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Gensungen/Felsberg bringt Spitzenreiter Spenge ins Wanken – und verliert 29:30
Jona Gruber (ESG Gensungen), Torben Hübke (TUS Spenge) Foto: Sara Freudenstein
Wieder zurück: Jona Gruber, der hier Spenges Torben Hübke (r.) aussteigen lässt, sorgte nach seiner Einwechslung für die nötigen spielerischen Akzente im ESG-Angriff. © Sara Freudenstein

Die fulminante Aufholjagd der ESG Gensungen/Felsberg gegen Tabellenführer Spenge bleibt unbelohnt. Torwart Voß überragt mit 23 Paraden.

Gensungen – Sie blieben dran. Wie eine Klette. Verbissen, jeden Rückschlag wegsteckend. Kamen dabei ihrem Ziel immer näher, um nach dem Schlusspfiff erschöpft und frustriert dann doch in die Röhre zu schauen. „Wir haben den Tabellenführer ins Wanken gebracht, doch er fiel nicht“, kommentierte Kapitän Jannis Kothe die 29:30 (13:17)-Niederlage seiner Mannschaft gegen den TuS Spenge, der bei der ESG Gensungen/Felsberg so nah wie noch nie am ersten Punktverlust der laufenden Drittliga-Saison war. „Ein glücklicher Sieg“, bekannte Gäste-Torwart Bastian Rutschmann. Der Ex-Bundesliga-Spieler, der in der Schlussphase seine ganze Erfahrung von 17 Profijahren in die Waagschale warf, um den durchaus möglichen Ausgleich zu verhindern.

Geht da noch was? So lautete die bange Pausenfrage der 650 Fans in der Gensunger Kreissporthalle. Die prompte (negative) Antwort schien Spenges Spielmacher Jonah Jungmann mit seinem Treffer zum 13:18 (31.) zu geben, zumal sich die Edertaler im Positionsangriff weiterhin schwer taten. Dafür packte Torwart Voß zu, konvertierte nach seinen zehn Paraden in der ersten Hälfte in der zweiten phasenweise zu einem unüberwindbaren Hindernis. „Ich habe mich in einen Flow gespielt“, erklärte der 24-Jährige seine überragende Leistung.

Die sich auf seine Vorderleute übertrug, die leidenschaftlich verteidigten und damit auch die Halle anzündeten. „Wir haben uns gegenseitig hervorragend unterstützt und den Gegner gut ausgeguckt“, lobte ESG-Trainer Wachse seine 6:0-Deckung, die dem Favoriten immer mehr den Schneid abkaufte. Zum Leidwesen seines Spenger Kollegen Rafael Jacobsmeier: „Uns sind nach einer soliden ersten Hälfte schließlich die spielerischen Lösungen ausgegangen.“

Umso gefährlicher für sein Team, als der Aufsteiger über seine erste und zweite Welle auch offensiv zurück ins Spiel fand. Besonders Rückraumspieler Jannis Kothe drehte auf, brachte sein Team mit drei Treffern in Folge auf 20:22 (42.) heran. Immer wieder von Jona Gruber mit Tempo geholt, um hinter Spitze Mateusz Martyn mit Volldampf die gegnerische 5:1-Abwehr zu sprengen. „Das war schon so geplant“, erklärte der Regisseur, der nach 20 Minuten (6:11) den blassen Denny Bikic „mit klaren Ansagen“ (Gruber) ersetzt hatte.

Trotzdem hakte es. Blieben die Paraden von Lukas Voß bisweilen unveredelt. Weil die Abpraller (wie in der ersten Hälfte) beim Gegner landeten (Voß: “Das war extrem ärgerlich“), weil sich sein Pendant im TuS-Kasten im Gegensatz zu seiner Mannschaft nicht von der längst aufgewachten Kulisse beeindrucken ließ. So verpuffte beispielsweise Voß` 20. gehaltener Ball, als Magnus Rulff im Gegenzug bei einem Tempogegenstoß an Schlussmann Rutschmann scheiterte. Statt 25:26 stand es 24:27 (52.), da Sönke Raschkowski die Nerven behielt.

Es drohte die Vorentscheidung, doch die ersatzgeschwächten Gastgeber (ohne Fünf) kamen noch mal durch Vince Schmidt (25:27) und Michel Richter (26:27) zurück. Die Aufholjagd nahm wieder Fahrt auf. Maximilian Lippold hätte sie krönen können, vergab aber die Chance zum 27:28 mit einem Heber übers Tor (56.). Das war`s aber immer noch nicht. Trotz Meyers Treffer zum 27:29 (57.) und Kothes Zeitstrafe knapp drei Minuten vor Schluss.

Mit einem Mann mehr versuchten die mittlerweile eingeschüchterten Ostwestfalen den knappen Vorsprung zu halten statt ihn spielentscheidend auszubauen. Das misslang, weil Jona Gruber in Unterzahl nochmal verkürzte. „Toll, wie wir immer wieder zurückgekommen sind“, freute sich Heinrich Wachs über die Moral seiner Schützlinge. Umso größer die Enttäuschung, dass ihr Kampfgeist unbelohnt blieb. Dabei hatten sie bis zur Schlusssirene an den Coup geglaubt. Doch die kam nach Kothes erneutem Anschlusstreffer zum 29:30 (59:55) zu früh.

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