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Yamaha wird den Katar-GP boykottieren, alle anderen Fahrer und Teams wollen - Stand jetzt - aber weiterhin zum drittletzten Grand Prix des Jahres antreten und das eröffnet Marc Marquez die Möglichkeit, schon an diesem Wochenende MotoGP-Weltmeister 2026 zu werden. Der Ducati-Pilot hat in Losail den ersten Matchball zur erfolgreichen Titelverteidigung. Wie das gelingen kann, erklärt euch Motorsport-Magazin.com in diesem Artikel.
Gar nicht. Selbst mit einem Sieg im Kurzrennen über 11 Runden kann Marquez am Samstag in Katar noch nicht MotoGP-Weltmeister 2026 werden. Im Grand Prix am Sonntag und den nachfolgenden Events in Portimao und Valencia sind in der restlichen Saison nämlich noch 99 Punkte zu vergeben. Marquez kann selbst mit einem Sieg im Sprint aber maximal auf 56 Punkte Vorsprung gegenüber Jorge Martin und 79 Punkte Vorsprung gegenüber Marco Bezzecchi erhöhen.
Beide Aprilia-Piloten bleiben also selbst bei einem eigenen Nuller auch nach dem Sprint noch im Titelrennen, die WM-Entscheidung kann frühestens am Sonntag fallen. Klar ist aber auch: Komplett irrelevant ist für eine Entscheidung in der Weltmeisterschaft nicht, was am Samstag passiert. Vielmehr muss Marquez im Sprint mindestens fünf WM-Punkte holen - also auf Platz fünf oder besser abschneiden - damit er im Katar-Grand-Prix, der am Sonntag über 22 Runden ausgetragen wird, Weltmeister werden kann.
Blicken wir zunächst auf Marquez selbst. Nach dem Katar-GP sind in der restlichen MotoGP-Saison 2026 noch maximal 74 Punkte zu holen. Auf diesen Vorsprung muss der Spanier nach dem Rennen am Sonntag also mindestens kommen. Damit es dazu kommt, muss er während des Wochenendes in Katar mindestens 30 Punkte mehr als Martin erzielen und mindestens sieben Punkte mehr als Bezzecchi. Aus eigener Kraft kann Marquez das schaffen, wenn er beispielsweise den Sprint gewinnt und im Katar-GP Zweiter wird oder im Katar-GP siegt und zuvor - wie oben schon angesprochen - im Sprint mindestens Fünfter wurde.
Gelingt Marquez das, gehen die Rechenspiele los. Speziell auf Martin ist hierbei zu achten, denn der aktuelle WM-Zweite kann den ersten Matchball seines Landsmannes noch am ehesten abwehren. Sammelt er in Katar acht Punkte oder mehr, bleibt das Titelrennen in jedem Fall offen. Auf dem Papier keine schwere Aufgabe, aber der Weltmeister von 2024 schlägt sich dieser Tage nun mal mit einem Speichenbruch an der rechten Hand herum. Sein Comeback-Versuch in Malaysia scheiterte zuletzt schon nach dem FP2. In Katar will es der 'Martinator' erneut versuchen, aber hinter seiner Konkurrenzfähigkeit schweben dicke Fragezeichen. Ein weiterer, vorzeitiger Wochenendabbruch ist nicht auszuschließen. Zieht Martin durch, darf er in Sprint und Grand Prix kombiniert maximal sieben Punkte holen, damit Marquez in Katar Weltmeister werden kann.
Neben Martin gilt es in Katar aber auch noch das Abschneiden von Aprilia-Teamkollege Bezzecchi zu beachten. Sofern Marquez am Sonntag nicht (!) gewinnt, genügt es diesem schon, über beide Rennen hinweg sieben Punkte mehr als der WM-Leader zu erzielen, um die Titelentscheidung nach Portimao zu vertagen. Marquez hält aktuell nämlich bei sieben Grand-Prix-Siegen und Bezzecchi bei fünf. Gewinnt er die letzten drei Grands Prix allesamt, würde im Falle eines Punktegleichstands am Saisonende also 'Bezz' aufgrund der größeren Anzahl an GP-Siegen Weltmeister werden. Um diesen sicher aus dem Rennen zu nehmen, muss Marquez daher am Sonntag GP-Sieg Nummer acht in der laufenden Saison einfahren oder über das gesamte Wochenende hinweg mindestens acht Punkte mehr als der WM-Dritte einsammeln.
Rechnerisch ist mit aktuell 104 Punkten Rückstand auch Pedro Acosta noch im WM-Rennen. Seine Chancen sind bei nur noch 111 zu vergebenden Zählern aber nur theoretischer Natur. Sollten die beiden Aprilia-Piloten ihre Hausaufgaben nicht machen, müsste Acosta während des Wochenendes in Katar in Summe 31 Punkte oder mehr auf Marquez aufholen, um dessen sicheren WM-Gewinn zu verhindern. Passiert das, hätte Marquez in Katar sein eigenes Mindestziel von 30 Punkten aber ohnehin verpasst und eine WM-Entscheidung wäre damit so oder so unmöglich. Insofern kann Acosta in den Rechenspielen weitestgehend ignoriert werden, der Fokus liegt auf Marquez selbst und den beiden Aprilia-Werksfahrern.
| Fahrer | benötigtes Szenario |
|---|---|
| Marc Marquez | mindestens 30 Punkte in Sprint und Grand Prix |
| Jorge Martin | maximal 7 Punkte in Sprint und Grand Prix |
| Marco Bezzecchi | maximal 22 Punkte in Sprint und Grand Prix |
| Pedro Acosta | maximal 30 Punkte in Sprint und Grand Prix |