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Bayern Münchens Vincent Kompany befindet sich nach einem Zusammenbruch am Freitag im Krankenhaus. Menschen, die ihn dort besuchen wollen, müssen sich an eine strikte Anweisung halten.
Ob Vincent Kompany im Krankenhaus, wo Bayern Münchens Trainer aktuellnach seinem Zusammenbruch am Freitag eingehend untersucht wird, sich das Spiel seiner Mannschaft am 7. Spieltag der Bundesliga beim Tabellenzweiten SC Freiburg anschauen wird, ist nicht bekannt.
Allerdings soll sich Kompany nach dem Willen der Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters derzeit so wenig wie möglich mit Fußball beschäftigen.
Wie Christian Falk, der Fußballchef der BILD und langjähriger Bayern-Reporter, berichtet, wurden alle Besucher Kompanys vom Verein angehalten, mit Kompany explizit nicht über Fußball zu reden. Der Trainer solle sich ausschließlich auf seine Genesung konzentrieren können, die Gespräche sollen daher persönlicher und nicht beruflicher Natur sein.
Kompany war am Samstag etwa von Bayern Münchens Ehrenvorsitzenden Uli Hoeneß besucht worden. Bayern Münchens Patron hatte eine Tüte mit Lebensmitteln vom Münchner Delikatessengeschäft Feinkost Käfer dabei. Auch Kompanys Co-Trainer Aaron Denks, der seinen Chef nun an der Seitenlinie vertreten wird, erklärte, er habe mit Kompany am Telefon ausschließlich über Persönliches gesprochen.
Am Samstag hatte ein weiterer Bericht der größten deutschen Tageszeitung nahegelegt, dass Spieler und Mitglieder des Staffs des FC Bayern sich schon in den vergangenen Wochen zunehmend Sorgen um den Arbeitseifer und die Work-Life-Balance des Trainers gemacht hätten. Kompany habe demnach zu viel gearbeitet, zu viel Kaffee getrunken, zu wenig Sport getrieben und sich zudem zu viele Aufgaben aufgehalst.
Die vergangenen Spiele gegen Viking Stavanger und FC Arsenal in der Champions League und RB Leipzig in der Bundesliga hatte der Belgier zudem vorbereitet und begleitet, obwohl er sich einen hartnäckigen und "saftigen" (wir Kompany selbst sagte) Virus eingefangen hatte.
"Es ist wirklich nicht einfach, Vincent dazu zu bringen, sich auszuruhen", hatte Co-Trainer Aaron Danks, der Kompany bei der Pressekonferenz am vergangenen Dienstag vor dem Spiel gegen Arsenal vertrat, und nun bis auf weiteres Kompany auch auf der Bank der Münchner vertreten wird.
"Als Trainer will man immer alles tun und alles machen. Ich habe einen ziemlich saftigen Virus bekommen. Ich habe dann natürlich nicht auf meinen Körper gehört", hatte Kompany selbst nach dem Spiel gegen Arsenal gesagt. "Und dann hat der Körper irgendwann gesagt: 'Jetzt hör mal auf, Junge!' Aber natürlich fühle ich mich besser, sonst wäre ich nicht hier." Zwei Tage später brach Kompany zusammen. Bis zu seiner Rückkehr auf die Bank könnten Wochen vergehen, wie Bayerns Sportvorstand Max Eberl sagte.
Aus diesen Sätzen des früheren Weltklasseverteidigers kann man viel über den grundsätzlichen Arbeitsethos Kompanys herauslesen. Kompany galt schon als Spieler als gnadenlos zu seinem Körper. Er spielte auch mit Verletzungen und schonte sich auch nicht nach schweren Verletzungen. Immer wieder kehrte er so schnell es ging auf den Platz zurück. Sein Vater Pierre Kompany verriet dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel im Rahmen eines großen Porträt über den Bayern-Trainer, dass Kompany bis zu 14 Stunden am Trainingsgelände der Bayern sei. BILD berichtete Pierre Kompany, dass Kompany bis zu 18 Stunden arbeite und seine drei Kinder unter der Woche nur wenig sehe.
Auch Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl hatte am Samstag gesagt, dass Kompany "eine unglaubliche Persönlichkeit, so ein unfassbarer Arbeiter, der dann auch über diesen Punkt hinweggeht" sei. Er hatte es als Kompliment gemeint. Das sei "in unserer Gesellschaft an einer Stelle auch verloren gegangen, aber es gibt noch diese Typen, die sagen: "Ich will machen, ich will tun'".
Nach allem, was man weiß, hat sich Kompany, der seinen Arbeitsethos selbst mit seinem Migrationshintergrund erklärt und der Überzeugung ist, er müsse doppelt so viel arbeiten wie alle anderen, nun zu viel zugemutet. Und genau hier setzen nun seine Chefs an mit ihrer Ansage an seine Besucher, mit ihm nicht über Fußball zu reden.