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Das Bemühen ist da, doch der Output fehlt in der laufenden Saison noch. Ein Nationalspieler von Jürgen Klopp geht deswegen mit sich selbst hart ins Gericht.
Am Samstag kassierte der FSV Mainz 05 beim 2:3 gegen Werder Bremen die dritte Saisonniederlage. Nadiem Amiri konnte erneut keine eigenen Treffer oder eine Vorlage beisteuern, um die Heimpleite zu verhindern. Im Anschluss zeigte sich der Nationalspieler daher in der Mixed Zone sehr unzufrieden mit seinem persönlichen Saisonstart.
"Mir geht es auch auf den Sack, dass ich noch keine so großen Scorer und kein persönliches Tor habe", erklärte er ernüchtert mit Blick auf die eigene Scorer-Statistik. Zumal er die mangelnde Ausbeute auch in keiner Weise schönreden wollte: "Ich bin der, der am kritischsten mit mir ist."
Nach sieben Bundesliga-Spieltagen steht der 29-Jährige aktuell bei einer einzigen Vorlage, die ihm Mitte Oktober gegen Bayer Leverkusen (3:4) gelang. Ein eigenes Tor durfte Amiri noch gar nicht bejubeln. In der Vorsaison lief es zum gleichen Zeitpunkt noch deutlich besser. Damals stand er bei zwei Treffern und einer Vorlage und schraubte seine Scorer-Ausbeute bis Saisonende sogar noch auf zwölf Tore und drei Assists hoch.
Der Mittelfeldspieler zeigte sich optimistisch, dass es bald bergauf gehen wird: "Habt noch ein wenig Geduld - der Knoten wird platzen! Ich arbeite brutal daran. Meine Zeit und meine Tore werden auch wieder kommen."
Dass es zuletzt nicht mehr so gut lief, kann sich der Rechtsfuß, der statistisch auch in der Zweikampfführung nachgelassen hat, sogar erklären. Amiri schaut bei der Ursachenforschung vor allem auf die Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer, an der er mit dem DFB-Team teilgenommen hatte: "Ich habe gemerkt, dass mir die kurze Pause nicht gutgetan hat, im Kopf, aber auch körperlich."
Dementsprechend kann er aktuell noch nicht sein volles Potenzial abrufen und muss sein Maximum erst nach und nach wieder erreichen: "Das war eine ungewohnte Vorbereitung für mich, die ich in der Form lange nicht mehr hatte. Es gab wenig Zeit für Freizeit, ich musste sehr schnell wieder zurückkommen."
Bei der Niederlage gegen Werder fiel Amiri nicht mit seinen sportlichen Fähigkeiten auf, sondern lieferte sich mit Bremens Torjäger Niclas Füllkrug nach Abpfiff ein heftiges Wortgefecht. Die beiden Streithähne mussten getrennt werden, nachdem sie sich schon Kopf an Kopf gegenüberstanden. "Amiri war nicht ganz so respektvoll zu meinem Mitspieler", klärte Füllkrug später im DAZN-Interview auf. "Dann habe ich ihm gesagt, dass er den Ball flach halten soll."
Amiri, der im Gegensatz zu Füllkrug für die ersten Länderspiele unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp nominiert worden war, äußerte sich bei Sky ebenfalls zu der Situation: "Alles gut. Ich kenne Fülle ja vom DFB. Mir sind von Anfang an ein paar Sachen im Spiel auf den Sack gegangen. Nach einem Foul gegen Danny da Costa wollte Füllkrug sich nicht entschuldigen. Da war ich schon ein bisschen sauer." Der Mainzer weiter: "So ist Fußball. Wir verstehen uns, es sind aber ein paar Beleidigungen gefallen. Aber kein Stress."
Bei der deutschen Nationalmannschaft trafen Amiri und Füllkrug aufeinander, als sie für die WM-Qualifikationsspiele im September 2025 gemeinsam nominiert waren. Der Werder-Rückkehrer wurde seither jedoch nicht mehr ins DFB-Team berufen und verpasste unter anderem die WM im vergangenen Sommer, bei der Amiri hingegen dabei war und zu zwei Jokereinsätzen kam. Zudem stand er beim Klopp-Debüt, dem 1:1 in den Niederlanden Ende September, in der Startformation. Füllkrug, der in den letzten Wochen mächtig Eigenwerbung für eine DFB-Comeback betrieb, lassen die Diskussionen um eine erneute Nominierung derweil überraschend kalt.