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Das geniale Tor von Kylian Mbappé hätte die Schlagzeile sein müssen. Stattdessen redet nach dem deutlichen 4:1-Erfolg von Real Madrid über den FC Sevilla am Sonntagabend das ganze Land über einen einzigen Moment, der die Gemüter erhitzt. Im Fokus stehen Reals Talent Arda Güler und ein Pfiff des Unparteiischen, der bei Sevilla für blankes Entsetzen sorgte.
Der Auslöser des Ganzen? Mitte der ersten Halbzeit erwischte Güler seinen Kontrahenten Peque beim Stand von 0:0 mit dem Arm im Brustbereich. Das Team aus Andalusien verlangte umgehend die Rote Karte, aber Schiedsrichter Mateo Busquets Ferrer ließ weiterspielen und der Videoassistent griff ebenfalls nicht ein.
Was die Sache noch schlimmer machte: Kurz darauf war es ebenjener Güler, der das 1:0 für Real erzielte und damit den Weg für die Pleite ebnete. Sevillas Coach Luis García Plaza war nach der Partie außer sich: „Man hat uns ein Spiel mit elf gegen zehn genommen.“ Für ihn war klar, dass seine Mannschaft von da an mit einem Mann mehr auf dem Platz stehen müsste. Das berichtet „Sport1“.
Aber das war noch nicht alles, was die Debatte richtig befeuerte. Von dem vieldiskutierten Vorfall wurde während der kompletten Fernsehübertragung keine deutliche Zeitlupe gezeigt – nicht unmittelbar nach der Aktion und auch nicht später.
Für den ehemaligen Referee Iturralde González eine absolute Frechheit: „Es ist erbärmlich, erbärmlich“, schimpfte er bei Cadena SER. Er bezeichnete es als eine „Blamage für die Liga und die Fernseh-Produktion“, wenn in einem hochmodernen Stadion mit 32 Kameras keine saubere Aufnahme eines möglichen Angriffs zu finden ist. „Das ist eine Lüge von der Liga“, ergänzte er.
Die Sevilla-Akteure zeigten sich ebenfalls sprachlos. Abwehrspieler Kike Salas bezeichnete es bei Movistar Plus als eine „klare Szene, die das Spiel prägt“, während sein Mitspieler Juan Iglesias von einer „Tätlichkeit“ sprach.
Zuspruch erhielten sie von einem anderen früheren Unparteiischen, Pablo González Fuertes, der bei Radio Marca den Vorfall auch als Rote Karte einstufte. Der Verein reagierte auf Social Media mit einer Prise Ironie und kommentierte unter einem Clip des Senders: „Könnt ihr 18 Sekunden zurückspulen? Wir würden gerne die ganze Szene sehen.“
Und die Reaktion von Real-Coach José Mourinho auf die Aufregung? Der portugiesische Trainer verwendete die nicht vorhandenen Aufnahmen clever für seine Zwecke. „Niemand konnte mir bisher zeigen, was angeblich passiert ist. Ich habe kein Videomaterial und konnte es auch nicht sehen“, teilte er bei der Medienrunde mit.
Er habe sich sogar bei seinem Analyseteam erkundigt, jedoch keine eindeutigen Szenen ausfindig machen können. Mourinho stellte aber klar: „Wenn etwas passiert, das uns meiner Meinung nach geholfen hat, werde ich das ohne Weiteres sagen.“
Dem früheren Real-Profi Jorge Valdano war die gesamte Diskussion einfach zu viel. „Mich ermüdet das alles, es ermüdet mich sehr“, beschwerte sich der frühere argentinische Nationalspieler.
Er bedauert, dass die Aufmerksamkeit ständig den Schiedsrichtern gilt und nicht dem Spiel selbst. „Wir sehen Traumtore, wir sehen Spieler auf außergewöhnlichem Niveau und reden am Ende über die Schiedsrichter“, monierte er und meinte, der Sport sei deswegen „völlig in den Hintergrund gerückt“ worden. (red)