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Rafael Jodar erkennt die Grenze seines Ausbruchs an
Rafael Jodar erkennt die Grenze seines Ausbruchs an
© Bobby__tracker/X/Fair Use

Rafael Jodar hat die Diskussion um seinen Umgang mit einem Ballkind auf einen entscheidenden Punkt gelenkt: Nicht der Spielstand, sondern sein eigenes Verhalten war falsch. Nach dem Viertelfinaleinzug hatte zunächst die Szene im Vordergrund gestanden. Nun hat der Spanier nach seinem nächsten Sieg persönlich Stellung bezogen.

„Ich hätte das Ballkind nicht so behandeln dürfen, wie ich es getan habe“, sagte Jodar am Freitag. Im Achtelfinale von Shanghai hatte er während des Matches gegen Botic van de Zandschulp wütend nach einem Handtuch verlangt und dafür eine Verwarnung von Jimmy Pinoargote erhalten.

Frustration erklärt den Anlass nicht das Recht dazu

Jodar beschrieb seinen Ärger über den damaligen Matchverlauf, erkannte die Entscheidung des Schiedsrichters aber als richtig an. Damit trennte er seine emotionale Lage von der Frage, ob der Umgang mit dem Ballkind akzeptabel war. Er versuchte nicht, die Verwarnung nachträglich als ungerecht darzustellen.

Diese Trennung ist wichtiger als eine allgemeine Erklärung, dass ein Match angespannt gewesen sei. Ballkinder sind nicht für die Fehler eines Spielers verantwortlich. Wer den eigenen Frust benennt und zugleich die Grenze anerkennt, macht eine andere Aussage als jemand, der den Druck als Entschuldigung benutzt. An dieser Unterscheidung muss sich auch die weitere Reaktion messen lassen.

Der persönliche Schritt steht noch aus

„Ich möchte mich bei dem Ballkind entschuldigen“, erklärte Jodar. Er wolle es auf der Anlage ansprechen, wenn sich die Gelegenheit ergebe. Seine Aussage beschreibt somit eine beabsichtigte persönliche Entschuldigung und nicht bereits ein Gespräch, das stattgefunden hat.

Die öffentliche Stellungnahme erreicht vor allem das Publikum der Debatte. Ein direktes Gespräch würde sich an die Person richten, die den Ausbruch erlebt hat. Beides erfüllt einen anderen Zweck. Für die Glaubwürdigkeit seiner Einsicht wird deshalb nicht nur die Formulierung vor den Mikrofonen zählen, sondern ebenso, wie er die angekündigte Verantwortung anschließend praktisch wahrnimmt.

Sportlicher Erfolg und Verhalten bleiben getrennt

Jodar äußerte sich nach seinem 4:6, 6:4, 6:3 gegen Casper Ruud, mit dem er das Halbfinale erreichte. Das sportliche Weiterkommen gab ihm einen erfreulichen Anlass für die Pressekonferenz, beseitigte aber nicht die offene Frage aus dem vorangegangenen Match.

Gerade deshalb war die klare Anerkennung des Fehlers notwendig. Ein Sieg kann einen Ausbruch nicht nachträglich rechtfertigen, ebenso wenig muss eine berechtigte Kritik die sportliche Leistung leugnen. Jodar hat beide Ebenen nun selbst getrennt. Seine nächste Aufgabe besteht darin, diese Einsicht auch dann beizubehalten, wenn ein enger Punkt erneut gegen ihn ausgeht.

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