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Bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft wurde es für Olga Bruckmeyer in den Wochen zuvor spät: „Ich hab jeden Tag bis zwölf oder ein Uhr nachts mit meinen Mannequinköpfen trainiert“, sagt Olga Bruckmeyer, die in der Nördlinger Innenstadt einen kleinen Friseurladen betreibt. Am 26. Oktober hat sie bei der internationalen Friseurmeisterschaft CMC World Champion in Italien den zweiten Platz in der Kategorie Brautfrisuren und den fünften Platz in der Kategorie Abendfrisuren erreicht.
„Das ist eine große Halle, es waren rund 300 Leute“, erklärt die Friseurin. Sie hätte sich gerne noch länger vorbereitet, sagt Bruckmeyer: „Also war ich ein bisschen überrascht, dass es trotzdem zur Vizemeisterin gereicht hat.“ Bei den Friseurwettbewerben gilt ein strenges Reglement, erklärt sie: „Eine Brautfrisur muss immer nach unten verlaufen, eine Abendfrisur muss hochgesteckt und vollkommen glatt sein“. Zudem fließt es in die Wertung ein, ob die Frisuren auf Make-up, Kostüm und Schmuck abgestimmt sind.
Mit Friseurwettbewerben hat Bruckmeyer bereits Erfahrung. An der internationalen Friseurmeisterschaft hat sie bereits zum zweiten Mal teilgenommen und im September ist sie außerdem deutsche Friseurmeisterin im Bereich Damenfrisuren („Women‘s Stylist of the Year 2026“) geworden. Ihr gehe es allerdings nicht darum, überregional bekannt zu werden, sagt 55-Jährige: „Aber ich will lange berufstätig bleiben und möchte mich beruflich weiterentwickeln.“
Die wellenförmige Brautfrisur mit halb-offenen Haaren, mit der sie den zweiten Platz gemacht hat, habe sie selbst entwickelt, erzählt Bruckmeyer: „Die lockeren, weichen Linien haben die Jury überzeugt.“ Keine streng zurückgesteckten Haare, sondern eine Frisur, die dem natürlichen Verlauf der Haare folgt – das entspreche auch dem derzeitigen Hochzeitsfrisurentrend, sagt Olga Bruckmeyer. Die gebürtige Russin ist der Liebe wegen nach Deutschland gezogen. Ihren Friseursalon in Nördlingen betreibt sie seit 2019: „Es kommen auch viele ukrainische Kunden, wir verstehen uns trotz der traurigen politischen Situation sehr gut.“
Neben Bruckmeyer hat auch Krissapong Thida an der internationalen Friseurmeisterschaft teilgenommen. Der Reimlinger betreibt in der Nördlinger Innenstadt einen Herrenfriseur.
Somit waren also gleich zwei Nördlingerinnen und Nördlinger im deutschen Team vertreten. Auch wenn Thida dabei keinen Preis erhalten hat, lobt er „den Zusammenhalt im Team“ bei der Meisterschaft. Ob er nächstes Jahr noch einmal mitmachen möchte, steht noch nicht fest.