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Nach einem schwachen ersten Durchgang dreht Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal beim HSV auf. Collins entgeht dabei knapp einem Platzverweis.
Eintracht Frankfurt kann tief durchatmen. Der hessische Bundesligist nahm am Dienstagabend die nicht eben kleine Hürde HSV im DFB-Pokal und steht nach einem nicht unverdienten, aber keineswegs klaren 3:1 (0:0)-Erfolg gegen die Hanseaten im Achtelfinale. Die Eintracht profitierte von einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang – und präsentierte sich erstaunlich effektiv. Nach der Pause schossen Robin Koch, Jonny Burkardt und Younes Ebnoutalib die Frankfurter in die nächste Runde.
Frei nach dem Motto: Jeder Schuss ein Treffer. „Es ist sehr gut fürs Grundgefühl, wenn du hier weiterkommst“, sagte Vorstandschef Axel Hellmann und freute sich über die Bedeutung des Duells. „So ein Pokalspiel bei einem Traditionsklub hat einen sehr hohen Stellenwert.“ Das zeigt sich auch an den mehr als 7000 Fans, die nach Hamburg gereist waren. „Am Dienstagabend machen so viele Leute so einen Trip nach Hamburg, das ist bemerkenswert.“
Dieser hart erkämpfte Sieg ist für die Grundstimmung enorm wichtig, vielleicht kann er den erhofften Schub und Rückenwind geben. „Ich glaube schon“, sagte Hellmann. Schon am Sonntag trifft die Eintracht nämlich wieder auf die Hamburger, dann in der Liga im Waldstadion zu Frankfurt. Eintracht-Trainer Adi Hütter stellte seine Mannschaft im Vergleich zur knappen 0:1-Niederlage auf drei Positionen um.
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Für Lilian Brassier, Noel Aseko und Younes Ebnoutalib rotierten Jeremiaha Maluze, Mario Götze und Can Uzun hinein ins Team. Verteidiger Brassier, zuletzt eine Konstante im Spiel, musste wegen leichten Kniebeschwerden passen. Aseko, gegen Dortmund bester Frankfurter Feldspieler, wurde geschont. Und Younes Ebnoutalib fiel den taktischen Gedanken des Trainers zum Opfer.
Can Uzun, das Enfant terrible, an dem sich die Geister scheiden, durfte sich als hängende Spitze versuchen. Viel war von dem türkischen Nationalspieler in Abschnitt eins nicht zu sehen, außer, dass er einmal den aussichtsreich postierten Ritsu Doan übersah und eigennützig abschloss. Das sollte sich aber ändern. Das nur mal so vorweg. Uzun arbeitete aber sehr wohl nach hinten, verdiente sich ein Sonderlob des Trainers.
Die Eintracht traf auf einen stark ersatzgeschwächten HSV, der aber genau daraus offenbar Motivation zog. Die Nordlichter waren die agilere, aggressivere Mannschaft. Die Hessen kamen nur schwer in die Partie, hielten zwar dagegen, aber das Ganze war doch arg gerumpelt und zerstückelt. Spielfluss und eine klare Linie suchte man vergebens.
Hinzu kam, dass sich einige Spieler weit weg von einer Wettkampfform präsentierten. Vorneweg Nnamdi Collins. Der Rechtsverteidiger erwi
s
chte einen rabenschwarzen Tag, mal wieder, muss man sagen. Es war nicht der erste indisponierte Auftritt des U‑Nationalspielers in den vergangenen Wochen. Collins wandelte zudem am Rande eines Platzverweises, und eigentlich hätte er kurz nach der Pause mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt werden müssen.
Nach einem abermals ungestümen Einsteigen gegen David Möller Wolfe hatte er mehr Glück als Verstand, dass Schiedsrichter Tobias Stieler ihn nicht mit einer Hinausstellung bestrafte. Adi Hütter reagierte umgehend und holte ihn vom Feld. Rätselhaft, weshalb der Fußballlehrer das nicht schon in der Pause gemacht hatte. Die Hamburger hatten die besseren Chancen, Zakaria El Ouahdi (24.), Albert Grönbaek (29.) und Sebastiaan Bornauw (42.) blieb der Torerfolg knapp verwehrt.
Auf der anderen Seite war nur einmal Jonathan Burkardt gefährlich, doch Bornauw blockte seinen Schuss und feierte das standesgemäß (30.). Und die Gäste hätten sich auch nicht beschweren dürfen, wenn Schiri Stieler nach einem grenzwertigen Einsatz von Robin Koch gegen El Ouahdi auf Strafstoß entschieden hätte (35.). Hat er aber nicht.
Coach Hütter hatte seinem Team in der Halbzeitpause offenbar ein paar Takte gesagt und eine andere Wehrhaftigkeit eingefordert. Die Eintracht kam zwar nicht, wie es im Fußballersprech so schön heißt, wie verwandelt aus der Kabine. Doch sie erarbeitete sich eine kleine Drangphase, die Robin Koch wirklich mit der Führung krönte. Nach einer guten Hereingabe des wechselhaften Can Uzun war es Jonny Burkardt, der ablegte auf den durchgelaufenen Kapitän – Kopfball, 1:0 (56.).
Und die Frankfurter blieben dieses Mal am Drücker, spielten zwar nicht wirklich dominant, aber blieben gefährlich und effektiv. Sogar eiskalt. Nach Flanke von Mario Götze behielt Burkardt die Übersicht und machte mit dem coolen 2:0 die Vorentscheidung (71.). Der gerade eingewechselte Ebnoutalib machte nur vier Minuten später den Deckel drauf, viel Platz im Sechzehner, Schuss unter die Latte, 3:0. Am Einzug ins Achtelfinale änderte auch Terem Moffis 1:3 nach Patzer von Noah Atubolu nichts (79.). Anfang Dezember geht es für die Eintracht dann um ein Überwintern im Pokal.