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Die Zahlen von Trainer Miron Muslic lesen sich erbarmungslos. Ein Tor aus vier Bundesliga-Spielen, wettbewerbsübergreifend nun fünf Spiele ohne Sieg, und zum Abschluss ein Pokal-Aus beim Zweitligisten.
Man kann das verschmerzen, solange Schalke in der Liga vom Relegationsplatz wegkommt. Der Pokal ist nicht die Kernaufgabe, und ein formstarker Gegner wie Dynamo kann jedem die Zähne zeigen. So lautet die bequeme Lesart.
Nur hält sie der Prüfung nicht stand. Denn die Harmlosigkeit, die Schalke in Dresden zeigte, ist keine Pokal-Laune, sie ist der Dauerzustand. Offensiv ging praktisch nichts. Nach dem 0:1 investierte Schalke mehr, hatte den Ball – und die Königsblauen erzeugten trotzdem wenig Gefahr. Wer selbst mit dem Ball und im Rückstand nichts kreiert, hat kein Pokal-Problem. Der hat ein Tor-Problem.
Die wenigen Gelegenheiten unterstreichen es. Hwang Hee-chan kam vor der Pause zu einer seiner seltenen Gelegenheiten, seinen Kopfball parierte Lennart Grill. Vor dem Tor entstand kaum echte Gefahr, weil der letzte Pass meist zu ungenau war. Eine Mannschaft auf dem Relegationsplatz muss diese Momente nutzen. Schalke lässt sie liegen, Spiel für Spiel.
Auf der Gegenseite genügten Patrice Covic in der 54. Minute und Christoph Daferner in der 88. Minute, um den Deckel draufzumachen. Covic kam nach einer Hereingabe am zweiten Pfosten frei zum Abschluss. Es war der Unterschied zwischen einer Mannschaft, die ihre Chancen verwertet, und einer, die keine hat.
Die Krise, in die Schalke immer tiefer rutscht, lässt sich an diesem einen Tor aus vier Bundesliga-Spielen ablesen. Erfolg wird über Tore erreicht, nicht über Kampf und tiefe Blocks. Und die hat Schalke in Dresden erneut nicht geschossen: weil diese Offensive sie schlicht nicht mehr produziert.