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Hannover 96 ist auch im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Sandro Wagner ohne Sieg geblieben. Die Niedersachsen kamen am Samstagabend im hochintensiven Nordduell gegen den FC St. Pauli nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und hängen weiter in der zweiten Tabellenhälfte der 2. Liga fest.
Der gebürtige Hannoveraner Husseyn Chakroun konterte kurz nach Wiederbeginn den Treffer von Abdoulie Ceesay, der St. Pauli kurz vor der Pause in Führung gebracht hatte (45.+1).
Das Unentschieden ging in Ordnung. Beide Teams hatten ihre Druckphasen, beide hatten Aluminium-Treffer, beide spielten bisweilen aber auch zu kompliziert. Die Mannschaft von Trainer Marcel Rapp machte insgesamt den etwas reiferen und abgeklärteren Eindruck - und ist bei nun elf Zählern seit fünf Partien unbesiegt. 96 hingegen hinkt mit acht Punkten seinen eigenen Ansprüchen weiter hinterher.
Für Hannover geht es mit dem Niedersachsen-Derby am nächsten Sonntag weiter (13.30 Uhr, im NDR Livecenter), St. Pauli ist bereits am Freitagabend bei Darmstdt 98 zu Gast (18.30 Uhr), ebenfalls im NDR Livecenter).
Chakroun sorgte nach neun Minuten für kollektiven Jubel bei den 96-Fans. Nachdem Mittelstürmer Benjamin Källman in höchster Not von Lars Ritzka abgegrätscht worden war, setzte der Linksaußen den Ball stark neben den linken Pfosten in die Maschen. "Freed from Desire", die Torhymne der "Roten", ertönte, Chakroun wurde von Spielern und Fans abgefeiert - und das Tor zurückgenommen. Der Video-Assistent hatte eine hauchzarte Abseitsstellung Källmans in der Entstehung erkannt.
Waren zuvor die Gäste aus Hamburg die bessere Mannschaft gewesen, fand Hannover nun immer besser ins Spiel. Das Team setzte St. Pauli gut unter Druck und hatte auch den einen oder anderen hohen Ballgewinn, alleine: Kapital schlugen die Niedersachsen daraus nicht, weil sie es zu oft zu kompliziert spielten. So brachte erst ein Standard wieder Gefahr, doch Virgil Ghitas Kopfball nach einer Ecke landete an der Latte (29.).
Und die Kierzkicker? Die lauerten auf Umschaltmomente und Fehler der Gastgeber, spielten dafür ihrerseits häufig allerdings zu unpräzise. Die beste Gelegenheit für lange Zeit hatte Connor Metcalfe in der guten Anfangsphase, als er den Ball nach einer schönen Hereingabe von Louis Oppie allerdings aus elf Metern viel zu zentral - und damit: harmlos - auf das Tor brachte (7.).
Flanken von der linken Seite aber stellten sich, als alles schon nach einem torlosen Gang in die Kabinen aussah, doch noch als probates Mittel für die Braun-Weißen heraus. Oppie brachte den Ball an den zweiten Pfosten, wo Ceesay aus enormem Luftstand einköpfte (45.+1). Ein schöner Treffer, der allerdings auch von größtmöglichem Abstand der "Roten" zu ihren Gegenspielern begünstigt wurde. Sowohl Oppie als auch Ceesay wurden eher auf Sicht "gedeckt".
Chakroun sorgte drei Minuten nach Wiederbeginn um zweiten Mal für kollektiven Jubel bei den 96-Fans, als er den Ball dieses Mal rechts ins Netz jagte. Die Torhymne schepperte wieder über die Boxen, der 21-Jährige wurde erneut von Spielern und Fans abgefeiert - doch abermals schaltete sich der VAR ein. Der Unterschied: Dieses Mal gab es keine Einwände, da der Ball im Zweikampf zwischen Källman und Ritzka von St. Paulis Verteidiger zu Chakorun geprallt war.
Hannover verdiente sich den Ausgleich in der Viertelstunde nach der Pause zunächst, weil die Mannschaft unermüdlich presste. Rund um die Stundenmarke aber befreiten sich die Gäste vom Druck - und kamen durch Arkadiusz Pyrka beinahe zur erneuten Führung. 96-Schlussmann Leo Weinkauf lenkte seinen Schuss gerade noch über die Latte (65.). Acht Minuten später stand wieder Ceesay - dieses Mal nach einer Flanke von der rechten Seite - hoch in der Luft. Sein Kopfball-Aufsetzer ging an den linken Pfosten.
Glück für das Wagner-Team, dem die Luft auszugehen schien. Die meisten Meter machte in dieser Phase gefühlt der Coach an der Seitenlinie. Dann aber raffte sich seine Mannschaft nochmal auf. St. Paulis Keeper Ben Voll parierte einen Källman-Schuss (80.), Stefan Teitur Thordarson zielte über das Tor (83.) und der Kopfball von Boris Tomiak geriet zu harmlos (84.). So blieb es beim insgesamt verdienten Remis.
Dieses Thema im Programm: NDR 2 | Die NDR 2 Bundesligashow | 17.10.2026 | 15:00 Uhr