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Die Miners liegen bei Schlusslicht Burgau zweimal mit drei Toren zurück, retten sich aber mit einem furiosen Schlussspurt ins Penaltyschießen. Dort ist Burgau das glücklichere Team.
Peißenberg – Martin Schweiger wusste, dass es diese Miners gibt. Er hatte sie ja kürzlich erst gegen Kempten gesehen. Nur waren sie am Freitag offenbar nicht mit nach Burgau gefahren. Jedenfalls nicht für die ersten 40 Minuten. Da lag Peißenberg beim bisherigen Schlusslicht mit 0:3 zurück. „Wir brauchen wieder die Miners gegen Kempten“, forderte der Trainer in der Kabine. Und tatsächlich: Aus einem 0:3 und 1:4 wurde noch ein 4:4. Bloß fehlte der Geschichte dieses Mal das Happy End. Burgau gewann ein verrücktes Spiel mit 5:4 (1:0, 2:0, 1:4, 1:0) nach Penaltyschießen.
ESV Burgau 2000⇥5
Peißenberg Miners⇥n. P. 4
1. Drittel: 1:0 (11:25) Blahyi (Zachar, 2:0 (12:21) Rubner (Kunc, Ballner). 2. Drittel: 3:0 (34:49) Rubner (Söldner, Spingler). 3. Drittel: 3:1 (44:44) Zheltakov (5-4), 4:1 (46:38) Radvanju (Liebs, Renke), 4:2 (48:43) Malzatzki (Haloda), 4:3 (57:29) Zheltakov (Vogl, Haloda), 4:4 (58:51) Rieger (Zheltakov). Penaltyschießen: 5:4 (65:00) Ballner. Strafminuten: Burgau 10 + 5 für Michálek (Bandencheck), Peißenberg 10. Zuschauer: 712
Schweiger hatte das Unwahrscheinliche herausgefordert. Schon rund vier Minuten vor Schluss nahm er Torwart Andreas Magg vom Eis, bei zwei Toren Rückstand. Mit einem zusätzlichen Feldspieler drängten die Miners Burgau zurück. Ilya Zheltakov traf zum 3:4 (58.), Nepomuk Rieger 82 Sekunden später zum Ausgleich. Selbst in der Verlängerung liebäugelte Schweiger damit, abermals seinen Torwart vom Feld zu nehmen, ließ es aber bleiben.
Auch das Penaltyschießen hätte die Geschichte wenden können. Weiland Parrish hatte Burgaus Keeper Gustavs Samitis bereits ausgespielt, als der ihm nach Peißenberger Lesart ein Bein stellte. Parrish scheiterte, die Schiedsrichter ordneten keine Wiederholung an. „Da war ich echt nicht einverstanden“, sagte Schweiger. Im vierten Durchgang scheiterte Zheltakov, David Ballner traf – in seinem 200. Spiel für Burgau. Dort jubelten sie über zwei Punkte, in Peißenberg ärgerten sie sich über einen verlorenen.
Denn bei aller Moral war dieses Comeback auch eine Anklage gegen die 40 Minuten davor. „Wir waren am Anfang nicht bereit“, betonte Schweiger. Nach vorn kam fast nichts, Burgau schoss deutlich häufiger. Zwei Gegentore waren unglücklich, ein weiteres fiel nach einem schlecht abgesicherten Konter. Im zweiten Drittel hätten die Miners das Spiel drehen können. Zweimal das leere Tor vor Augen, zweimal vorbeigesäbelt, dazu ein Pfostenschuss. „Da fehlt einfach die Qualität“, musste Schweiger feststellen. Vier Stammstürmer sind im Krankenstand. Das zerreißt auch die eingespielten Überzahlformationen. Schweiger verteilte seine verbliebenen Könner wieder auf zwei Blöcke. Zu viele Häuptlinge auf einmal machen das Spiel zu verspielt. Bei Fünf gegen drei braucht es keine Kunststücke: schießen, vor dem Tor arbeiten, Abpraller holen. Selbst diese doppelte Überzahl in Abschnitt zwei blieb ohne Ertrag.
Wie einfach es gehen kann, zeigte Zheltakov beim ersten Peißenberger Treffer, der den Mut zurückgab: Schuss, Sichtbehinderung, Tor. Im Endspurt schickte Schweiger beinahe nur noch zwei Reihen aufs Eis. Selbst Burgaus Trainer Roman Klicznik staunte über die Qualität dieser Dauerläufer. Den jungen Nachrückern fehlt die offensive Wucht noch; die Verletzungsmisere drückt inzwischen sogar die Trainingsintensität. Schweiger lobte den Charakter seiner Spieler, verweigerte ihnen aber jede Ausrede. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Auch das Schlusslicht.