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Für Francesco Bagnaia ist das MotoGP-Wochenende in Katar vorzeitig beendet. Beim heftigen Crash am Samstag im Sprint, der von Fermin Aldeguer ausgelöst wurde, hat sich Bagnaia beim Aufprall auf den Asphalt zwei Knochenbrüche im rechten Fuß zugezogen.
Laut Stellungnahme von Ducati am Samstagabend wird Bagnaia "in den kommenden Stunden nach Italien zurückfliegen, um dort operiert zu werden. Seine Genesung wird stets beobachtet werden, um die Chancen für ein mögliches Comeback einzuschätzen".
Abhängig davon, wie die Genesung nach OP verläuft, wird sich entscheiden, wie lange Bagnaia ausfallen wird. Fest steht: Er wird mindestens den Grand Prix am Sonntag auf dem Lusail International Circuit in Katar verpassen, möglicherweise noch weitere der verbleibenden Rennen im MotoGP-Kalender 2026.
Nach dem Crash zwischen Aldeguer und Bagnaia, der sich direkt in der ersten Runde in der letzten Kurve (Kurve 16) zugetragen hatte, wurde der Sprint in Lusail mit der roten Flagge unterbrochen, bevor das auf 10 Runden verkürzte Samstagsrennen neu gestartet wurde.
Bagnaia befand sich zu diesem Zeitpunkt im Medical-Center der Strecke und wurde von dort anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Von ihm liegt bislang keine persönliche Stellungnahme vor.
MotoGP-Arzt Angel Charte teilte in einer Stellungnahme mit: "Erste medizinische Untersuchungen, die bei Francesco Bagnaia im Medical-Center des Lusail International Circuit durchgeführt wurden, haben zwei Frakturen im rechten Fuß ergeben, konkret am vierten und fünften Mittelfußknochen. Der Fahrer wird heute Abend für weitere Untersuchungen in das Krankenhaus von Doha verlegt, um festzustellen, ob die Frakturen operiert werden müssen."
Passiert ist der Unfall in Kurve 16, nachdem Bagnaia dort am Ende der ersten Runde an fünfter Stelle fahrend von Aldeguer am Hinterrad seiner Werks-Ducati getroffen wurde. Daraufhin wurde Bagnaia in hohem Bogen durch die Luft geschleudert und prallte hart auf dem Asphalt auf. KTM-Pilot Pedro Acosta fuhr als Sechster direkt hinter Bagnaia und direkt vor Aldeguer, als sich Letztgenannter auf seiner Gresini-Ducati verschätzte.
"Wenn man sich den Crash anschaut, sieht er spektakulär aus. Das Manöver war aber ehrlich gesagt gar nicht so verrückt", meint Aldeguer und erklärt: "Ich wollte Pedro [Acosta] überholen. Er war schlecht aus Kurve 15 herausgekommen, woraufhin ich eine Chance sah, in der letzten Kurve vorbeizugehen."
"Aber weil er schlecht aus der Kurve herausgekommen war, versuchte er natürlich seine Position zu verteidigen. Wir fuhren ein wenig rechts von der Mitte der Fahrbahn. Und wir wissen ja, wenn man hier in Katar von der Ideallinie wegfährt, dann ist es im Grunde eine Lotterie."
Fermin Aldeguer hat sich bei Ducati für den Crash in Kurve 16 entschuldigt
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Damit spricht Aldeguer auf den Umstand an, dass der in der Wüste gelegene Lusail International Circuit abseits der Ideallinie oft sehr sandig und schmutzig ist. War das der Grund dafür, dass er sich verschätzt hat und schließlich das Hinterrad von Bagnaias Werks-Ducati getroffen hat?
"Nun, ich konnte das Motorrad nicht so verzögern wie ich mir das vorgestellt hatte. Es war aber nicht so, dass ich zu spät gebremst hätte. Es war einfach eine unglückliche Situation. Ich würde sogar sagen, dass ich früher gebremst habe, weil ich schon ahnte, was kommen würde. Aber natürlich lehnte sich 'Pecco' schon mit einem weiten Bogen in die Kurve, um den Kurvenausgang vorzubereiten. In diesem Moment sind wir zusammengestoßen", so Aldeguer.
Pedro Acosta, der den Unfall zwischen Aldeguer und Bagnaia aus nächster Nähe erlebt hat, weil er genau in diesem Moment von Aldeguer überholt wurde, zeigt Verständnis für den Gresini-Piloten.
"Es ist lange her, dass wir einen solchen MotoGP-Crash gesehen haben. Ich hoffe, dass 'Pecco' okay ist und er sich schnell erholen wird. Das Manöver [von Aldeguer] war sicherlich aggressiv und kam vielleicht ein bisschen früh. Ich kann ihn aber verstehen", so Acosta.
Der indirekt beteiligte Pedro Acosta nimmt Fermin Aldeguer in Schutz
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
"Er ist gerade erst von einer Verletzung und Auszeit zurückgekehrt. In einer solchen Situation ist es nicht einfach, wenn du die die erste Woche wieder auf einem MotoGP-Bike sitzt."
"Du musst dich erst wieder gewöhnen an die Aerodynamik und daran, welchen Einfluss sie auf das Motorrad hat. Denn manchmal ist das Ganze in der Tat ein bisschen unnatürlich. Fehler passieren allen mal", so Acosta.
Derweil schließt Unfallverursacher Aldeguer seine Ausführungen mit den Worten: "Ich möchte mich bei 'Pecco' und dem Team entschuldigen. Ich habe direkt bei seiner Box angehalten und versucht, die Situation so klar wie möglich zu erklären."
Im Gegensatz zu Bagnaia konnte Aldeguer am Neustart teilnehmen. Als Strafe für das Versuchen des Crashs wurde dem Gresini-Piloten seitens der MotoGP-Rennkommissare eine doppelte Long-Lap-Penalty aufgebrummt. Die beiden Umwege durch die Strafspur absolvierte er wie vorgeschrieben. Ins Ziel des verkürzten Sprints kam Aldeguer schließlich auf P11 und damit nur knapp außerhalb der Punkteränge.