Zurück
Sieben Minuten vor seinem Treffer zum 1:0 war Arda Güler in eine Rangelei verwickelt. Der Schiedsrichter sah nichts, der VAR meldete sich nicht. Jose Mourinho versteht die Aufregung nicht.
Nach dem 4:1 von Real Madrid gegen den FC Sevilla sorgte eine Szene aus der 23. Minute für Diskussionen in Spanien. Arda Güler (21) wurde von Peque Fernández (24) am Trikot festgehalten, schlug im Befreiungsversuch mit dem Ellenbogen nach hinten und traf seinen Gegenspieler, der zu Boden ging.
Weder Schiedsrichter noch VAR griffen ein – Gelb gab es stattdessen für Peque und für Real-Verteidiger Dean Huijsen (21). Sieben Minuten später erzielte Güler das 1:0. Der offensive Mittelfeldspieler legte damit den Grundstein für den Heimsieg, der Real auf Rang drei der Primera División hält – mit 21 Punkte aus neun Spielen.
Der spanische Schiedsrichter-Experte Pablo González Fuertes ordnete die Szene laut der Sport Bild bei Radio MARCA eindeutig ein. "Es gab eine Provokation durch Peque und eine Reaktion des Türken. Er schlägt mit Wucht gegen die Brust – diese Aktion hätte mit einer Roten Karte bestraft werden müssen", sagte er.
Sevilla-Trainer Luis García (48) sah es genauso. "Heute hätten wir ab der 25. Minute in Überzahl spielen müssen. Man hat uns um ein Spiel '10 gegen 11' gebracht", sagte er. Peque habe ihn in der Halbzeit auf den Schlag hingewiesen: "Das ist ein Fall, der zu hundert Prozent in den Aufgabenbereich des VAR fällt."
José Mourinho (63) wollte sich der Einschätzung nicht anschließen. "Ich habe noch keine eindeutigen Bilder von Ardas Foul gesehen", so der Portugiese. "Er hat mir gesagt, dass er seinen Gegenspieler nicht mit dem Ellenbogen geschlagen hat."
Sollte Real Madrid eines Tages bevorzugt werden, habe er kein Problem, das einzugestehen. "Ich glaube aber, dass uns viel öfter das Gegenteil passieren wird. Ich habe nichts, absolut nichts gesehen", so The Special One. "Wenn bis zur Pressekonferenz am Samstag jemand mir ein klares Bild von etwas, das ich nicht gesehen habe, zeigt, dann werde ich da sein."
Güler, 2023 für 20 Millionen Euro von Fenerbahçe gekommen, stand in dieser Saison in zehn von elf möglichen Pflichtspielen auf dem Platz. Der junge Türke ist einer der wenigen spielerischen Lichtblicke unter Mourinho.