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19 und unbeliebt: Wieso Littler selten in Deutschland spielt
Luke Littler gewinnt fast jedes wichtige Turnier und ist in England ein Star. Nach Deutschland kommt der Youngster aber selten. Warum der zweimalige Weltmeister hierzulande lieber nicht auftaucht.
Göttingen, Leverkusen, München, Sindelfingen, Riesa und Kiel: Wenn er gewollt hätte, hätte Darts-Weltmeister Luke Littler in diesem Jahr die halbe Bundesrepublik besuchen und dort bei Turnieren um gutes Preisgeld spielen können. Wahrscheinlich hätte die Nummer eins der Welt angesichts seiner großen Dominanz auch mehrere Titel eingefahren. Aber Littler wollte nicht.
Der 19 Jahre alte Engländer macht seit eineinhalb Jahren einen Bogen um Deutschland, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ausgangspunkt seines Boykotts light war ein Turnier in München an Ostern 2025, als er dem Aus im Halbfinale kryptische Worte folgen ließ. "Ich hätte nicht in München sein sollen, musste aber trotzdem spielen", schrieb Littler damals.
Das Problem des zweimaligen Weltmeisters ist offensichtlich. Während "The Nuke" (Die Atombombe) auf der britischen Insel im Stile eines Fußballstars verehrt wird, schlägt ihm auf den weiteren großen Märkten wie in Deutschland immer wieder Antipathie entgegen. Fans buhen, Fans pfeifen, Fans wollen den Außenseiter siegen sehen – und nicht schon wieder Littler, der gefühlt alles gewinnt.
Erst vor einem Monat kam es in den Niederlanden, dem hinter England und Deutschland drittgrößten Markt, zu weiteren Zwischenfällen, die Littler mächtig nervten. "Wenn die Niederländer so weitermachen, dann werde ich dort keine Euro-Touren mehr machen. Es hat einfach keinen Sinn, dass ich reise, meine Zeit verschwende, während ich ausgepfiffen werde", schimpfte der Weltmeister.
Ab diesem Donnerstag (19.00 Uhr) macht Littler in Dortmund mal wieder eine Deutschland-Ausnahme. Wenn es in der Westfalenhalle um den EM-Titel geht, darf er nicht fehlen – denn die Trophäe ist die letzte bedeutende, die dem jungen Überflieger noch fehlt. Insgesamt wird Littler 2026 viermal hierzulande gespielt haben: nach drei sogenannten Major-Turnieren ist im Dezember auch ein Auftritt bei einer Gala in Köln geplant.
Das EM-Ticket für Dortmund hat Littler mit zwei Turniersiegen im polnischen Krakau und in Tschechiens Hauptstadt Prag locker gelöst. Was sagen die Veranstalter darüber, dass sich Littler während der European Tour kaum in Deutschland blicken lässt?
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"Wir stellen es nicht fest, dass uns das trifft. In England ist er ein Superstar, das muss man so sehen. Er ist dort materiell und gesellschaftlich in eine ganz neue Liga vorgedrungen, die es so im Darts vorher noch nicht gab", sagte Werner von Moltke als Geschäftsführer der Professional Darts Corporation Europe im Darts-Podcast "Checkout". Diesen Superstar-Status hat Littler in Deutschland noch nicht.