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Ducati-CEO hofft für Bagnaia auf "Finale, das wunderbarer Story gerecht wird"

Auf der EICMA in Mailand äußerte sich Ducati-CEO Claudio Domenicali über "Pecco" Bagnaia, Marc Marquez und deren gänzlich unterschiedliche MotoGP-Saison 2026

(Motorsport-Total.com) - Der MotoGP-Tross ist - mit Ausnahme von Yamaha - in Katar angekommen, wo an diesem Wochenende die drittletzte Station der Saison 2026 ausgetragen wird. Das Rennwochenende auf dem Lusail International Circuit könnte Marc Marquez vorzeitig den WM-Titel bescheren.

© Gold and Goose Photography / LAT Images

Claudio Domenicali äußert sich zur Saison von Francesco Bagnaia und Marc Marquez Zoom

Seinen ersten Matchball würde der Ducati-Werkspilot verwandeln, wenn er im Sprint und im Grand Prix zusammengerechnet 30 Punkte mehr einfährt als der noch nicht wieder hundertprozentig genese Jorge Martin und zudem acht Punkte mehr als Marco Bezzecchi. Dass es so kommt, hält Marquez selber für unwahrscheinlich.

Doch nicht Lusail in Katar, sondern Mailand in Italien stand in dieser Woche gewissermaßen im Mittelpunkt der Motorradwelt. Bei der dortigen EICMA, einer der größten Motorradmessen weltweit, war auch Ducati-CEO Claudio Domenicali vor Ort.

Für Sky Sport Italia gab Domenicali ein Interview, dass unsere Kollegen von Motorsport.com Italien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, wiedergegeben haben.

Darin spricht der CEO von Ducati über den bisherigen Verlauf und die Schlussphase einer Saison, die dem Hersteller aus Borgo Panigale den fünften aufeinanderfolgenden MotoGP-Fahrertitel bringen könnte - etwas, das nach dem Grand Prix von Italien in Mugello wie Science-Fiction erschien, und das nun tatsächlich Wirklichkeit werden könnte.

WM-Situation für Ducati nach Mugello "so gut wie hoffnungslos"

"Es war bisher eine außerordentlich spannende Saison, und es stehen noch drei Rennen aus. Ich muss sagen, dass wir einen äußerst schwierigen Start hatten, zum Teil deswegen, weil Marc, der in dieser Saison unser Spitzenfahrer war, zu Beginn des Jahres nicht in Bestform war", so Domenicali.

"Die Nachwirkungen der Verletzung, die er sich beim Sturz mit Bezzecchi im vergangenen Jahr in Indonesien zugezogen hatte, waren noch schwerwiegend und deutlich spürbar, sodass er in den ersten Rennen nicht ganz er selbst war."

"Hinzu kam noch das Problem mit einer Schraube, die nicht richtig festgezogen worden war. Deshalb hatte [Marquez] einige völlig unerklärliche Stürze. Er musste operiert werden und verpasste zwei Rennen. Und so hatten wir nach Mugello 102 Punkte Rückstand. Die Saison war damit für fast alle so gut wie hoffnungslos verloren, nur nicht für Marc und das Team."

Für Marquez und für Bagnaia verlief die Saison 2026 gänzlich unterschiedlich Zoom

"Sie haben daran geglaubt und angefangen, gute Leistungen zu zeigen. Wir hatten auch ein bisschen Glück, denn unsere Konkurrenten hatten mehr Probleme als wir erwartet hätten. Drei Rennen vor Schluss liegen wir jetzt also an der Spitze der WM-Tabelle. Jetzt müssen wir in jedem verbleibenden Rennen gut abschneiden und dann werden wir sehen, ob wir bis zum allerletzten Moment um den Titel kämpfen können."

Francesco Bagnaia versucht das Positive zu sehen

Auf der anderen Seite der Ducati-Box steht Francesco Bagnaia, der in der zweiten Saisonhälfte kaum Akzente setzen konnte. Es ist wirklich schade, dass ein Kapitel in der Ducati-Geschichte - eines, das ganze acht Jahre dauerte und 2022 sogar den WM-Titel zurück vor die Tore von Bologna brachte, was 2023 direkt wiederholt wurde - jetzt ein so enttäuschendes Ende nimmt.

Fotostrecke: Ducati: Alle MotoGP-Fahrer seit 2003

Deshalb hofft Domenicali, dass in den letzten drei Rennen noch Raum für Bagnaia bleibt, einen Sieg einzufahren und sich auf die bestmögliche Weise zu verabschieden. "Ich glaube nach wie vor, dass 'Pecco' nichts fehlt, weder Talent noch eine starke Beziehung zum Team", sagt er.

"Wir haben es einfach nicht geschafft, diesen Knoten zu entwirren, der sich ein wenig verheddert hat. Ich erinnere mich gerne an den 'Pecco' der Jahre 2022 und 2023, aber auch an die 11 Rennen, die er 2024 gewonnen hat. Er ist ein junger Mann, dem ich außerordentlich verbunden bin."

"Manchmal läuft es aber eben so, und man gerät ins Stocken. Vielleicht schaffen wir es ja, in [Lusail], in Portimao oder in Valencia ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das wäre wirklich das beste Finale für diese wunderbare Story - eine Geschichte, die ihm und uns zwei WM-Titel beschert hat. Wir werden sehen. Wir treten alle gemeinsam an, um unser Bestes zu geben."

© Gold and Goose Photography / Getty Images

Francesco Bagnaia bei seiner Medienrunde am Donnerstag in Lusail Zoom

Bagnaia selbst sagte am Donnerstag in Lusail zu den wenigen vor Ort anwesenden Reportern: "Für mich geht es am Ende nicht um die Ergebnisse, nicht nur um die Ergebnisse. Natürlich kann ein großartiges Wochenende unsere Stimmung verbessern, aber nichts wird jemals das schmälern, was wir erreicht haben."

"Wir haben zweimal die Weltmeisterschaft gewonnen. Wir haben dieses Motorrad zum besten im Starterfeld gemacht, und ich glaube, niemand wird uns das jemals nehmen können. De facto bin ich mir sogar sicher, dass niemand uns das jemals nehmen kann."

"Es ist klar, dass es schwieriger ist, in gutem Einvernehmen weiterzumachen, wenn die Dinge nicht so laufen wie wir uns das vorstellen. Aber das gehört dazu, und es wird immer ein Teil der Geschichte bleiben", so Bagnaia.

Marc Marquez für Domenicali und Ducati ein Glücksgriff

Aus heutiger Sicht hat sich die anfangs heftig kritisierte Entscheidung von Ducati, auf Marc Marquez zu setzen, als absolut richtig erwiesen. Vor allem in dieser Saison, die weitaus komplizierter war als die dominante Saison 2025. In der aktuellen Saison 2026 hat sich Marquez mehr noch als 2025 als wertvoll für Ducati erwiesen.

"Ich finde, Marc hat außergewöhnliches Talent, unglaubliche Entschlossenheit und großartigen Teamgeist zu Ducati gebracht. Er hat selbst in den schwierigsten Momenten nie aufgegeben und immer gesagt, dass dies eine Meisterschaft sei, um die wir kämpfen müssten. Natürlich ist es das Ziel jedes Teams, das bestmögliche Motorrad zu haben, mit dem besten Team und dem absolut besten Fahrer", sagte Domenicali in Mailand.

© Gold and Goose Photography / Getty Images

Marc Marquez kann in Katar Weltmeister werden, rechnet aber noch nicht damit Zoom

"Ich muss sagen, dass wir mit Marc wirklich Glück hatten. Wir haben an ihn geglaubt, als es darauf ankam, und er hat uns mit Rennen belohnt, an die sich Motorradfans noch lange erinnern werden. Marc ist mittlerweile über 30. Er befindet sich in seinen besten Jahren. Das hat er mit hoher Konzentration und weitaus weniger Stürzen unter Beweis gestellt."

"Hinzu kommt, dass er diese Phase bewältigen musste, während seine körperliche Verfassung nicht ganz auf dem erforderlichen Niveau war", so der Ducati-CEO.

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