines war, war wohl die Strategie von Red Bull. Denn durch die Medium-Startreifen mussten ihm die Strategen schon 44 Runden vor Schluss den weichsten Reifen aufstecken.

Max Verstappen glänzt bei Red-Bull-Schwachstelle: Zwei gute Starts in Mexiko

Der Verschleiß war auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez gering, gleichzeitig ging die Track Position aber über alles. Denn der Overtake-Modus erwies sich als viel zu schwach, um Überholgelegenheiten zu eröffnen, gleichzeitig war Windschatten aufgrund des erforderlichen Temperatur-Managements eher Feind als Freund. Ob die Softs bis ins Ziel nicht doch irgendwann zu stark nachgelassen hätten, wird unklar bleiben. Dafür sorgte die rote Flagge nach dem Unfall von Valtteri Bottas.

Dass der RB22 auch beim zweiten stehenden Start meistergültig wegzog, grenzt beinahe schon an ein Wunder. Schließlich waren die Starts ja der große Schwachpunkt des Red Bulls in diesem Formel-1-Jahr gewesen. Teamchef Laurent Mekies erfüllte das mit Freude. Denn Starts sind in der Königsklasse ja keine reine Fahrerangelegenheit, sondern hängen auch direkt mit den Einstellungen zusammen.

Die Kalibrierung der Kupplung oder die Drehzahl- und Grip-Berechnungen sind Aufgabe der Mechaniker, auf die sich ein Fahrer verlassen muss. Deshalb lobte Teamchef Laurent Mekies für die gelungenen Starts auch das gesamte Team: "Ich bin stolz, dass sie heute in der Lage waren, uns das Bestmögliche zur Verfügung zu stellen."

Eine grundsätzliche Lösung für das Problem der äußerst inkonstanten Starts sei das aber noch keineswegs, mahnt der Franzose an: "Wir sind noch immer nicht die Messlatte. Aber wir arbeiten in Milton Keynes stark daran, diese zu verbessern, und wir haben heute sehr viele dieser Fortschritte unter Hochstress-Bedingungen gesehen."

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