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Mit 17 Jahren darf Wael Mohya zur Nationalmannschaft. Jürgen Klopp erklärt, warum er die Eltern einbezogen hat und welche Rolle das Gladbach-Talent spielen soll.
Frankfurt – Mit gerade einmal 17 Jahren steht Wael Mohya im Aufgebot der deutschen A‑Nationalmannschaft. Jürgen Klopp nominierte das Offensivtalent von Borussia Mönchengladbach am Donnerstag (5. November) für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen Serbien und die Niederlande. Die Entscheidung fiel allerdings nicht ohne vorherige Abstimmung, denn der Bundestrainer hatte auch mit Mohyas Familie gesprochen.
Wie Klopp im Interview mit DFB.TV erklärte, stand er schon vor der Nominierung mit dem Youngster und dessen Angehörigen in Kontakt. „Ich habe große Lust, die Zukunft gemeinsam mit […] diesen Jungs, aber eben auch mit Wael anzugehen, ohne jetzt irgendwelche Versprechungen zu machen“, betonte er. Gemeinsam habe man besprochen, wie der nächste Schritt aussehen könnte.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Aussicht auf einen sofortigen Einsatz, sondern die langfristige Entwicklung des Talents. Klopp verwies ausdrücklich auf seine Verantwortung als Bundestrainer. Er habe nicht nur die Aufgabe, seine Spieler sportlich bestmöglich einzusetzen, „sondern hat natürlich auch so eine Sorgfaltspflicht. Und je jünger sie sind, desto größer ist die“.
Diese Überlegungen teilte der 59-Jährige auch Mohyas Familie mit. „Das habe ich der Familie Mohya gesagt und dann haben wir uns darauf geeinigt, dass wir ihn mitnehmen“, erklärte Klopp. Der 17-Jährige soll die Abläufe beim DFB-Team kennenlernen und sich unter den Augen des Trainerteams beweisen. Konkrete Zusagen über seine weitere Rolle gibt es dabei nicht.
Rund eine Woche steht Klopp mit seiner Mannschaft während der kommenden Länderspielphase zur Verfügung. Dabei will der Bundestrainer vor allem einen persönlichen Eindruck vom Gladbacher gewinnen. Neben den sportlichen Fähigkeiten interessiert ihn auch, wie sich Mohya innerhalb der Gruppe verhält. Ein Einsatz in den Nations-League-Partien ist dabei aber nicht garantiert.
„Mal sehen, ob er spielt, ob er es überhaupt in den Kader packt, das hängt natürlich immer auch von der Trainingsleistung ab“, erklärte Klopp. Mit 24 nominierten Spielern und nur 23 Plätzen im jeweiligen Spieltagskader muss mindestens einer zuschauen. Das Prinzip, regelmäßig ein junges Talent zum Kennenlernen einzuladen, möchte der Bundestrainer aber möglichst beibehalten.
Sportlich hat sich Mohya seine Chance mit starken Leistungen bei Borussia Mönchengladbach verdient. Der Offensivspieler kam in allen acht bisherigen Bundesligapartien zum Einsatz und stand zuletzt dreimal hintereinander in der Startelf. Beim 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart überzeugte er mit einem Tor und einer Vorlage.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Bundestrainer aber vom persönlichen Auftreten des Youngsters. Drei Gespräche habe er inzwischen mit Mohya geführt, allesamt seien sie hervorragend verlaufen. „Ich war mit 17 nicht so selbstbewusst, aber ich war auch nicht so gut mit 17“, sagte Klopp schmunzelnd. Entsprechend groß sei seine Vorfreude auf die Zusammenarbeit. (luh)