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(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen, Chris Lulham und Ben Barnicoat mussten sich beim Finale der GT-World-Challenge (GTWC) Europe mit dem neunten Platz zufriedengeben. Sie wurden bestraft, weil Lulham kurz nach einem Safety-Car-Restart den bereits als Meister feststehenden Winward-Mercedes #48 (Auer/Stolz/Engel) aus dem Weg räumte. Nach der Durchfahrtsstrafe brannte Verstappen ein Feuerwerk ab und verbesserte sich vom 24. auf den neunten Platz.
Max Verstappen rettete für sein Team einen neunten Platz im Gesamtklassement Zoom
Das Rennen begann für den von 2 Seas Motorsport betreuten Mercedes-AMG GT3 vielversprechend. Nach einem Set-up-Fehlgriff im Qualifying lief der V8-Bolide im Rennen deutlich besser und hatte das Tempo, um um den Sieg mitzukämpfen.
Barnicoat machte schon beim Start Plätze gut. Nach 20 Minuten gab es eine kurze Full-Course-Yellow (FCY), bei der alle Fahrzeuge auf 80 km/h abbremsen müssen. Beim Restart nach dieser FCY ging der Brite, der eigentlich in der IMSA SportsCar Championship als Lexus-Werksfahrer sein Geld verdient, am Comtoyou-Aston-Martin #7 (Drudi/Thiim/Gunn) vorbei und war Zehnter.
Anschließend bekam er zwei Plätze geschenkt, als Charles Weerts im WRT-BMW #32 (van der Linde/Pepper/Weerts) den AF-Corse-Ferrari #50 (Wadoux/Leclerc/Costa) von Lilou Wadoux in einen Dreher zwang. Den Platz des Ferraris gab es sofort, den anderen, als der Belgier zur Durchfahrtsstrafe antreten musste. Er entschuldigte sich sofort beim Team für seinen Fehler.
Somit kam Barnicoat als Achter an die Box und übergab an Lulham. Verstappen Racing wartete lange mit dem Stopp und fuhr einen Overcut, der sich auszahlte. Lulham kam boxenstoppbereinigt als Siebter wieder raus und krallte sich dann gleich den HRT-Ford #64 (Maini/Scherer/Drouet) mit einem spektakulären Überholmanöver außenrum in Kurve 7.
Auf Platz sechs fuhr er dann schnelle Runden, die ihn immer näher an das Führungs-Quintett brachten. Den Rest erledigte dann eine Safety-Car-Phase, als der Dinamic-Porsche #54 (Sathienthirakul/Simonazzi/Whiteside; DNF) und der Pure-Rxcing-Porsche #9 (Hofer/Pedersen/Malichin; DNF) gemeinsam im Kies landeten.
Beim Restart versuchte Lulham, weiteren Boden gutzumachen, doch sein Überholversuch in Kurve 8 gegen Luca Stolz in der Winward-"Mamba" war zu ambitioniert. Er drehte das Auto der Meister im Endurance-Cup und in der GTWC-Gesamtwertung aus Endurance- und Sprint-Cup um.
Die Durchfahrtsstrafe absolvierte er noch persönlich, bevor er an Max Verstappen übergab. Der viermalige Formel-1-Weltmeister übernahm 45 Minuten vor Schluss das Steuer und kam auf Position 24 wieder aus der Box raus.
Nachdem sämtliche Siegambitionen damit erledigt waren, ging es nur noch um den Spaß. Und Verstappen machte sich an die Arbeit. Dabei half ihm eine zweite Safety-Car-Phase, als zeitgleich der Rutronik-Lamborghini #96 (Niederhauser/Mapelli/Engstler; DNF) ausrollte und der WRT-BMW #46 (Verhagen/Hesse/Rossi; DNF) in den Kies rutschte.
Das beendete ein desaströses Wochenende für den BMW M4 GT3 Evo rund um Valentino Rossi. Der MotoGP-Legende wurde erst im Qualifying seine einzige ernsthafte Runde wegen Tracklimits aberkannt. Im Rennen musste er gleich nach der ersten Runde an die Box kommen.
Verstappen war beim Restart bereits 19. und machte anschließend weitere Plätze gut. Die Gegenwehr mancher Fahrzeuge aus anderen Klassen fiel dabei zum Teil gering aus, weil es für diese primär um den Klassensieg ging. 17 Minuten vor Schluss war Verstappen auf Platz 15 angekommen und hatte nun eine Reihe von Pro-Fahrzeugen vor sich.
Und hier zeigte Verstappen seine ganze Klasse: Innerhalb von zehn Minuten putzte er alle sechs Pro-Fahrzeuge weg und verbesserte sich auf den neunten Rang. Dabei überholte er in einer Szene durch clevere Positionierung seines Fahrzeugs drei Pro-Autos auf einmal, als diese sich bekämpften.
Als er an dem Pro-Paket vorbei war, war der Abstand nach vorne zu groß, um in der Schlussphase noch etwas nach vorne ausrichten zu können. Letztlich stehen für den Niederländer aber 15 gutgemachte Positionen in 45 Minuten zu Buche.
Nach Jahren verzweifelter Versuche hat es das Team GetSpeed endlich geschafft: Maximilian Götz, Ralf Aron und Fabian Schiller holten im Mercedes-AMG GT3 #17 den ersten Sieg für das am Nürburgring beheimatete Team von Adam Osieka. Der weiß-rote AMG war im Rennen schlicht das schnellste Auto und gewann vor dem Lionspeed-Porsche #80 (Feller/Preining/Buus; 2.) und dem Boutsen-VDS-Porsche #2 (Schuring/Boccolacci/Picariello; 3.).
Zunächst bestimmten die zwei Porsche das Geschehen in der Anfangsphase. Thomas Preining musste sich heftigen Angriffen von Maximilian Götz erwehren, parierte diese aber. Nach dem ersten Stopp duellierten sich Thomas Preining und Dorian Boccolacci dann auf der Outlap. Das kostete beide so viel Zeit, dass Ralf Aron ohne Probleme vor beiden Porsche wieder aus der Box kam.
Der Este, der weite Teile der Saison nach einem Horrorunfall bei den 12 Stunden von Bathurst im Februar auslassen musste, baute den Vorsprung nach dem ersten Safety-Car sukzessive aus, während es hinter ihm zu weiteren Kämpfen kam.
Echte Highlights setzte dabei Joseph Loake im Garage-59-McLaren #59 (Loake/MacDonald/Hawksworth; 6.), der nicht weniger als drei Autos außen herum in Kurve 1 überholte. "Das war ein Move, den mir [mein Teamkollege] Dean MacDonald empfohlen hat. Ich konnte ihn aber bis zum Rennen nicht ausprobieren", grinst der 21-Jährige. Belohnt wurde er nicht, mit losem Diffusor fiel der McLaren am Ende noch auf P6 zurück.
Das zweite Safety-Car machte einen 10-Sekunden-Vorsprung für GetSpeed zunichte. Fabian Schiller ließ sich aber nicht beirren, baute den Abstand in den Schlussminuten immer weiter aus und hatte im Ziel letztlich einen Vorsprung von 5,062 Sekunden auf den Lionspeed-Porsche.
Die Saison 2027 der GT-World-Challenge Europe beginnt am 18. April mit den 1.000 Kilometern von Le Castellet. Verstappen beabsichtigt, an den 24 Stunden von Spa 2027 teilzunehmen, die vom 24. bis 27. Juni über die Bühne gehen werden.