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Schmach im Fahrer-Ranking für Russell: Diese stolze Formel-1-Serie geht in Austin zu Ende
Die MSM-Redakteure Markus Steinrisser, Christian Menath und Florian Niedermair, Foto: Motorsport-Magazin.com / IMAGO

Es gibt nur wenige Fahrer, die im Formel-1-Fahrerranking von Motorsport-Magazin.com noch nie die rote Laterne erhielten. Denn Ausreißer-Wochenenden mit schweren Fehlern passieren selbst den Besten ab und zu. George Russell schien die Ausnahme von der Regel zu sein, er blieb bisher vom letzten Ranking-Platz verschont. Bisher… In Austin reißt nämlich diese stolze Serie und dafür benötigte der Mercedes-Fahrer nicht einmal einen Unfall. Es reichte ein klar unterdurchschnittliches Wochenende, während Teamkollege Andrea Kimi Antonelli die Königsklasse in Grund und Boden fuhr.

Bester Formel-1-Fahrer in Austin: Antonelli auch ohne Titel weltmeisterlich

Beginnen wir zunächst einmal beim zukünftigen Weltmeister der Formel-1-Saison 2026, denn der Titel ist das einzige, was dem Shootingstar auf dem Circuit of the Americas nicht gelang. Sonst ging bei ihm vom Qualifying über den Start bis ins Ziel alles auf. Folgerichtig rast er auch im Ranking vollkommen konkurrenzlos auf den ersten Platz. Mit einem Notenschnitt von 1,22 ist er um eine Benotung von 0,6 besser als Charles Leclerc.

Austin-Frust! Alonso teilt heftig gegen Albon & Williams aus (09:57 Min.)

Der Ferrari-Mann wurde Zweiter, obwohl ihm von den Redakteuren die Topnote verwehrt blieb, die Gunst der Leser war mit einem Notenschnitt von 1,65 ausschlaggebend dafür, dass er sich gegen Liam Lawson auf P3 (1,89) und Pierre Gasly (1,95) durchsetzen konnte. Für Max Verstappen grenzt der fünfte Platz beinahe schon an eine Majestätsbeleidigung, es ist nämlich sein schlechtestes Ranking-Ergebnis seit Zandvoort.

Von der Redaktion gefeiert, von den Lesern nicht honoriert wurde hingegen Fernando Alonso für seine aufopferungsvolle Fahrt in einem schwer beschädigten Aston Martin. Ob die F1-Bildregie daran schuld ist, die uns sowohl den Unfall mit Alex Albon vorenthielt, als auch die Schäden am Aston Martin nie zeigte? Dank einer 1,33 aus der Redaktion konnte er dennoch Lando Norris, Nico Hülkenberg, Sergio Perez und Lewis Hamilton hinter sich halten, die die letzten Punkte einsammelten.

Fahrer Note
1 Antonelli 1,22 Beste Note seit Monza
2 Leclerc 1,82 Zum achten Mal in dieser Saison unter 2
3 Lawson 1,89 Bester Mittelfeld-Fahrer im Ranking

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Austin: Sogar Crashpiloten können Russell nicht retten

Im Kampf um die rote Laterne ging es beim Formel-1-Rennen in Austin enger zu als im Kampf an der Spitze. Gleich ein Quartett an Fahrern reihte sich innerhalb einer Benotung von 0,26 auf den letzten Positionen ein. Dabei als Einziger über der Note 4 blieb aber George Russell, dem weder die Redaktion noch die Leser sein schwaches Qualifying und seinen desolaten Auftritt im Rennen verziehen.

Wenn der Teamkollege Pole und Sieg holt, schickt es sich nicht, im Kampf um Platz 7 hängen zu bleiben. Für Russell war es das erste Mal in seiner immerhin schon seit 2019 andauernden F1-Karriere, dass er im Ranking auf dem letzten Platz landete. Sogar eine Reihe von Unfallpiloten aus der Startphase kamen besser weg, wenn auch nur knapp.

Die Rechnung für sein übermotiviertes Einsteigen in der ersten Runde gegen Fernando Alonso bekam Alex Albon präsentiert, der fast eine Punktlandung auf einer 4 hinlegte. Nur unwesentlich besser kam Franco Colapinto weg, der nach einem anonymen Wochenende auch noch mit Arvid Lindblad aneinandergeriet. Bei Oliver Bearman waren offenbar nicht nur die Stewards der Meinung, dass sein Manöver gegen Pierre Gasly nicht okay war…

Fahrer Note
20 Colapinto 3,88 Zum dritten Mal in dieser Saison unter den letzten 3
21 Albon 3,99 In den letzten 12 GPs nur einmal besser als 3
22 Russell 4,13 Erstmals in seiner Karriere Letzter im Ranking

Härtefälle in Austin: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Kimi Antonelli
Ich freue mich, dass Antonelli in dieser Phase der Saison zeigen kann, dass er nicht nur aufgrund eines überlegenen Autos Weltmeister wird. Der Mercedes war in Austin nicht so überlegen, wie ihn Antonelli aussehen ließ. Dass er dabei praktisch immer innerhalb der weißen Linien fuhr, hatten ihm die wenigstens zugetraut - er sich selbst wohl auch nicht. Aber er hat es bravourös geschafft.

Christian Menaths negativer Härtefall: Franco Colapinto
Extrem negativ fiel mir niemand auf. Klar, könnte man jetzt Russell nennen. Aber wenn der eine Teamkollege positiv auffällt, war dann der andere wirklich so schlecht oder einfach normal unterwegs? Wenig inspirierend fand ich die Vorstellung von Franco Colapinto. Klar, er hatte eine Strafe, aber im Qualifying ging es für ihn darum, den Schade so gering wie möglich zu halten. Hat nicht geklappt, weil er einfach mal wieder weit hinter Teamkollege Pierre Gasly war. Aber Gasly ist auch wieder positiv aufgefallen. Oder ist nur Colapinto negativ aufgefallen und Gasly war gar nicht so gut? Wir drehen uns im Kreis...

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Liam Lawson
In den letzten Jahren war Liam Lawson im Mittelfeld ein Garant für Action – häufig im negativen Sinne. Jetzt muss er in einer schon länger starken Saison niemandem mehr beweisen, dass er in die Formel 1 gehört, und präsentiert sich in den letzten Rennen viel zahmer, aber keineswegs langsamer. Das Mittelfeld hatte er in Austin so locker im Griff, dass von einem Kampf gar nicht die Rede sein konnte. Es dürfte niemanden mehr überraschen, dass er in der WM mittlerweile fast doppelt so viele Punkte hat wie sein nächster Verfolger Pierre Gasly.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Oscar Piastri
Anpassungsfähigkeit wird gerne als eine der wichtigsten Fähigkeiten genannt, die einen mittelmäßigen oder guten Rennfahrer von den Topfahrern unterscheidet. Leider hat Oscar Piastri an diesem Wochenende gleich in doppelter Hinsicht so gewirkt, als ob es ihm genau an dieser mangelt. Mit der aktuellen Fahrzeug-Generation kommt er immer noch nicht so gut zurecht wie etwa Teamkollege Lando Norris. Und Austin ist eine Strecke, auf der er schon in der Vergangenheit starke Probleme hatte, das hat sich auch nicht geändert. Schlechte Vorzeichen für das griparme Mexiko, wo seine Vorstellungen in der Vergangenheit ähnlich enttäuschend waren.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Fernando Alonso
Leider hat uns die TV-Regie praktisch nichts von Fernando Alonsos Rennen gegönnt. So war wohl fast niemandem der volle Umfang des Schadens bewusst, den der Aston Martin nach einer völlig fehlgeleiteten Divebomb von Alex Albon in der ersten Runde davontrug. Mit einem durchlöcherten Unterboden und Seitenkasten und einem zerfallenden Frontflügel fuhr Alonso danach ein für mich eigentlich schon herausragendes Rennen, um diesen wracken AMR26 11 Sekunden hinter Lance Stroll auf P16 ins Ziel zu schleppen.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: George Russell
Nach ein paar pacetechnisch weniger desolaten Rennen war Austin wieder nicht gut. Wie kam es dazu? Gute Frage. Die stellt sich auch George Russell. Auch Mercedes. Fakt ist leider, dass er einfach so, so weit weg ist von Antonelli, ob im Qualifying, wenn es drauf ankommt, oder im Rennen. Mercedes will technische Lösungen suchen, Setup-Lösungen, will das nicht als Dauerzustand abstempeln. Fakt ist leider aber obendrauf auch: Selbst die besseren Wochenenden von Russell, an denen er sich zuletzt erfreute, waren jetzt nicht besser als die von Antonelli.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Austin

P. Fahrer Menath Niedermair Steinrisser
1 Antonelli 1 1 1
2 Leclerc 2 2 2
3 Verstappen 2 2 2
4 Hamilton 3 3 3
5 Norris 2 2 3
6 Hadjar 3 3 3
7 Piastri 3 4 4
8 Russell 4 4 4
9 Lawson 2 1 1
10 Gasly 1 1 2
11 Hülkenberg 2 2 3
12 Lindblad 3 3 3
13 Bortoleto 3 2 2
14 Ocon 3 3 3
15 Stroll 4 3 3
16 Alonso 2 1 1
17 Albon 4 4 4
18 Sainz 3 3 3
19 Perez 2 2 2
20 Bottas 3 3 3
21 Colapinto 4 3 4
22 Bearman 3 4 4
Rennen 3 3 3

Wie gut war das Formel-1-Rennen in Austin?

Nicht großartig, nicht schlimm… Obwohl der Kampf um den zweiten Platz im letzten Stint durchaus etwas Spannung und Action bot, fühlten sich die Leser und die Redaktion vom USA-GP nur mittelmäßig unterhalten. Für ein richtig gutes Rennen verlief wohl die Fahrt von Kimi Antonelli von der Pole zum Sieg zu schnörkellos. Mit Belgien, Singapur und Madrid schnitten in diesem Formel-1-Jahr nur drei Rennen schlechter ab.

  • Lesernote Rennen: 2,83
  • MSM-Note Rennen: 3,00
  • Gesamtnote Rennen: 2,91

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

In der Formel 1 mag er so gut wie Weltmeister sein, für das Ranking gilt das nicht. Dort war der Sieg von Kimi Antonelli ein wichtiger Gegenschlag gegen Max Verstappen, der erst in Singapur die Punkteführung übernommen hatte. Mit Austin hat sich Antonelli die Spitze wieder zurückerobert.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2026 bereits in sein achtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis in der Regel um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen, bei Überseerennen möglicherweise etwas später.

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