flag
back Zurück
Formel 1: Wird Kimi Antonelli in Austin zum jüngsten Weltmeister der Geschichte?
Formel 1 :
Wird Antonelli in Austin zum jüngsten Weltmeister der Geschichte?

Dass sich Kimi Antonelli in Texas die Pole-Position sichert, überrascht selbst seinen Teamchef. Der WM-Titel ist für den Italiener in Reichweite. Für Ferrari läuft das Qualifying enttäuschend.

Für einen Moment war Kimi Antonelli nach der Qualifikation zum Großen Preis der USA schon in der Zukunft angekommen. Wie er sich denn die kommenden Duelle mit Max Verstappen vorstelle, wurde er gefragt. Den Zusatz „als Weltmeister“ hatte sich der Fragesteller vorsichtshalber verkniffen. Der Italiener im Silberpfeil, der gerade mit seiner siebten Pole-Position des Jahres seinem Ziel ein großes Stück näher gekommen war, ließ sich völlig entspannt auf die Perspektive ein: „Das wird großartig werden. Max ist auf einem unglaublichen Level, und wenn er das Momentum hat, ist es sehr hart, ihn zu schlagen.“

Genau das hatte Antonelli gerade um die Winzigkeit von zwei Zehntelsekunden getan. Eine Bestzeit, die alle überraschte, Mercedes-Teamchef Toto Wolff inklusive. So breit wie das Grinsen seines Schützlings war, der seit Mitte Juli nicht mehr ganz vorn in der Startaufstellung gestanden hat, so heftig war das Kopfschütteln des Vorgesetzten. Wie Mercedes aus dem Nichts ganz nach vorn kommen konnte, beantwortete Wolff ehrlich: „Wenn wir das wüssten … Ich würde sagen, wegen eines speziellen Fahrers.“ Einmal mehr hat der die Erwartungen übertroffen.

Bei Red Bull und Verstappen war das nicht anders, der Niederländer griff die Zukunftsvision Antonellis auf: „Es macht Spaß, mit ihm zu kämpfen. Kimi verdient den Erfolg, den er in diesem Jahr hat. Er liefert dann ab, wenn es darauf ankommt. Er wird verdienter Weltmeister sein.“ Damit das schon beim Großen Preis der USA heute Abend (21 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky) klappt, müsste er gewinnen, Teamkollege George Russell dürfte maximal Neunter werden, Lewis Hamilton im Ferrari nicht besser als Fünfter. In der Qualifikation wurde Hamilton in einem dramatisch eng zusammen liegenden Feld Fünfter, Russell Sechster.

Antonelli erstmals mit Titel-Chance im Hinterkopf

Antonellis Tun wirkt mühelos, diesmal respektierte er sogar die Streckenbegrenzungen. Er trägt seinen Drang nach vorn mit einer ungeheuren Abgeklärtheit vor, zumal für einen 20-Jährigen. Der runderneuerte Mercedes ist immer noch schwierig zu fahren, noch entfaltet das technische Upgrade nicht alle Kraft, aber Antonelli kommt mit dem klar, was er hat. Er hat bislang alles getan, was er tun musste: „Ich kann nur versuchen zu gewinnen, und dann werden wir sehen, was passiert. Aber ich befinde mich in einer sehr guten Position.“

Erstmals gibt er zu, den Titel im Hinterkopf zu haben: „Es fühlt sich ein kleines bisschen anders an, aber das Ziel bleibt das gleiche. Ich muss einfach meinen Job machen. Aber tatsächlich macht mir das Fahren gerade mehr Spaß.“ Um nicht auf dumme Gedanken zu kommen oder gar Zweifel, hat er ein paar Kumpels aus Bologna mit nach Texas gebracht: „Wir spielen abends Karten, das hilft zu entspannen. Wenn ich an die Strecke komme, bin ich wieder voll da.“

Was sich von den Favoriten für die beste Startposition nicht sagen lassen konnte. Ferrari hat wieder einmal den Ruf als Trainingsweltmeister gefestigt. Am Freitag aussichtsreich vorn folgt samstags die Ernüchterung. Diesmal sollen es im entscheidenden Moment die Reifen gewesen sein, die versagt hätten. Charles Leclerc wurde hinter Isack Hadjar im zweiten Red Bull Vierter, Lewis Hamilton Fünfter. Der Brite hat eine einfache Erklärung für die Misere: „Mein Auto fühlte sich richtig gut an. Also müssen die anderen einfach schneller sein." Bei den Rennsimulationen hatten die roten Rennwagen zuverlässig schnell ausgesehen, darauf müssen sie bei den 56 Runden auf dem welligen Circuit of the Americas bauen.

Leclerc fürchtet die Temperaturveränderungen, schon ein paar Grad Asphalttemperatur mehr oder weniger sei beim Ferrari „ein Unterschied wie Tag und Nacht." Aber das letzte Mal, als er in Austin als Vierter losgefahren sei, habe er gewonnen. Viel wird auf den Start und die erste Kurve nach dem steilen Anstieg der Piste ankommen. Antonelli muss einfach nur vorn bleiben, dann wird er früher oder später jüngster Weltmeister der Geschichte.

Könnte Ihnen gefallen

Die Sport-Highlights am Sonntag im TV

oe24.at vor 16 Stunden

Marc Marquez sagt, die Bedingungen in Phillip Island seien akzeptabel gewesen, wenn die Sicht bes...

motorcyclesports.net vor 5 Stunden

SC Freiburg gegen FC Bayern München: So könnt ihr die Bundesliga kostenfrei im TV und Live-Stream...

NETZWELT vor 21 Minuten

Jorge Martin bestätigt, dass keine Operation nach dem gebrochenen Radius erforderlich ist und wir...

motorcyclesports.net vor 12 Stunden

Rückwärtsgang! F1-WM-Leader Antonelli fährt in Zaun

oe24.at vor 1 Stunde

Gresini bestätigt, dass Fermin Aldeguer den Großen Preis von Malaysia verpassen wird, Iker Lecuon...

motorcyclesports.net vor 4 Stunden

Antonelli holt ideale Ausgangslage für Titelparty: Schreibt er heute Formel-1-Geschichte?

motorsport magazin vor 6 Stunden

Max Verstappen sauer nach verpasster Formel-1-Pole in Austin: "Das ist keine Ausrede"

motorsport magazin vor 9 Stunden

Rekord-Jagd: Zieht Odermatt heute an ÖSV-Legende vorbei?

oe24.at vor 4 Stunden

Tardozzi (Ducati) nach verpasster Australien-Chance: «Jorge ist ein Held»

SPEEDWEEK.COM vor 5 Stunden