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Jürgen Klopp reduziert sein DFB-Aufgebot auf 24 Spieler. Prominente Namen wie Nick Woltemade, Karim Adeyemi, Jonathan Burkardt, Chris Führich, Nadiem Amiri, Yann Bisseck oder Deniz Undav fehlen. Bei anderen müssen wir differenzieren.
Einen „bunten Mix aus sehr jung und durchaus erfahren“ hat Jürgen Klopp für die letzten Länderspiele des Jahres berufen. Der 33-jährige Niclas Füllkrug steht vor seinem Comeback, der 17-jährige Wael Mohya ist erstmals dabei. 24 Mann umfasst Klopps Aufgebot, nicht mehr 44 wie bei der ersten Nominierungsphase im Spätsommer.
„Es war nach dem 44er-Kader schwer, diese Auswahl zu treffen, weil es wieder mehr Spieler verdient hätten, dabei zu sein“, sagte Klopp und verschickte eine Botschaft: „Wir wären ja verrückt, wenn wir irgendwelche Türen schließen würden.“
Stimmt. Trotzdem gilt die alte Weisheit: Wo Gewinner sind wie Füllkrug, Mohya, Finn Jeltsch, Brajan Gruda oder Derry Scherhant, gibt‘s automatisch Verlierer. Allerdings müssen wir bei 28 Enttäuschten differenzieren.
Der größte fehlende Name ist Woltemade. „Das war eine echt schwierige Entscheidung. Manchmal schlägt die Form alles andere“, sagte Klopp, der Kai Havertz, Younes Ebnoutalib und Said El Mala vorzog.
Bei Juventus Turin ist Woltemade ohne Liga-Treffer. „Er hat keine einfache Zeit“, sagte Klopp. „Es hängt natürlich nicht an Nick, nicht mal im Ansatz. Es hängt generell daran, wie die Mannschaft performt. Nick ist auf einem guten Weg, im Moment geht ihm die absolute Torgefahr ab.“
Neben Woltemade wurden im Offensivbereich auch Burkardt, Führich, Schade und – etwas überraschend – Adeyemi nicht berücksichtigt. Indes hatte Undav schon damit gerechnet, erneut keine Einladung zu erhalten. Zudem sind Beier und Leweling weiter außen vor.
Im Mittelfeld verzichtete Klopp auf Amiri und Anton. Defensiv verloren Raum (gegenüber Maximilian Mittelstädt) sowie Baku (gegenüber Jeltsch) ihre Fernduelle.
Und: Obwohl Malick Thiaw in Newcastle zuletzt nur Ersatz war, wurde er Bisseck vorgezogen. Klopp beeilte sich, die mögliche Diskussion „legitim“ zu nennen und betonte: „Es ist nicht in Stein gemeißelt. Jeder hat die Möglichkeit, sich zu zeigen.“
Das schließt die Torhüter selbstredend ein. Allerdings wird es für Dahmen und Atubolu schwer, am Vorsprung von Marc-André ter Stegen, Jonas Urbig und Alexander Nübel zu kratzen.
Mit Conté, Baur, Engelhardt, Rosenfelder, Behrens und Janelt fielen einige (überwiegend junge bis sehr junge) Vertreter des 44er-Kaders durchs Raster. Perspektivisch bestehen alle Chancen, zumindest auf dem Papier.
Indes muss Nachwuchshoffnung Brunner auf seine Beförderung ins A-Team warten. „Ich habe ihm gesagt: Nicht, dass du denkst, wir haben Scheuklappen auf und gucken nicht nach Frankreich“, sagte Klopp. „Ganz im Gegenteil, wir sehen alles.“
Henrichs, vor Jahresfrist mit einem Achillessehnenriss lange raus, baute der Bundestrainer auf: „Es sieht wirklich wieder gut aus.“ Auch seine Zeit kann kommen. Derweil verweilt Chabot, noch ohne Länderspiel, im Dunstkreis des DFB-Teams.
Gnabry fällt monatelang aus, wie bereits vor der WM. Es ist ein bitteres Fußballjahr für den 31-Jährigen, der kein Kandidat für die fernere Planung sein dürfte. Musialas Rückkehr wird nach der Länderspielpause erwartet. Vagnoman war Teil des 44-er Kaders, jetzt ist er unpässlich. Ob Stiller – zuletzt nicht nominiert – diesmal dabei gewesen wäre? Schwer zu sagen.
Nicolò Tresoldi (FC Brügge)
Bleibt Tresoldi, der sich erst nach der U21-EM 2027 entscheiden möchte, ob er für Deutschland oder Italien spielt. Im Trikot der U21-Auswahl des DFB erzielte der Stürmer bislang 16 Tore, in der Champions League traf er in dieser Saison fünfmal.
„Wir sind mit ihm in Kontakt und in gutem Austausch, die Dinge liegen auf dem Tisch“, sagte Klopp. „Mehr gibt’s im Moment nicht zu sagen.“