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Es gibt Dinge, über die wächst schnell Gras. Und es gibt Massimo Rivolas Meinung zur Kollision zwischen Marco Bezzecchi und Marc Marquez im Sprint von Katar. Auch am Rennsonntag hatte sich der Aprilia-Boss zur Causa nicht beruhigt. Diesmal ging er die Schiedsrichter an.
Die MotoGP-Stewards hatten sehr schnell nach der Kollision in Kurve 1, die Marco Bezzecchi in Runde vier des Sprints aus dem Rennen warf, auf Rennunfall entschieden. Das allseits bekannte 'no further action' wurde eingeblendet und Marquez gewann darauf das Kurzrennen. Das schmeckte einem erzürnten Rivola überhaupt nicht.
Bekanntlich ist es oft hilfreich, erstmal eine Nacht darüber zu schlafen, um die Gemüter zu beruhigen. Diesmal änderte dies aber nichts. Im Grid-Interview vor dem Katar GP mit MotoGP-Boxenreporter Jack Appleyard polterte der Italiener los: "24 Stunden später habe ich immer noch dieselbe Meinung wie nach 24 Sekunden. Für mich war das leicht zu beurteilen."
Die Bewertung der Kollision als Rennunfall wurde weder im Paddock noch von den Fahrern selbst als kontrovers angesehen, doch das interessierte den 54-Jährigen nicht. "Ein solcher Vorfall mit einem solchen Einfluss auf die Meisterschaft, da hätte ich eine angemessenere und tiefergehende Analyse erwartet. Dass man sich vielleicht nach dem Sprint beide Fahrer anhört und nach ihrer Meinung fragt, erst danach eine Strafe oder eben 'no further action' ausspricht", ging er die Stewards rund um Simon Crafar an.
Es ist klar, was Rivola haben wollte: Eine Strafe für Titelrivale Marc Marquez im Grand Prix. "Nach dem Ende eines Sprints kann es auch Strafen für den Folgetag geben. Ich denke das [Stewards-]Panel hat einen ziemlich schwierigen Job, aber bei diesen Unfällen gibt es leicht zu verstehende Richtlinien: Trägt jemand die Hauptschuld? Und wer hätte den Unfall verhindern können?", gab der Aprilia-Boss an.
Nur sahen die Stewards eine solche Hauptschuld - wie viele andere auch - als nicht gegeben. Rivola vertrat natürlich auch hier einen anderen Standpunkt: "Was hätte Bezzecchi anders machen können? Marc hat einfach das gemacht, was er normalerweise macht, wenn ihm jemand im Weg steht. Nicht Marco ist in die Richtung von Marc gefahren, es war andersherum." Es ist eine Ansicht, die Rivola wohl ziemlich exklusiv hat. Schon am Samstag meinte ServusTV-Experte Stefan Bradl zu dessen Wutanfall in der Box: "Das war komplett daneben. Ich weiß nicht, wo er herkommt aus dem Vierradsport. Aus der Formel 1 habe ich gehört [Rivola arbeitete zuvor bei Ferrari, Anm. d. Red.]. Aber seine Reaktionen im Motorradsport finde ich komplett unpassend."