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Obwohl der VfB Stuttgart vor dem Champions-League-Spiel dafür einen Shitstorm kassierte, hat Fabian Bredlow nochmals brisante Vorwürfe bezüglich der Lautstärke im Stadion von Galatasaray Istanbul erhoben.
Laut dem Torhüter der Schwaben sei es schwer gewesen, sich im Rams Park zu unterhalten, "weil es schon eine ungewohnte Lautstärke ist, vor allem durch die Pfiffe", sagte er nach der enttäuschenden 0:2-Pleite in der türkischen Metropole und betonte: "Ich weiß ja auch nicht, ob die alle so von Menschen erzeugt wurden. Vor allem, wenn gesungen wurde und auf einmal Pfiffe kamen, dachte ich mir: Da stimmt doch was nicht."
Das gellende Pfeifkonzert bei nahezu jeder Stuttgarter Ballberührung habe für Irritationen gesorgt. "Es war laut. Gerade am Anfang war es sehr, sehr laut", erklärte Bredlow. "Zwischendurch, während des Spiels, hat man es tatsächlich ein bisschen ausgeblendet. Da habe ich es jetzt gar nicht mehr so krass laut wahrgenommen, ehrlich gesagt." Er könne jedenfalls "noch gut hören".
Sportvorstand Fabian Wohlgemuth schlug in eine ähnliche Kerbe. "Also ich musste mir die Ohren nicht zuhalten", sagte er und erkannte: "Ich glaube, dass es eher für uns alle motivierend war, in der Atmosphäre spielen zu dürfen, und wir haben es alle vertragen und ausgehalten und sind weiterhin gesund."
Kapitän Deniz Undav reagierte indes fast schon genervt auf den Bredlow-Verdacht: "Juckt mich gar nicht. Ich bin stolz, dass wir hier gegengehalten haben." Ermedin Demirovic staunte hingegen über die Lautstärke. "So einen Support habe ich noch nicht erlebt", sagte er.
Das auch in anderen Partien stets laute Publikum im Gala-Stadion hatte bereits im Vorfeld des Spiels für Ärger gesorgt. In einem Social-Media-Beitrag hatten die Stuttgarter mit einem Bild einer Lautsprecheranlage im Stadion und drei Grübel-Emojis vermeintlich humorvoll suggeriert, wonach die Pfiffe künstlich erzeugt würden. So fassten es zumindest einige Anhänger des Istanbuler Topklubs auf und erzürnten sich in der Kommentar-Sektion.
Derart, dass der VfB den Beitrag wenig später löschte und sogar öffentlich um Entschuldigung bat. "Liebe Gala-Gemeinschaft, mit dem von uns aus Ihrem Stadion geteilten Beitrag hatten wir nicht die Absicht, jemanden zu verletzen. Falls eine solche Situation aufgetreten ist, entschuldigen wir uns. Wir sind dankbar für Ihre Gastfreundschaft in Istanbul und die gute Zusammenarbeit zwischen unseren Vereinen. Mit dem Wunsch nach einem fairen und spannungsgeladenen Spiel in Ihrem großartigen Stadion", schrieb der Bundesligist.
Galatasaray reagierte daraufhin und nahm die Entschuldigung an. "Danke! Wir freuen uns darauf, euch in unserem Stadion mit einer der besten Fußballatmosphären der Welt begrüßen zu dürfen. Auf ein tolles Spiel!", hieß es in einem Beitrag des offizielle Vereinskanals. Dennoch tummelten sich zahlreiche wütende Anhänger der Löwen in den Kommentaren unter dem VfB-Eingeständnis.
Darüber hinaus ließ es sich Gala nach Spielende nicht nehmen, einen kleinen Seitenhieb in Richtung des VfB zu schicken. Der türkische Rekordmeister veröffentlichte ein Video, in dem ein Lautsprecher zu sehen ist. Mehrmals hintereinander spielt dieser die Worte "Auf Wiedersehen" ab.
Für den VfB war es die erste Niederlage dieser Champions-League-Saison. In den drei Partien zuvor sammelten die Schwaben sieben Punkte und haben damit weiterhin beste Chancen auf ein Erreichen der K.o.-Runde.