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Die Eintracht kann auf einmal auch Männerfußball
eintracht Frankfurt v 1. FC Köln - Bundesliga 2026/27
So sehen Sieger aus: Eintracht-Torwart Noah Atubolu, erleichtert. © IMAGO/DeFodi.de

Die Eintracht kann auch anders, nämlich wehrhaft sein. Ebnoutalib trifft zum ersten Frankfurter Heimsieg seit mehr als einem halben Jahr. Trainer Hütter fordert nach dem 0:6 in Leipzig eine Reaktion – und bekommt sie.

Noat Atubolu, der starke Rückhalt im Frankfurter Kasten, hat dann irgendwann in der Nachbetrachtung freimütig verraten, was denn der Trainer und die Mannschaft selbst gefordert haben nach der 0:6-Pein von Leipzig. Das war gar nicht kompliziert, nichts Revolutionäres.

„Wir wussten, es gibt nicht das perfekte Spiel“, sagte der Schlussmann nach dem hart errungenen 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln. „Aber darum ging es auch nicht. Es ging darum, erwachsen und männlich zu spielen.“ Auftrag erledigt, könnte man sagen. Die Frankfurter präsentierten sich geschlossen, wehrhaft und mit allerhand Stehvermögen. Sie knickten nicht ein, zogen ihr Ding konsequent durch. Und wurden belohnt.

Nationalstürmer Younes Ebnoutalib – wer sonst? – machte das erlösende Tor zum 1:0 (77.), auf herrliche Vorarbeit des eingewechselten Noel Aseko. Passt auch ins Bild: Ausgerechnet der Kerl aus der Frankfurter Nordweststadt macht den Unterschied und liefert seinen Teil zur von Trainer Adi Hütter so flehentlich eingeforderten „0‑6‑9‑Mentalität“.

Der Dreier gegen die Rheinländer fällt in die Kategorie: Nicht schön, aber verdammt wichtig. „Es war ein dreckiger Sieg“, rekapitulierte der Torwart.

Chefcoach Adi Hütter war die Erleichterung anzusehen nach dem ersten Heimsieg seit mehr als einem halben Jahr. „Was mir besonders gefallen hat, ist, dass das Team die Situation angenommen hat. In der ersten Halbzeit ist nicht alles gut gelaufen, das ist normal“, urteilte der 56‑Jährige. „Aber die Mannschaft hat nach der 0:6-Klatsche eine Reaktion und ein anderes Gesicht gezeigt. Ich habe ein Team gesehen, das gemeinsam läuft, sich gegenseitig unterstützt, pusht und fightet. Das ist das Wichtigste. Das honoriert jeder in Frankfurt.“

Für Atubolu, der die Eintracht gleich zu Beginn und dann später auch noch ein-, zweimal mit starken Paraden im Spiel hielt, ist der Schlüssel zum Erfolg relativ einfach: die deutlich verbesserte Defensivarbeit, die Kompaktheit und der Wille, das eigene Tor zu verteidigen – mit allem, was drinsteckt im Team. „Vorne sind wir immer für ein Tor gut, aber es war wichtig, dass wir dieses Mal sehr stabil waren.“

In der Tat ließen die Hessen kaum etwas Gefährliches des Gegners zu. Die Rheinländer präsentierten sich allerdings auch äußerst harmlos. Aber das ist ja nicht die Schuld der Eintracht. Im Gegenteil. Vielleicht auch ihr Verdienst.

Und so gehen die Frankfurter in ein Wochenende, das ihnen hauptsächlich eines bringt: Ruhe und eine gewisse Form der Entspannung. Auch nicht ganz unwichtig im Hinblick auf den Montag. Die Mitgliederversammlung in der Jahrhunderthalle wäre ein Spießrutenlauf geworden, wenn es gegen Köln schiefgegangen wäre. So ist der Druck raus aus dem Kessel.

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