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(Motorsport-Total.com) - Geahnt hatte er es schon seit Monaten, seit Anfang September hat Jack Miller Gewissheit: Seine Karriere als MotoGP-Stammpilot geht mit Ablauf der Saison 2026 zu Ende und der Australier wird 2027 in der Superbike-WM ein neues Kapitel seiner Karriere aufschlagen.
Jack Miller fährt auch 2027 Michelin-Reifen, aber in der Superbike-WM Zoom
Nach bald zwölf vollen Saisons in der Königsklasse der Motorrad-WM, wo Pramac-Yamaha aktuell seine letzte Station ist, wechselt Miller für 2027 ins Yamaha-Werksteam in der Superbike-WM. Dort wird er der neue Teamkollege von Andrea Locatelli. Miller wird Nachfolger von Xavi Vierge, der zu Barni-Ducati wechselt. Es ist ein mehrjähriger Vertrag, den Miller unterschrieben hat.
"Ich bin sehr glücklich, dass meine Zukunft geklärt ist und dass ich weiß, wo ich die nächsten paar Jahre fahren werde. Die Verbindung mit einer Marke wie Yamaha fortführen zu können, das ist eine große Genugtuung für mich. Ich bleibe also in der Familie und werde weiterhin mit so vielen großartigen Leuten arbeiten, um das, was wir bisher mit Yamaha erreicht haben, noch auszubauen."
Auf der Yamaha M1 freilich halten sich Millers Erfolge in Grenzen. In der MotoGP-Saison 2025, seiner ersten im Yamaha-Satellitenteam, war mit dem Reihenmotor ein fünfter Platz gleich im dritten Rennen (Austin) sein bestes Ergebnis. In der aktuellen Saison 2026, der ersten mit dem V-Motor, die gleichzeitig Millers letzte MotoGP-Saison darstellt, ist er bislang nicht über P8 (Balaton Park) hinausgekommen.
Bei Pramac-Yamaha tat sich Miller mit dem Reihen- und auch mit dem V-Motor schwer Zoom
"Was die Ergebnisse betrifft, hatte ich mir natürlich mehr versprochen als das, was ich in den vergangenen paar Jahren erreicht habe", gibt Miller, seines Zeichens viermaliger MotoGP-Rennsieger, offen zu. "Man darf aber natürlich nicht vergessen, dass wir jede Menge Arbeit hatten, um mit dem Motorrad voranzukommen. Das gilt sowohl für mich als Fahrer als auch für Yamaha als Hersteller."
"Es ist einfach unglücklich, dass unsere gemeinsame MotoGP-Zeit zu Ende gehen wird. Aber unsere gemeinsame Superbike-Zeit wird beginnen. Mit der M1 haben wir versucht zu erreichen, was wir konnten. Künftig werden wir mit der R1 versuchen zu erreichen, was wir können", so Miller zu seinem Rennserien-Wechsel.
Millers Bike 2027: Die Yamaha R1 (Foto: Xavi Vierge), dann mit Michelin-Reifen Zoom
Wann Miller zum ersten Mal auf der Yamaha R1 sitzen wird, ist noch offen. Einen Teil der traditionellen Wintertestfahrten wird er auf jeden Fall verpassen. Schließlich endet die MotoGP-Saison erst am letzten November-Wochenende in Valencia. Die Teams der Superbike-WM fahren bereits am aktuellen dritten Oktober-Wochenende in Jerez ihr Saisonfinale und werden noch vor Jahresende mehrmals testen.
"Das ist Scheiße", redet Miller Klartext, als er genau auf diese für ihn schwierige Situation angesprochen wird. Trotzdem kommentiert er seinen bevorstehenden Rennserien-Wechsel auch mit der für ihn typischen Portion Humor. "Ich mag die Michelin-Reifen so sehr, dass ich entschieden habe, dabei zu bleiben", sagt der Australier mit einem Lachen.
Damit spielt Miller natürlich auf die Tatsache an, dass Michelin zur Saison 2027 Pirelli als alleinigen Reifenlieferanten in der Superbike-WM ablöst. Im Gegenzug wird Michelin als alleiniger MotoGP-Reifenlieferant für 2027 von Pirelli abgelöst.
Der bislang letzte Yamaha-Sieg in der Superbike-WM, der ist Millers künftigem Teamkollegen Andrea Locatelli im April 2025 in Assen gelungen. Der bislang letzte WM-Titel auf Yamaha gelang Toprak Razgatlioglu in der Saison 2021. In der Saison 2025 wurde ebenfalls Razgatlioglu Weltmeister, aber auf BMW.
In diesem Jahr, 2026, ist Razgatlioglu bei Pramac-Yamaha als MotoGP-Rookie der Teamkollege von Miller. Derweil wurde die Superbike-WM 2026 dominiert von Ducati-Pilot Nicolo Bulega, der als Weltmeister die Rennserie wechselt und 2027 für VR46-Ducati in der MotoGP-WM antreten wird.
Jack Miller hofft, mit der Yamaha R1 auf Michelin-Reifen "angreifen" zu können Zoom
Glaubt Miller, dass er mit der Yamaha M1 ein Bike haben wird, das Ducati in der Superbike-WM 2027 gefährlich werden kann? "Nun, ich bin mit Yamaha natürlich in einer sehr glücklichen Position. Und wer weiß, vielleicht können wir das ohnehin schon fantastische Basispaket der R1 mit dem Wechsel des Reifenlieferanten noch besser machen, um angreifen zu können."
Übrigens: So ganz hat Miller mit seiner MotoGP-Karriere doch noch nicht abgeschlossen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, auf der Yamaha M1 mit V4-Motor in Zukunft noch den einen oder anderen Test zu absolvieren, antwortet er: "Sie haben Augusto [Fernandez] als Testfahrer unter Vertrag. Aber wenn sie mich fragen sollten, dann werde ich bestimmt nicht Nein sagen."