Zurück
Während sich der MotoGP-Tross eine kurze Pause gönnt, bevor es zum Übersee-Triple mit Australien, Malaysia und Katar geht, hat Pramac-Yamaha-Rookie Toprak Razgatlioglu allen Grund zu feiern. Der türkische Motorrad-Superheld, dreifache Champion und MotoGP-Rookie wurde am Freitag 30 Jahre jung.
In der Stadt Alanya an der türkischen Riviera geboren, wurde Toprak von seinem 2017 verunglückten Vater – einem Stuntman – mit dem Motorrad-Virus infiziert. Als «El Turco» – der Türke – hat sich Razgatlıoglu in der Superbike-WM einen Ruf als furchtloser, genialer Zweikämpfer erarbeitet und BMW Motorrad zwei WM-Titel beschert. Dazu wurde er durch seine spektakulären Kunststücke mit allem, was Räder hat, auch abseits der Rennstrecke weltberühmt.
Die Feierlaune anlässlich seines runden Geburtstages dürfte Toprak wegen der arg durchwachsenen Premierensaison in der Königsklasse allerdings etwas abhandengekommen sein. Die nicht konkurrenzfähige Yamaha M1 macht dem dreifachen Superbike-Weltmeister das Leben auf der Piste weiterhin schwer. Die Abflüge in der MotoGP haben zuletzt auch Spuren beim Piloten der M1 mit der Nummer 07 hinterlassen.
Das jüngste Kapitel seiner schwierigen MotoGP-Debütsaison schrieb Razgatlıoglu vergangenen Sonntag in Indonesien. Nach einem heftigen Sturz im FP2 musste er das Rennen auf dem Mandalika-Circuit nach nur acht Runden aufgeben, weil ihm die Kraft in der zuvor ausgekugelten rechten Schulter fehlte. Die Frage, ob er rechtzeitig für das kommende Rennen auf Phillip Island wieder fit sein würde, blieb bislang unbeantwortet. Ebenso ist unklar, ob ein operativer Eingriff notwendig ist.
2027 wird die MotoGP auch mit einem neuen Zeitplan in die 850er-Ära starten. Mehr als die Modifikationen sorgte für Wirbel, wie die Beschlüsse zustande kamen. Ein Paradebeispiel für: «Reden hilft».
Anders als in den vergangenen Jahren hat Razgatlioglu sportlich nichts zu verlieren. Die WM-Tabelle weist den Pramac-Fahrer mit 18 Punkten auf Rang 21 aus. Die 100-prozentige Rehabilitation bereits mit Blick auf 2027 wird oberste Priorität haben. Sollte «El Turco» Australien auslassen, dürfte Yamaha-Testfahrer Augusto Fernandez übernehmen.