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Youri Regeer hätte gegen den VfB Stuttgart den Ausgleich erzielen müssen – nach dem Spiel hadert der SV Werder Bremen mit der vergebenen Chance!
Stuttgart – Die Partie war gerade erst zehn Minuten beendet, da tauchte ein sichtlich geknickter Youri Regeer in der Interviewzone auf. Da dort zu diesem Zeitpunkt noch Clemens Fritz, Sportchef des SV Werder Bremen, Rede und Antwort stand, hatte der Niederländer ein wenig Zeit, sich die Höhepunkte der Partie auf einem Monitor in den Stuttgarter Katakomben anzuschauen. Was er dort zu sehen bekam, gefiel ihm keineswegs – schließlich flimmerte auch seine vergebene Großchance zu einem möglichen 1:1 über den Bildschirm. „Ich habe es vor zwei Minuten kurz im Fernsehen gesehen und muss es mir noch mal in Ruhe anschauen, um genau sagen zu können, was passiert ist. Aber klar, das muss ein Tor sein“, gab er dann zu Protokoll. Doch er hatte eben nicht getroffen, weshalb unter dem Strich aus Bremer Sicht eine unglückliche 0:1-Niederlage beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart stand.
Dass diese – speziell aufgrund des deutlich verbesserten Auftritts im zweiten Durchgang – vermeidbar gewesen wäre, daraus machten alle Beteiligten im Nachgang keinen Hehl. Da Regeer nach traumhaftem Zuspiel von Niclas Füllkrug allein vor VfB-Torwart Dennis Seimen die beste Chance des SV Werder Bremen auf den Ausgleich liegen gelassen hatte, drehte sich im Nachgang vieles um diese Szene aus der 51. Minute. „Beim ersten Kontakt lag mir der Ball etwas zu eng unter dem Fuß und ich wollte ihn leicht lupfen. Es war dann so ein Mittelding aus Schuss und Heber, der Torwart hat sich groß gemacht. Ich bin ein Spieler, der hohe Ansprüche an sich selbst stellt – und deshalb habe ich auch den Anspruch, dass das ein Tor sein muss“, schilderte Youri Regeer nach der Partie beim VfB Stuttgart.
Nicht weniger deutlich wurde sein Trainer. „Youri muss die Chance finalisieren. Er hatte aber einfach keinen guten ersten Kontakt“, sagte Werder-Coach Daniel Thioune. Dieser hatte Regeer im Schwabenland aufgrund des Startelf-Comebacks von Sechser Senne Lynen, der für den angeschlagenen Chuki in die Anfangsformation gerückt war, als Achter aufgeboten – weshalb der 23-Jährige während der Begegnung häufiger den Vorwärtsdrang suchte als noch in den vergangenen Wochen. Nur eben nicht mit dem erhofften Ertrag – es wäre Regeers Premierentor im Trikot des SV Werder Bremen gewesen. „Gut gehalten, schlecht abgeschlossen. Kann man beides so bewerten. Es war einfach ärgerlich, da meiner Meinung nach deutlich mehr drin war in der Aktion“, sagte Thioune.
Während Werder Bremen besonders in den vergangenen Wochen häufig durch große Effizienz vor dem Tor glänzte und somit in zumeist engen Partien Punkte sammelte, fehlte diese Kaltschnäuzigkeit am Samstagabend im Spiel beim VfB Stuttgart. „Da hat dann das letzte Quäntchen gefehlt. Wenn der reingeht, dann ist das Spiel wieder offen. Das ist uns heute leider nicht gelungen“, sagte Clemens Fritz, als er den Blick auf den geknickten Youri Regeer richtete. Dieser blickte dann schnell wieder kämpferisch nach vorne: „Einen oder zwei Tage lang darf man sich darüber ein bisschen ärgern, und dann muss man einfach wieder weitermachen. Aber heute tut es natürlich weh, so eine Chance liegenzulassen.“ (bvo)