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Nicht nur hat David Raum seinen Stammplatz im DFB-Team längst verloren. Unter Jürgen Klopp darf er vorerst gar nicht mehr anreisen. Und auch bei RB Leipzig steht der Kapitän angeblich zur Disposition.
Beim WM-Desaster von 2022 war er unangefochtener Stammspieler, bei der Heim-EM 2024 erkämpfte sich David Raum gegen Maximilian Mittelstädt seinen Stammplatz für die K.o.-Phase zurück, während der WM-Qualifikation war er unter Julian Nagelsmann absolut gesetzt, ehe Nathaniel Brown ihn bei der Endrunde als Platzhirsch auf der linken Seite endgültig ablöste.
Raums langsamer Abstieg in der deutschen Nationalmannschaft setzt sich nun unter Nagelsmanns Nachfolger Jürgen Klopp weiter fort: Der neue Bundestrainer nominierte ihn nicht mehr für sein zusammengeschrumpftes 24-köpfiges Aufgebot für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen Serbien und die Niederlande Mitte November. Und das hatte offenbar einen bestimmten Grund.
Wie die Bild berichtet, habe Klopp Raums Defensivarbeit in einem Telefonat zur Begründung der Nicht-Nominierung bemängelt, weshalb Brown und Mittelstädt nun beide den Vorzug vor dem 28-Jährigen bekamen. Aus rein sportlichen Gründen ist Raum somit erstmals seit über drei Jahren nicht im Kreise der Nationalmannschaft, im Oktober 2024 musste er aufgrund einer langwierigen Sprunggelenksverletzung passen.
Doch nicht nur unter Klopp ist Raum mittlerweile verzichtbar, sondern merkwürdigerweise offenbar auch bei RB Leipzig, wo er Kapitän und immerhin noch absoluter Stammspieler ist. Nur beim 4:0-Sieg über die SV Elversberg stand Raum nicht in der Startelf und schmorte stattdessen 90 Minuten auf der Bank. Zuletzt enttäuschte er aber beim 1:6-Debakel gegen den FC Bayern, bei dem Michael Olise Raums Tempo- und Defensivschwächen schonungslos aufdeckte.
Intern, so behauptet es die Bild, werde Raums Leistung durchaus kritisch gesehen. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus und RB sei deshalb sogar bereit, seinen Kapitän im Winter bei einem passenden Angebot im niedrigen, zweistelligen Millionen-Bereich ziehen zu lassen.
Bei der knappen 2:3-Niederlage unter der Woche in der Champions League gegen Manchester City sollen Beobachter des FC Bologna wegen Raum vor Ort gewesen sein. Ein Wechsel zum aktuellen Tabellenneunten der Serie A, der auch an keinem internationalen Wettbewerb teilnimmt, dürfte für Raum jedoch nicht in Frage kommen.
Stattdessen liebäugele der Standardspezialist mit einem Wechsel in die Premier League oder zu einem Topklub mit Titelpotenzial.
Bezüglich etwaiger Vertragsgespräche mit RB Leipzig hatte Raum zuletzt enthüllt, dass lange Schweigen zwischen beiden Parteien geherrscht habe. Erst im Oktober sei der Austausch "so ein bisschen ins Rollen gekommen", wie er bei Sky verriet. Von "intensiven Gesprächen" könne jedoch keine Rede sein, betonte er und öffnete gleichzeitig die Tür für einen bevorstehenden Tapetenwechsel.
"Ich weiß nicht, wie viele Verträge noch kommen. Ich fühle mich eigentlich ganz gut. Ich habe noch Bock, ein paar Jahre zu spielen, auch wenn ich jetzt auf die 30 zugehe. (…) Und ich bin natürlich auch in einem Alter, da schaut man, dass man auf alles achtet", führte er aus. "Da nehme ich natürlich auch meine Frau mit in die Gespräche ein: Wo könnte man hingehen oder bleibt man hier?"
Die Sport hatte Raum jüngst beim FC Barcelona ins Gespräch gebracht, weil bei den Katalanen im kommenden Sommer - oder sogar schon im Winter - eine gewisse Vakanz auf links entstehen könnte. Denn Alejandro Balde ist unter Hansi Flick nur noch dritte Wahl auf der Linksverteidigerposition hinter Joao Cancelo und Xavi Espart. Der 22-Jährige strebe folglich einen Wechsel schon zum Jahresende an.
Raum wurde einst unter Flick zum Nationalspieler und zur Stammkraft im DFB-Team. Zudem würde er im Falle eines ablösefreien Wechsels im Sommer ins Transfermuster der finanziell angeschlagenen Katalanen passen. Gleiches gilt für das ebenfalls recht klamme Juventus, dass bei Raum laut Gazzetta dello Sport die Antennen ausgefahren habe. Die Alte Dame pflege zudem hervorragende Beziehungen zum Umfeld des Spielers, hieß es Ende September.
Bei all der negativen Entwicklung scheint Raum also dennoch attraktive Optionen zu haben. Und auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Das betonte auch Klopp im Rahmen seiner Kadernominierung, der neben Raum auch andere Prominenz wie Karim Adeyemi oder Nick Woltemade zum Opfer fielen. "Um Himmels willen, wir wären ja verrückt, irgendwelche Türen zu schließen", sagte der Bundestrainer bezüglich der vorerst Aussortierten.
Position |
Spieler |
Tor |
Marc-Andre ter Stegen (Ajax Amsterdam) |
Tor |
Alexander Nübel (Besiktas Istanbul) |
Tor |
Jonas Urbig (FC Bayern München) |
Abwehr |
Waldemar Anton (Borussia Dortmund) |
Abwehr |
Finn Jeltsch (VfB Stuttgart) |
Abwehr |
Jonathan Tah (FC Bayern München) |
Abwehr |
Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart) |
Abwehr |
Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) |
Abwehr |
Philipp Treu (SC Freiburg) |
Abwehr |
Nathaniel Brown (FC Bayern München) |
Abwehr |
Malick Thiaw (Newcastle United) |
Mittelfeld |
Brajan Gruda (RB Leipzig) |
Mittelfeld |
Lennart Karl (FC Bayern München) |
Mittelfeld |
Joshua Kimmich (FC Bayern München) |
Mittelfeld |
Felix Nmecha (Borussia Dortmund) |
Mittelfeld |
Tom Bischof (FC Bayern München) |
Mittelfeld |
Aleksandar Pavlovic (FC Bayern München) |
Mittelfeld |
Said El Mala (1. FC Köln) |
Mittelfeld |
Derry Scherhant (SC Freiburg) |
Mittelfeld |
Florian Wirtz (FC Liverpool) |
Mittelfeld |
Wael Mohya (Borussia Mönchengladbach) |
Angriff |
Kai Havertz (FC Arsenal) |
Angriff |
Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt) |
Angriff |
Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen) |
📝Bio: In Dortmund auf Kohlen das Licht der Welt erblickt und am Niederrhein aufgewachsen, zog es mich zum Journalismus-Studium nach Darmstadt und über ein Redaktionspraktikum im Rahmen des Masterstudiums zu SPOX. Dort im Fußball- und NBA-Ressort zuhause und mittlerweile als Managing Editor mitverantwortlich für die Themenplanung und hauptsächlich als Chef vom Dienst tätig. Zuvor für den SID, die Rheinische Post, Westline, die FAZ und ProSieben Sat.1 in der Sportredaktion von ran tätig.
🎯 Beschäftigt sich in seiner Arbeit vor allem mit:
⚽Wie ich zum Fußball gekommen bin:
Quasi mit meiner Geburt. Mit drei Jahren habe ich selbst mit dem Fußballspielen angefangen, eine Leidenschaft, der ich bis heute nachgehe - auch wenn es mittlerweile nach jedem Spiel ein sehr schmerzhaftes Hobby ist. Auch sonst war für mich schon sehr früh klar, dass ich einmal Sportjournalist werden möchte.
🌟Meine liebsten Fußball-Momente:
Beruflich waren das sicherlich mein erster Reporter-Einsatz bei einem Bundesligaspiel des FC Bayern und tatsächlich meine dreiwöchige Begleitung der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-EM 2024 für ProSieben Sat.1.
Als Fan verbinde ich meine schönsten und auch schrecklichsten Momente wohl mit der launischen Diva vom Rhein - Fortuna Düsseldorf. Bei dem Aufstieg in die 2. Liga 2009 durfte ich live im Stadion dabei sein, ebenso wie beim epischen Bundesliga-Aufstieg 2012. Das waren wundervolle Momente, wohingegen mich seit eineinhalb Jahren Albträume von Bochum plagen.