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Beim Grand Prix der Formel 1 in Mexiko ist es nach wenigen Metern zu einer brenzligen Situation zwischen den Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc gekommen.
Polesitter Hamilton verteidigte seine Position beim Start, während Leclerc den Zweiplatzierten George Russell (Mercedes) schnell kassierte. Der Monegasse wollte auch direkt an Hamilton vorbei. Nach der folgenden Geraden zog er aus dem Windschatten und wollte in einer Linkskurve außen an Hamilton vorbei.
Er bekam die Kurve nicht und fuhr geradeaus. Auch Hamilton verließ die Strecke kurzzeitig, kehrte dann auf diese zurück. Dadurch verlor der siebenmalige Weltmeister nicht nur einen Platz an Leclerc, auch Max Verstappen im Red Bull zog vorbei.
"Das gibt's ja gar nicht, die hauen sich beinahe selber raus", staunte Sky-Kommentator Sascha Roos. "Das ist ja irre." Experte Ralf Schumacher meinte: "Schenken tun sich die beiden das ganze Jahr nichts. Das kann ich auch verstehen. Leclerc war eigentlich das ganze Wochenende der schnellere Mann und hatte deswegen gestern ein bisschen Frust."
Via Boxenfunk machten beide Ferrari-Fahrer deutlich, dass sie die Schuld für die Beinahe-Kollision und den Verlust eines Platzes an Verstappen nicht bei sich sahen. Leclerc klagte: "Ich wurde von meinem Teamkollegen rausgedrückt." Hamilton dagegen wunderte sich: "Wie ist die Situation mit Charles?"
Was er damit meinte: Leclerc hatte den gewonnen Platz nicht zurückgegeben. Selbst wenn er dies hätte tun wollen, hätte er zudem auch noch den durchgeschlüpften Verstappen vorbeilassen müssen. "Ich kann den Frust verstehen, Lewis kann hier das Rennen gewinnen", so Ex-F1-Pilot Schumacher weiter mit Blick auf den Engländer.
Die Rennleitung leitete derweil eine Ermittlung ein. Niels Wittich, ehemaliger Rennkommissar und ebenfalls Experte bei Sky, erläuterte: "Für mich sah es aus, als ob beide letzte Rille gefahren sind und ihnen die Strecke ausgegangen ist. (…) Womöglich gibt es eine Zehn-Sekunden-Strafe."
Statt dieser obligatorischen Strafe von zehn Sekunden sprach die Rennleitung aber nur eine Fünf-Sekunden-Strafe für Leclerc aus. Diese muss beim Boxenstopp abgesessen werden. "Wenn er damit durchkommt - ganz ehrlich -, dann hat es sich gelohnt, dass er da geradeaus gefahren ist", kommentierte Schumacher.
In der Tat diktierte Leclerc das Rennen und fuhr im Schnitt rund drei Zehntel schneller als die Konkurrenz. Nach gut 20 Runden lag er bereits knapp fünf Sekunden vor Verstappen. Unverständnis über die Höhe der Strafe gab es auch vom Niederländer. Er sagte süffisant: "Ha, ich dachte, all diese Strafen sind zehn Sekunden!?"
Erwartungsgemäß war auch Hamilton, der erstmal nicht an Verstappen vorbeikam, nicht mit der Sanktion für Leclerc einverstanden: "Er hat Clean Air, er muss nicht die Reifen schonen wie wir alle. Er sollte seine Position zurückgeben." Und später schimpfte er: "Die Rennleitung serviert ihm hier den Sieg. Wir haben darüber in der Fahrerbesprechung geredet." Schumacher dazu: "Das ist schon ein Hammerspruch. Dass er seinem Teamkollegen das so vorwirft."
Abseits dieses Theaters fuhr WM-Leader Kimi Antonelli auf Rang vier und damit klar auf Kurs vorzeitiger Weltmeisterschaftstitel.