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Alexander Zverev schießt öffentlich gegen Boris Becker. Nun meldet sich die Tennis-Legende selbst zu Wort - und schlägt überraschend versöhnliche Töne an.
Boris Becker und Alexander Zverev sprechen häufig öffentlich übereinander. Mal kritisiert die Tennis-Legende, mal kontert Deutschlands Nummer eins – und andersherum. Nun versuchte Becker, die Brisanz aus der hitzigen Debatte zu nehmen. Der 58-Jährige erklärte, dass er die Aufregung um seine jüngsten Aussagen für überzogen hält.
„Das wird viel zu heiß gekocht. Viel wird übertrieben, viele Überschriften“, erklärte Becker am Sonntag bei Sky am Rande des ATP-Masters in Paris. Wer sein vollständiges Interview im Spiegel lesen würde, der werde feststellen, dass er sich „wunderbar ausgedrückt habe“ und keineswegs abwertend gegenüber Zverev geäußert habe.
Im Gegenteil: In Paris fand Becker sogar ausgesprochen lobende Worte für seinen Landsmann. „Es ist das Beste, was dem deutschen Tennis passieren konnte, dass wir so einen Superstar haben.“
Auslöser war ein Interview Beckers mit dem Spiegel gewesen, in dem der sechsmalige Grand-Slam-Champion die öffentliche Wahrnehmung Zverevs thematisiert hatte.
Becker hatte unter anderem dessen Auftreten gegenüber Journalisten kritisiert und die Frage aufgeworfen, weshalb dem Hamburger trotz seiner sportlichen Erfolge nicht dieselbe Zuneigung entgegengebracht werde wie anderen Tennisgrößen. Auch Zverevs Zurückhaltung zu politischen Themen, insbesondere dem Krieg in der Ukraine, hatte er angesprochen.
Aussagen, die beim frischgebackenen Weltranglistenersten auf wenig Verständnis stießen. Nach seiner Auftaktniederlage gegen Lorenzo Musetti in Paris (6:7, 2:6) konterte Zverev auf der Pressekonferenz scharf. „Ich glaube, dass er wie immer relativ viel Blödsinn erzählt“, erklärte der Hamburger. Becker habe offenbar das Bedürfnis, nahezu jede seiner Handlungen öffentlich zu kommentieren.
Noch deutlicher wurde Zverev bei der Frage nach Beckers Beweggründen. „Ich glaube, er sucht im Moment einfach nach allem, um mich ein bisschen runterzumachen. Das kann er machen, das ist seine Entscheidung“, so die neue Nummer eins der ATP-Weltrangliste.
Gänzlich nahm Becker seine Aussagen nicht zurück – vielmehr hält er an seiner Darstellung fest, dass seine Kritik in der öffentlichen Debatte überzeichnet worden sei.
Ob es nicht Zeit sei für ein klärendes Gespräch? „Ich will da gar nichts mehr zu sagen. Wir sind alles erwachsene Leute und ich habe Kinder in dem Alter, ich weiß, die sind nicht immer gut drauf“, erklärte Becker auf Sky-Nachfrage und lieferte damit vielleicht ungewollt die nächste Spitze.
„Gegen Mussetti hat er verloren – was ich alles nach einer Niederlage gesagt habe, das wäre teilweise gar nicht mehr jugendfrei gewesen“, fasste Becker die Aufregung um die jüngsten Aussagen zusammen. Man solle nicht alles auf die Goldwaage legen.
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